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Infineons super 2017: Die 3 Dinge, die Investoren wissen müssen

Foto: Infineon

Innerhalb von 5 Jahren hat sich die Aktie von Infineon (WKN:623100) vervierfacht und auch im Laufe dieses Jahres gehört sie wieder zu den stärksten. Mit dem Plus von fast 40 % (Stand 13.12.) seit Anfang 2017 können die Anleger überaus zufrieden sein. Woran liegt es, dass Deutschlands Vorzeige-Tech-Konzern so super unterwegs ist und kann die Erfolgssträhne darauf aufbauend im gleichen Tempo weitergehen?

Hier sind drei wesentliche Aspekte, um die aktuelle Lage von Infineon besser zu verstehen.

Nr. 1: Das Internet der Dinge

Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, Internet der Dinge, Industrie 4.0 und Industrial Internet: Wir mussten in den letzten Jahren ein paar neue Vokabeln lernen. Die haben es in sich, denn sie beschreiben das Zusammentreffen von unterschiedlichen Hightech-Segmenten, um intelligente und hochautomatisierte Lösungen zu schaffen.

Überall werden dafür Chips von Infineon benötigt, egal ob es um Sensorik, Antriebe, Licht, Steuerung, Energiemanagement oder Sicherheit geht. Dabei profitiert Infineon natürlich auch davon, als deutsches Unternehmen besonders kurze Wege zu den international führenden Automatisierungstechnikern zu haben. Gemeinsame Initiativen sind so schnell aufgesetzt.

Dazu passt auch, dass Infineon zunehmend auf System-Know-how setzt, anstatt lediglich anonyme Einzelkomponenten zu liefern. Durch aufeinander abgestimmte Designs und Architekturen samt passender Software können die Bayern sich von der Konkurrenz differenzieren und ihren Kunden und Partnern echten Mehrwert durch die Reduktion von Komplexität bieten.

Nr. 2: Das Fusionsfieber

Allerdings hat sich offenbar branchenweit die Ansicht durchgesetzt, dass es vorteilhaft ist, ein breiteres Leistungsspektrum zu haben, um eben solche integrierten Angebote unter einem Dach schaffen zu können. Fusionen sind fast an der Tagesordnung.

Aktuell kauft Apple (WKN:865985) Finisar, Marvell Technology übernimmt Cavium und Dialog Semiconductor (WKN:927200) hat sich mit Silego Technology verstärkt. Infineons Hauptkonkurrent NXP (WKN:A1C5WJ) verarbeitet noch die Fusion mit Freescale und soll gleichzeitig im Qualcomm (WKN:883121)-Konzern aufgehen, welcher wiederum ein feindliches Übernahmeangebot erhielt.

Was Infineon mit der Anfang des Jahres gescheiterten Wolfspeed-Akquisition angestoßen hatte, entwickelte sich in der Folge zu einem wahren Sturm. Die Anzahl an unabhängigen Marktteilnehmern hat drastisch abgenommen. Von daher wurde auch immer mal wieder diskutiert, ob Infineon geschluckt werden könnte, was sich auf zweierlei Weise positiv auf die Aktie auswirkt: Zum einen direkt, weil Übernahmephantasie kursstützend wirkt und zum anderen indirekt, weil das Management nun besonders motiviert ist, zu beweisen, dass niemand anderes den Konzern besser führen könnte.

„Wir können erfolgreich auf eigenen Beinen stehen“, betont der Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss regelmäßig. Vielmehr will man selbst über kleinere und mittelgroße strategische Zukäufe als Konsolidierer auftreten. Das Konzept geht offenbar auf. Positiv finde ich auch, dass man sich nicht zu überteuerten Deals hat hinreißen lassen, sondern lieber eine günstige Gelegenheit abwartet.

Nr. 3: Die Nähe zu den Autokonzernen

Gemeinsam mit NXP und Renesas führt Infineon auch so den Markt für Automobilhalbleiter an. In zahlreichen Untersegmenten sind die Deutschen dabei klare Nummer 1 mit entsprechenden Größenvorteilen. Alle drei profitieren stark von der zunehmenden Elektrifizierung der Automobile. Mehr Infotainment, mehr Elektromotoren und mehr aktive Sicherheitstechnik – all das benötigt effiziente und besonders zuverlässige Chips. Der Weg hin zum mit Hightech vollgestopften autonomen und elektrisch betriebenen Fahrzeug ist vorgezeichnet.

Ähnlich wie beim Thema Industrie 4.0 verfügt Infineon dabei gegenüber der direkten Konkurrenz über den großen Vorteil, dass Porsche, Audi, BMW (WKN:519000) und Mercedes gerade mal um die Ecke zu Hause sind. Diese Premiumhersteller verbauen fortschrittliche Lösungen meist einige Zeit vor der asiatischen, europäischen und amerikanischen Konkurrenz (Tesla (WKN:A1CX3T) mal ausgenommen) – und das in großem Umfang.

Über die neue Fertigungslinie in Wuxi kann zudem der schnell wachsende elektromobile Massenmarkt in China beliefert werden. Kein Wunder, dass das Management erwartet, dass weitere Marktanteile erobert werden können.

So kann es weitergehen

Klar, wenn die Aktie über so lange Zeit nach oben zieht, dann kann sie kein Super-Schnäppchen mehr sein. Aber Infineon ist ein Top-Unternehmen, das weiterhin von den strategisch klugen Entscheidungen der letzten Jahre profitiert. Der Umsatz kann über die kommenden drei Jahre problemlos um ein weiteres Viertel zulegen und auch ergebnisseitig stehen die Chancen gut. Schon nächstes Jahr könnte die Milliardenschwelle beim Konzerngewinn überschritten werden.

Die Gefahr, dass einer der fusionierten Riesen aus Asien oder den USA das angestammte Geschäft streitig macht, sehe ich dank der außergewöhnlich starken Technologieposition als relativ gering an. Dafür spricht auch, dass beispielsweise beim autonomen Fahrzeug fast alle Protagonisten auf eine Partnerschaft mit Infineon bauen. In Verbindung mit den langfristig guten Aussichten auf praktisch allen Zielmärkten gehört Infineon für mich immer noch zu den bevorzugten Titeln im DAX.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Tesla. The Motley Fool besitzt Aktien von Qualcomm und die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt BMW und NXP Semiconductors.

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