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Tencent und JD.com investieren 863 Millionen Dollar in diesen Underdog

Foto: The Motley Fool

Die chinesischen Tech-Giganten Tencent (WKN:A1138D) und JD (WKN:A112ST) investierten kürzlich insgesamt 863 Millionen US-Dollar in den E-Tailer Vipshop (WKN:A1JVJQ). Tencent kostet eine 7 %-Beteiligung 604 Millionen US-Dollar, während JD.com die restlichen 259 Millionen aufbringen wird, um seine bestehende Beteiligung von 2,5% auf 5,5% zu erhöhen.

Vipshop-Aktien stiegen nach der Ankündigung um mehr als 40 %. Schauen wir uns einmal genauer an, warum Tencent und JD.com in das Unternehmen investiert haben und was das für den E-Commerce-Marktführer Alibaba (WKN:A117NME) bedeuten könnte.

Was macht Vipshop?

Vipshop ist ein kleinerer Business-to-Consumer E-Tailer, der hauptsächlich Bekleidung, Accessoires und andere Produkte über den laufenden Flash-Verkauf vertreibt. Mit einem Marktanteil von 3,5 % ist er nach Alibabas Tmall, JD.com und Suning der viertgrößte B2C-Player in China – in dieser Reihenfolge, so iResearch.

Vipshops Flash-Verkaufsmodell ist überraschend widerstandsfähig im Wettbewerb mit den größeren Konkurrenten geblieben. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) stieg um 11 % jährlich auf 643 Yuan (98 US-Dollar) im letzten Quartal, aufgrund der höheren durchschnittlichen Ticketgrößen und Einkaufsfrequenzen.

Die Gesamtzahl der aktiven Kunden stieg in den letzten 12 Monaten um 22 % auf 6,5 Millionen, da das Unternehmen in neue Produktkategorien wie Pharmazeutika expandierte. Die Zahl der Käufe während des Singles Day (11. November), Chinas Äquivalent zum Black Friday, überstiegen 10 Millionen. Die Analysten gehen davon aus, dass Umsatz und Ergebnis von Vipshop in diesem Jahr um 33 % bzw. 43 % wachsen werden.

Warum braucht Tencent Vipshop?

Tencent besitzt WeChat, die populärste Messaging-App in China, sowie die ältere Messaging-Plattform QQ und das soziale Netzwerk Qzone. Es besitzt auch ein riesiges Portfolio an Spielen, darunter League of Legends, Clash of Clans und Beteiligungen an großen Unternehmen wie Activision Blizzard.

Tencent hat WeChat in den letzten Jahren zu einer all-in-one „Super-App“ für mobile Zahlungen, Lieferungen, Spiele und andere Services gemacht. Ein großer Teil dieser Expansion ist ein Vorstoß in die E-Commerce-Branche, wo multimediale Werbekampagnen und In-App-Shops lanciert werden.

Viele große Marken – darunter Longchamp, Burberry und Louis Vuitton von LVMH – verkaufen jetzt Waren auf WeChat. Einige andere testen Flash-Verkäufe auf der Plattform, zusätzlich werden Zahlungen über WeChat Pay abgewickelt. Aber damit diese Plattform florieren kann, braucht mehr Verbündete – wie JD und Vipshop – um Alibabas Tmall und Taobao herausfordern zu können..

Tencent und JD sind bereits Verbündete

Tencent hält bereits eine 21%-Beteiligung an JD.com, das seine Plattform in WeChat und QQ integriert. Tencent hat sich vor dem Singles Day Anfang des Jahres mit JD.com zusammengeschlossen, da JD.com die Einkaufshistorien seiner Kunden mit den Daten der WeChat-Nutzer zusammengeführt hat.JD.com verwendet diese Daten, um Vorhersagen und Vorschläge für Kundeneinkäufe zu machen, und hilft Verkäufern, ihre Waren zu bewerben. JD.com gewährt seinen Kunden auch Rabatte in stationären Geschäften, wenn sie WeChat Pay nutzen.

Ein weiterer wichtiger Investor von JD.com ist Wal-Mart (WKN:860853), der einen Anteil von 10 % an JD.com hält. Anfang des Jahres haben JD.com und Wal-Mart ihre Mitgliedschaftsplattformen zusammengelegt, so dass Mitglieder dieselben Rabatte und andere Vorteile bei beiden Händlern erhalten konnten.

Tencent, JD.com, JD.com, Wal-Mart und Vipshop bauen ihre Wettbewerbsvorteile gegen Alibaba aus, indem sie die Barrieren untereinander abbauen. Aber Tmall ist immer noch ein Ungetüm — iResearch schätzt, dass es letztes Jahr fast 57 % des chinesischen E-Commerce-Marktes kontrollierte. JD, an zweiter Stelle, kontrollierte ungefähr 25 %.

Die wichtigsten Take-Aways

Die Kombination aus Tencents 980 Millionen monatlich aktiven Nutzern auf WeChat, JDs 266,3 Millionen jährlich aktiven Kundenkonten und Vipshops 60,5 Millionen aktiven Kunden gibt diesen Unternehmen eine Menge Möglichkeiten, Alibaba wehzutun. Alle drei Unternehmen stehen jedoch noch immer vor einem harten Kampf gegen das sich ständig erweiternde Ökosystem aus Websites, Mobile Payments (Alipay) und Cloud Services.

Dies ist analog zum aktuellen Kampf gegen Amazon.com in den USA: Kleinere Unternehmen schließen sich zusammen und legen ihre Ökosysteme zusammen, aber sie kämpfen immer noch darum, Amazons First-Mover-Vorteil, Markenbekanntheit, Kundenstamm und Preissetzungsmacht zu erreichen. Genau wie Amazon wird Alibaba ein sehr harter Gegner sein, den es zu schlagen gilt.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Board of Directors von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Activision Blizzard, Amazon, JD.com und Tencent Holdings.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 21.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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