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Was Investoren aus den Läden von Aldi in den USA lernen können

Foto: Aldi Inc.

Es war wirklich seltsam.

Ich bin vor Kurzem von Berlin wieder zurück in die USA gezogen. Und als ich ankam, sprach nicht nur ein Familienmitglied, sondern fast die ganze Familie von Aldi. Ja, das Aldi. Das gleiche Aldi, das man in Berlin findet. Naja, fast das gleiche.

Die Aldis in den USA haben den gleichen Namen und die gleiche Marke, aber die Läden sind klar amerikanisiert – große Geschäfte, breite Gänge usw. Trotzdem ist etwas von dem deutschen Touch erhalten geblieben. Du brauchst eine Münze, um einen Einkaufswagen zu nehmen. Du musst eine Einkaufstüte kaufen, wenn du deine nicht mitgebracht hast, und es gibt das gewisse Gefühl, das man hat, wenn man bei Aldi oder Penny einkauft.

Der Punkt ist: Die Amerikaner reden über Aldi, als wäre es die große Neuigkeit. Und obwohl Aldi bereits seit den 1970ern in den USA ist, expandiert es jetzt wie verrückt. Das heißt, es gibt nicht nur viele Aldi-Fialen in den USA, die wirklich neu sind, sondern auch die Marke selbst ist für viele US-Kunden neu.

Das Positive der Aldi-Geschichte für Investoren

Für Investoren gibt es eine positive Seite an der Geschichte von Aldi, wenn es um große und alte Unternehmen geht. Wir wissen, dass Aldi in Deutschland schon Jahrzehnte existiert. Das Unternehmen, welches von den Albrechts gegründet wurde, reicht sogar noch weiter zurück. Man könnte jetzt also denken, dass wir es hier mit einem alten, schalen und langweiligen Geschäft zu tun haben. Solche Unternehmen sind für Investoren nicht gerade aufregend.

Aber die Art, wie meine Freunde und Familie über die Aldi-Läden in den USA sprechen, zeigt, dass das Unternehmen gute Arbeit geleistet hat, sich den US-Kunden gegenüber frisch und neu zu präsentieren. Mit anderen Worten, es zeigt das Potenzial „alter“ Unternehmen, aufregende, neue Konzepte auf den Markt zu bringen, die das Potenzial für ansehnliches Wachstum haben.

Es ist keineswegs einfach, ausländische Märkte zu betreten. Dies gilt besonders, wenn du es mit Konkurrenten wie Walmart (WKN:860853), Kroger (WKN:851544) und Amazon.com (WKN:906866) zu tun hast.

Aber es gibt auch negative Seiten…

“Neu” kann für Kunden aufregend sein. Aber „neu“ hält nicht für immer an. Es ist unvermeidlich, dass etwas Neues mit der Zeit… na ja, nicht mehr so neu ist.

Das ist ein Problem, wenn das Unternehmen seine Kunden nur mit seiner Neuheit anlocken kann. Wenn das so ist, und sich der Neuheitseffekt abgenutzt hat, dann gehen die Kunden wieder dorthin zurück, wo es besser, bequemer oder billiger ist oder sie springen auf das nächste neue Ding auf.

Bevor ich nach Berlin gezogen bin, konnte ich mitverfolgen, wie eine andere Einzelhandelskette in den USA kläglich scheiterte. Tesco (WKN:852647) aus Großbritannien wagte mit seinen Läden Fresh & Easy einen Vorstoß in den US-Markt. Ich war selbst ein großer Fan dieser Läden. Und auch viele Kunden fanden Fresh & Easy aufregend, als es neu war. Aber diese Begeisterung hielt nicht lange genug an, um die Kette in die Gewinnzone zu führen. Tesco zog sich aus den USA zurück und hatte Kosten von mehr als 1 Milliarde GBP. Fresh & Easy musste innerhalb von zwei Jahren zwei Mal Insolvenz anmelden.

Das muss nicht heißen, dass Aldi dieses Schicksal ebenfalls erleidet. Aber es macht deutlich, dass neu zwar aufregend sein kann, aber nicht ausreicht, um als Basis für langfristigen Erfolg zu dienen. Du kannst mit deiner Neuheit am Anfang punkten, aber auf lange Sicht brauchst du einen Wettbewerbsvorteil, mit dem du danach deine Kunden hältst.

Fassen wir zusammen (Es geht nicht wirklich um Aldi)

Ich mag es, in den Aldi-Filialen in den USA einkaufen zu gehen. Aber sonst kümmere ich mich kaum um das Unternehmen. Es ist ein privates Unternehmen, und somit kann man nicht darin investieren.

Was ich aber an dem Geschäft mag, ist, dass es uns daran erinnert, was wir in anderen Unternehmen suchen können, die an der Börse gehandelt werden.

Nämlich, dass ein großes, etabliertes Unternehmen einen großen, neuen Wachstumsschub erhalten kann, indem es etwas Neues macht. Dies könnte eine ganz neue Marke oder Produktlinie sein, die sich unter dem Dach des Unternehmens befindet. Es könnte, wie im Falle von Aldi, das Betreten eines ausländischen Marktes sein (vorzugsweise eines großen Marktes).

Aber wir müssen auch immer daran denken –- siehe Tescos Fresh & Easy — dass “neu” allein nicht genug ist. Einfach neu zu sein, kann gut sein, um die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen. Aber dann muss man etwas Besonderes bieten, um sie zum Wiederkommen zu bewegen – bessere Produkte, bessere Einkaufserlebnisse, niedrigere Preise usw.

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Matt besitzt Aktien von Amazon.com. John Mackey, CEO von Whole Foods Market, eine Amazon Tochtergesellschaft, ist ein Teil des The Motley Fool Vorstands. The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Amazon.

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