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Kann die Porsche SE ihre Dividende 2018 (und darüber hinaus) erhöhen?

Bild: © 2017 Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Die Porsche Automobil Holding (WKN:PAH003) gilt eigentlich als zuverlässiger Dividendenzahler. Allerdings hat die Dieselproblematik von Volkswagen (WKN:766403) zuletzt auch dem Stuttgarter Ankeraktionär zugesetzt. Ich habe mir mal die relevanten Finanzkennzahlen durchgesehen, um einzuschätzen, wie es um den Dividendenausblick steht.

Porsches Makellose Bilanz

Schon der erste Blick auf die Bilanz macht deutlich, dass Porsche grundsätzlich problemlos wachsende Dividenden ausschütten kann. Eine traumhafte Eigenkapitalquote von 99 % macht´s möglich. Zudem steht eine Kreditlinie im Umfang von 1 Mrd. Euro zur Verfügung, welche nicht genutzt wird, weil die Kasse dank einer komfortablen Nettoliquidität in ähnlicher Höhe prall gefüllt ist.

Trotzdem dürfte klar sein, dass es mit der Großzügigkeit vorbei ist, falls der Nettogewinn von VW einbricht. Denn die wesentlichen Erfolgsvariablen von Porsche heißen VW-Aktienkurs und VW-Dividende und die hängen beide stark vom Konzernergebnis des Autoherstellers ab.

Aber wie gesagt, kann Porsche sich die Freiheit nehmen, wie hoch sie ihre Dividende festlegen will. Interessant ist deshalb ein Blick in die Vergangenheit. In den ersten Jahren seit der Abgabe des operativen Porsche-Geschäfts an den Wolfsburger Konzern nach 2012 wurde die Dividende konstant gehalten. Seit Bekanntwerden des Abgasskandals setzte es zwar zunächst Verluste, aber aus der Substanz wurde trotzdem eine stattliche, wenn auch auf die Hälfte gekürzte, Summe in Höhe von über 300 Mio. Euro (1 Euro pro Aktie) ausgeschüttet.

Dividendenrendite mit Luft nach oben

Man kann daher keinesfalls mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass die Dividende steigt, aber 1 Euro pro Aktie als Untergrenze kann man bestimmt annehmen. Schlimmer als bei den Milliardenstrafen der letzten beiden Jahren wird es wohl kaum mehr. 1 Euro würde beim zuletzt stark gestiegenen Kurs von jetzt etwa 72 Euro (Stand: 18.12.) eine Rendite von 1,4 % bedeuten. Nicht gerade berauschend, aber als Minimum immer noch besser als Sparbuch.

Tatsächlich werden allerdings von den Analysten wesentlich höhere Werte erwartet und das aus gutem Grund: Volkswagen hat bisher ein klasse Geschäftsjahr hingelegt. Nach neun Monaten blieb ein operativer Gewinn von über 13 Mrd. Euro übrig und auch in das neue Jahr scheint man mit viel Schwung zu starten. Klar muss man bei VW weiterhin mit unangenehmen Sondereffekten rechnen, welche das Konzernergebnis noch beeinträchtigen könnten, aber allzu viele Sorgen würde ich mir da nicht mehr machen.

Ein gewaltiger Bilanzgewinn

Das sehen die meisten Marktteilnehmer ähnlich: Der Wert des Aktienpakets ist von 26,8 Mrd. Euro Ende 2016 auf 29,3 Mrd. zum 30.09. gestiegen und seither nochmal um 20 % auf über 35 Mrd. hochgeschossen. Das gibt also bestimmt einen super Bilanzgewinn zum 31.12. Einige Monate später regnet es dann Dividenden — rund 30 % der Ausschüttungssumme von VW.

Volkswagen peilt dabei für dieses und die nächsten Jahre nicht nur steigende Gewinne, sondern auch zunehmende Ausschüttungsquoten in Richtung 30 % an. Der größere Teil bleibt allerdings auf absehbare Zeit im Konzern, um das durch den Dieselärger verlorene Kapital wieder aufzuholen und notwendige Zukunftsinvestitionen aus eigener Tasche finanzieren zu können.

Das wiederum macht es für die Wolfsburger einfacher, das Gewinnniveau langfristig zumindest konstant zu halten. Schließlich verbreitern die zusätzlichen Investitionen die Ertragsbasis, während sich gleichzeitig der Anteil des Fremdkapitals reduziert.

Was jetzt noch passieren kann

Alles in allem kann nur eine heftige mehrjährige Krise von VW, wo höher als erwartete Strafzahlungen auf schwache Nachfrage nach neuen Modellen treffen, verhindern, dass Porsche steigende Dividenden zahlen kann. Das halte ich aber für nur wenig realistisch. Vielmehr steht zu erwarten, dass sich die Ausschüttungen ausgehend vom zuletzt schwachen Niveau über die kommenden fünf Jahre geradezu vervielfachen.

Eine Sache gibt es allerdings noch: Die Holding plant ja, die bislang noch auf Sparflamme laufenden Investitionen in weitere Unternehmen zu verstärken, um die Abhängigkeit von VW zumindest ein bisschen zu reduzieren. Bereits seit 2012 ist der vom feinen Bankhaus Rothschild zugestoßene Philipp Alexander Edward von Hagen dafür verantwortlich, ein professionelles Beteiligungsmanagement samt Investmentstrategie aufzubauen. Es wird Zeit für sichtbare Ergebnisse.

Möglicherweise werden zukünftig also größere Teile der liquiden Finanzmittel für Zukäufe eingesetzt. Dass Porsche dann aber kein Geld mehr lockermachen kann, um trotzdem steigende Dividenden zu bezahlen, erscheint mir unwahrscheinlich. Für Einkommensinvestoren gehört die Holding daher definitiv in die engere Auswahl.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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