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E.ONs super 2017: Die 3 Dinge, die Investoren wissen müssen

Gestartet bei unter 7 Euro ging es beim Kurs von E.ON (WKN:ENAG99) über das Jahr 2017 zeitweise auf mehr als 10 Euro nach oben. Auf Jahressicht steht ein Plus von rund 40 % zu Buche. Das kann man wohl super nennen und es war auch richtig viel los.

Um zu verstehen, wohin sich der Energieversorger bewegt, ist es nützlich, zu wissen, woher er kommt. Ich habe deshalb nochmal die wichtigsten Meilensteine Revue passieren lassen.

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Ein kritischer Moment zum Jahreswechsel

Ende 2016 war E.ON fast erledigt. Die Kosten von Atomausstieg und Energiewende in Verbindung mit milliardenschweren Abschreibungen hätten ihr fast das Genick gebrochen. Selbst eingebrockt haben sich die Essener das Ding mit Uniper (WKN:UNSE01), von der zuvor gut die Hälfte an die Aktionäre verschenkt wurde. Das riss ein zusätzliches Loch in die Bilanz.

Zuletzt war fast keinerlei Eigenkapital mehr da und eine Kapitalerhöhung im ersten Quartal war nahezu unvermeidlich. Da der Kurs sich zu dem Zeitpunkt auf einem mehrjährigen Tiefpunkt befand, war dies eher ungünstig für die Aktionäre, aber der Umfang hielt sich mit 1,35 Mrd. Euro in Grenzen. Den restlichen Finanzbedarf holte man sich über Anleihen rein, um vom weiterhin günstigen Zinsumfeld zu profitieren.

Daneben vertraute das Management darauf, dass schon bald aus anderen Quellen wieder Geld in die Kasse gespült würde, um die Bilanz auf Vordermann zu bringen.

Ein neuer Frühling

So kam es dann auch: Die unangenehmen Risiken rund um die Entsorgung des Atommülls war man los und es prasselten gute Nachrichten herein. Schon allein, dass Uniper nach und nach mehr Freunde gewann und die aus meiner damaligen Sicht brutale Unterbewertung kontinuierlich abgebaut wurde, verschaffte E.ON Luft. Das Aktienpaket, das nun an Fortum (WKN:916660) verkauft wird, erlöst so über 1,5 Milliarden mehr, als zum Dezember 2016 in der Bilanz stand.

Hinzu kam der Geldregen vom Fiskus in Höhe von 2,85 Mrd. Euro, weil der Prozess gegen die Brennelementesteuer gewonnen wurde. Außerdem zahlte Uniper noch eine nette Dividende und im Kerngeschäft erwirtschaftete E.ON stattliche Geldzuflüsse. Folglich standen zum 30.09. wieder über 6 Mrd. Euro Eigenkapital in der Bilanz. Nach und nach ergeben sich also wieder Spielräume für Wachstumsinvestitionen und Dividendensteigerungen.

Spannendes Neugeschäft

Weil Themen wie Uniper, Entsorgungsfonds und Steuerrückerstattung alles überstrahlten, stand die operative Entwicklung der Segmente nur selten im Vordergrund. Dabei gibt es dort eine Reihe von interessanten Initiativen, welche trotz der zwischenzeitlichen Bilanzsorgen über die letzten Quartale vorangetrieben wurden.

Besonders interessant erscheinen mir die Investitionen in ein europaweites Netz von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. E.ON hat dort eine reale Chance, zu einem Marktführer aufzusteigen und dies gleichzeitig als Sprungbrett für die Digitalisierungsstrategie zu nutzen.

Aber auch aus der intelligenten Aufrüstung der Stromnetze ergeben sich Chancen. Unternehmenskunden werden dadurch zunehmend in die Lage versetzt, überschüssigen Strom aus dem Netz flexibel abzunehmen und selbst erzeugten Strom gegebenenfalls zu verkaufen. Privatkunden wurden außerdem in Pilotprojekten mit Smart Metern ausgestattet, woraus sich ebenfalls interessante Geschäftsmodelle ergeben könnten. Dazu passt auch, dass E.ON 2017 recht erfolgreich im Bereich großer und kleiner Energiespeicher unterwegs war.

Was das Windkraftgeschäft angeht, lief es auf der Erzeugerseite nicht ganz optimal, aber dafür wurde das Leistungsspektrum kontinuierlich ausgebaut. Mittlerweile kann E.ON auch international herstellerunabhängigen Turbinen-Service anbieten. Außerdem wurde weiteres Know-how im Anlagenbau aufgebaut. Dabei kam unter anderem ein neues kostensparendes Verfahren für besseren Korrosionsschutz bei Offshore-Fundamenten heraus, was E.ON den German Renewables Award einbrachte.

Eine gute Ausgangslage

Da das Management rund um Johannes Teyssen in diesem Jahr noch stark mit rechtlichen und finanziellen Dingen befasst war, ging die strategische Weiterentwicklung vielleicht noch nicht ganz so schnell voran, wie man es sich gewünscht hätte. Aber die Weichen sind gestellt und die Bilanz ist wieder ziemlich sattelfest.

2017 war nach einer langen Durststrecke endlich mal wieder ein rundum erfreuliches Jahr. Selbst der Rücksetzer der letzten zwei Monate trübt das Bild nur geringfügig.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Uniper. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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