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Warum Bitcoin nicht einbrach, als der Futures-Handel gestartet wurde

Foto: Getty Images.

Eines der Dinge, die wir als Investoren akzeptieren müssen, ist, dass wir uns von Zeit zu Zeit irren werden. Aber das Wichtigste ist, dass wir etwas aus unseren Fehlern lernen und das Gelernte auf zukünftige Investitionsbemühungen anwenden.

Ja, ich lag völlig falsch, was Bitcoin angeht.

Vor weniger als zwei Wochen, verkündete ich stolz, wie jeder Analyst, den man im Fernsehen sieht, dass Bitcoin „am Dez. 11 einbrechen wird.“ Warum am 11. Dezember? Meine These war ziemlich einfach.

Bis zum Beginn des Futures-Handels auf Bitcoin gab es keinen „fairen“ Markt, wie ich es nannte. Bitcoin konnte an dezentralen Börsen gekauft und verkauft werden, aber es gab keine Möglichkeit, Geld zu verdienen, wenn es um Leerverkäufe oder Futures-Kontrakte ging. Die Einführung von Futures-Kontrakten war ein Mittel, um Skeptikern endlich die Möglichkeit zu geben, Geld zu verdienen, aber auch, um großes Geld von Institutionen anzulocken, die meist nur im Hintergrund abgewartet hatten.

Am Sonntag, den 10. Dezember, wurde CBOE Global Markets (WKN:A1CZTX) die erste Plattform, die mit dem Handel von Bitcoin-Futures begann. Ich erwartete, dass das Handelsvolumen noch verhältnismäßig gering wäre und glaubte, dass, die Wall-Street-Investmentfirmen am Montag, den 11. Dezember Bitcoins magischem Lauf ein Ende setzen würden.

Die CME Group (WKN:A0MW32)  bietet den Futures-Handel seit dem 17. Dezember an. Dabei dachte ich, dass es mehr als genug Skepsis im Markt gibt, so dass emotionale Investoren von Bitcoin gleich die Finger lassen.

Aber der Lauf von Bitcoin ist nicht zu Ende gegangen. Stattdessen hat Bitcoin neue Allzeithöchststände erreicht und kam vor kurzem auf fast 20.000 US-Dollar. Anfang des Jahres waren es noch 967 US-Dollar gewesen. Ich lag also richtig daneben.

Hier der Grund, warum der Futures-Handel Bitcoin nicht auf Talfahrt geschickt hat.

Was war falsch an meiner These? Ich ging davon aus, dass institutionelle Investoren, die sich die ganze Zeit über im Hintergrund gehalten hatten, sofort von der Möglichkeit angelockt würden, gegen Bitcoin zu wetten. Das Futures-Kontraktvolumen bis zum 18. Dezember erzählt aber eine ganz andere Geschichte. Wie Bloomberg meldete, belief sich der Handel mit Futures-Kontrakten auf der Plattform der CME Group in den ersten acht Stunden nach der Markteinführung auf 61 Millionen US-Dollar, verglichen mit 49 Millionen US-Dollar Gesamtwert für die CBOE-Plattform in den ersten acht Stunden der Woche zuvor. Dennoch liegt der durchschnittliche Tagesgesamtwert der Bitcoin-Kontrakte seit Beginn des Futures-Handels bei rund 75 Millionen US-Dollar. Im Vergleich dazu sehen Gold-Futures und Öl-Futures einen entsprechenden Durchschnitt von 63 Mrd. US-Dollar und 145 Mrd. US-Dollar auf täglicher Basis. Das sagt mir, dass die institutionellen Investoren sich noch immer im Hintergrund halten und dass emotionale Privatanleger nach wie vor die Kurse bestimmen.

Warum wetten sie nicht gegen Bitcoin? Wenn jemand diese Antwort wüsste, hätten wir nicht annähernd diese Volatilität bei Bitcoin. Ich nehme an, dass die Emotionen von Privatanlegern größtenteils dafür verantwortlich waren, Bitcoin zu neuen Höchstständen zu treiben und das können die institutionellen Investoren nicht kontrollieren. So wie es gefährlich sein kann, zu versuchen, „ein fallendes Messer zu fangen“, so kann es kurzfristig genauso gefährlich sein, vor einer rasenden Lokomotive zu stehen.

Es gibt auch eine Reihe von offenen Fragen in Bezug auf Bitcoin, die die Krypto-Währung nach oben oder nach unten schicken könnten. Zum Beispiel ist die Regulierung von Bitcoin in den Vereinigten Staaten nach wie vor unsicher. Wird die amerikanische Regierung zulassen, dass dieser Vermögenswert gesetzliches Zahlungsmittel wird, oder könnte sie sich dafür entscheiden, gegen die Krypto-Währung vorzugehen, wie es Südkorea und China getan haben? Ohne diese Antwort wäre es für institutionelle Anleger unklug, Geld zu riskieren.

Mache keinen Fehler: Bitcoin befindet sich immer noch in einer Blase

Jedoch hat die Tatsache, dass ich mich geirrt habe, wann Bitcoin einbrechen würde, nichts an meiner Meinung geändert, dass es irgendwann in der Zukunft knallen wird.

Möglicherweise ist das größte Problem, das ich mit Bitcoin habe, sein Fokus. Während sich die meisten virtuellen Währungen voll und ganz auf die Entwicklung ihrer Blockchain konzentrieren, scheint Bitcoin zufrieden zu sein und zu einem Medium der Zahlungserleichterung zu werden. Es ist gut,  die virtuelle Währung für Händler zu sein, aber es wäre deutlich lukrativer die Blockchain von Unternehmenskunden zu sein.

Hinzu kommt, dass es in der Öffentlichkeit immer noch viel Verwirrung darüber gibt, was Bitcoin ist und wofür es verwendet werden kann. Eine LendEDU-Umfrage von vor einigen Monaten ergab, dass fast sechs von zehn Befragten nicht einmal wussten, dass Bitcoin in den USA legal ist. Dieser Mangel an Verständnis dient als Warnung für die Investoren, dass Emotionen den Kurs von Bitcoin anscheinend höher treiben als der eigentliche greifbare Wert hinter der Kryptowährung.

Und als ob das noch nicht genug wäre, haben wir in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Beispiele dafür gesehen, dass neue Technologien nicht so schnell von den Unternehmen angenommen werden, wie die Investoren es sich erhofft hatten. Vom 3D-Druck über die Dekodierung des menschlichen Genoms bis hin zum Business-to-Business-Commerce im Internet wurden Blasen kreiert und platzten, weil die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Die Einführung virtueller Token und der Blockchain-Technologie könnte dasselbe Schicksal ereilen.

Mein Vorschlag: Abstand halten.

The Motley Fool empfiehlt Cboe Global Markets und CME Group.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 21.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt Cboe Global Markets und CME Group.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 21.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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