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3 große Durchbrüche in der Krebsbehandlung im Jahr 2017

Bildquelle: Flickr-User Fooleditorial

Auch wenn die Krebsraten sowohl bei Männern als auch bei Frauen seit ihrem Höhepunkt im Jahr 1991 stetig zurückgegangen sind, bleibt Krebs die zweithäufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, so das Center for Disease Control and Prevention. Erfreulicherweise hat der anhaltende Innovationsboom in der Biotechnologie in jüngster Zeit einige bahnbrechende neue Krebstherapien hervorgebracht.

So hat die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA im Jahr 2017 Dutzende neuer Krebsmedikamente und Produkterweiterungen für bereits auf dem Markt befindliche Medikamente genehmigt. Darüber hinaus waren einige dieser Zulassungen die allerersten ihrer Art für eine bestimmte Therapie (CAR-Ts) oder die erste Zulassung für eine bestimmte Indikation seit mehreren Jahrzehnten. Hier ein Blick auf die drei größten Durchbrüche in der Krebsbehandlung in diesem Jahr.

Neue Werkzeuge im Kampf gegen die akute myeloische Leukämie

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist keine einzelne Krankheit an sich, sondern eine breite Palette von Erkrankungen, die typischerweise aus der blutbildenden Komponente des Knochenmarks entstehen, die für die Produktion weißer Blutkörperchen verantwortlich ist. Rund ein Viertel aller neu diagnostizierten Leukämien bei Erwachsenen fallen angeblich darunter.

Am 28. April 2017 genehmigte die FDA Novartis‘ (WKN:904278) Midostaurin (Markenname, Rydapt) zur Behandlung von neu diagnostizierter FLT3-mutierter AML sowie drei Arten von systemischer Mastozytose. Rydapt ist für FLT3-mutierte AML-Patienten als Teil einer Kombinationstherapie vorgesehen.

Warum ist Rydapt so eine große Sache? Dieses Medikament ist das erste Medikament, das in einem Vierteljahrhundert für diese spezielle Untergruppe von AML-Patienten zugelassen wurde. In klinischen Studien konnte Rydapt zudem das Sterberisiko um beachtliche 23 % senken, was ein wichtiger Fortschritt für diese besonders aggressive Malignität ist. Im kommerziellen Bereich erwarten die Wall Street-Analysten, dass das neue AML-Medikament von Novartis innerhalb weniger Jahre einen Jahresumsatz von bis zu 250 Millionen US-Dollar erzielen wird.

Am 1. August 2017 erhöhre die FDA ihre Bemühungen im Kampf gegen die AML und gab Celgene Corp. (WKN:881244) und seinem Partner Agios Pharmaceuticals grünes Licht für ihr Medikament Idhifa für erwachsene Patienten mit rezidivierter oder refraktärer AML mit einer Isocitrat-Dehydrogenase-2-Mutation, die durch einen von der FDA zugelassenen Test nachgewiesen wurde. Celgene schätzt, dass Idhifa satte 500 Millionen US-Dollar an Spitzenumsätzen generieren und auch als Nischen-AML-Therapie eingesetzt werden kann.

Zusammengenommen markieren Rydapt und Idhifa wohl einen bedeutenden Paradigmenwechsel bei den verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten für AML-Patienten. Da in den kommenden Jahren präzisere Therapien kommen sollten, dürfte sich die Prognose für diese lebensbedrohliche Blut- und Knochenmarkstörung deutlich verbessern.

Anti-Krebs-Gentherapien wurden 2017 Realität

Am 30. August erreichte Novartis einen weiteren Meilenstein in der Krebstherapie, indem sie die erste Zulassung für eine chimäre Antigenrezeptor-T-Zelltherapie (CAR-T) mit Tisagenlecleucel (Markenname, Kymriah) für die Behandlung von Patienten bis zum Alter von 25 Jahren mit B-Zell-Vorläufer akuter lymphatischer Leukämie (ALL) erhielt.

Das Schicksal dieser vielversprechenden gentechnisch veränderten T-Zell-Therapien ist seit ihrer ersten Entwicklung wegen ihrer ernsten und manchmal tödlichen Nebenwirkungen fraglich. Daher ist die Fähigkeit von Novartis, Kymriah durch ein erfolgreiches klinisches Programm zu führen und dann auf den Markt zu bringen, keine leichte Aufgabe.

Gilead Sciences (WKN:885823) kaufte Kite Pharma und gewann mit Yescarta (axicabtagene ciloleucel) die zweite CAR-T-Zulassung in diesem Jahr. Die CAR-T Therapie von Gilead ist für erwachsene Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem großem B-Zell-Lymphom.

Die CAR-T-Therapien von Novartis und Gilead werden voraussichtlich zu Blockbuster-Anti-Krebs-Produkten werden. Wichtiger ist jedoch, dass diese beiden wegweisenden Zulassungen den Weg für eine Vielzahl neuer zellbasierter Therapien ebnen sollten, die auf eine breite Palette schwer zu behandelnder Tumore abzielen.

Die Aussichten für Leberkrebs verbessern sich

Am 27. April 2017 genehmigte die FDA das erste Leberkrebsmedikament seit über einem Jahrzehnt, indem sie den Einsatz von Stivarga (Regorafinib) der Bayer AG (WKN:879501) auf die Behandlung von Patienten mit hepatozellulärem Karzinom ausweitete, die zuvor mit dem Medikament Sorafenib behandelt wurden. Vor dieser Zulassung hatten Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs, die nicht mehr oder nie auf das Bayer-Präparat Sorafenib ansprachen, eine außergewöhnlich düstere Prognose: Die meisten Patienten überlebten weniger als ein Jahr.

Am 22. September 2017 verbesserten sich die Aussichten für fortgeschrittenen Leberkrebs noch weiter, als die FDA eine beschleunigte Zulassung für Bristol-Myers Squibbs (WKN:850501)  Opdivo (Nivolumab) zur Behandlung des Leberzellkarzinoms bei Patienten, die zuvor mit Sorafenib behandelt wurden, erteilte. Bristols Opdivo ist die erste und einzige Immuntherapie, die für Leberkrebs zugelassen ist.

Obwohl das Medikament von Bristol bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten in der mittleren Phase der Studie, die als Checkmate -040 bezeichnet wurde, nicht funktionierte, zeigten die Patienten, die ansprachen, dauerhafte Reaktionen, die typischerweise länger als sechs Monate andauerten, und drei Patienten in der Studie zeigten sogar vollständige Reaktionen. In Zukunft hofft Bristol, einen Weg zu finden, um die Ansprechrate von Opdivo bei fortgeschrittenem Leberkrebs zu verbessern.

Obwohl es bei der Behandlung von Leberkrebs noch viele therapeutische Herausforderungen gibt, sind die neu zugelassenen Medikamente von Bayer und Bristol zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Mehrere weitere experimentelle Leberkrebsmedikamente – sowie eine CAR-T-Therapie – sind schließlich bereits in der Entwicklung, um  hoffentlich 2018 noch weitere Fortschritte zu bringen.

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Der Motley Fool besitzt Aktien von Celgene und Gilead Sciences und empfiehlt diese.

Dieser Artikel wurde von George Budwell auf Englisch verfasst und am 30.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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