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Ich liebe diese Charts

Foto: Getty Images

Das Wall Street Journal veröffentlichte vor Kurzem einen Artikel, in dem es hieß, dass die Ökonomen „nicht optimistisch genug sein können“.

Der Artikel befasste sich mit dem Citigroup Economic Surprise Index (CESI), der ein Maß für die Differenz zwischen der tatsächlichen Wirtschaftsleistung und den Prognosen der Ökonomen ist. Wenn der CESI positiv ist, bedeutet dies, dass die Wirtschaft besser abschneidet als erwartet. Wenn er negativ ist, entwickelt sich die Wirtschaft schlechter als erwartet.

So einfach ist das.

Wir sollten uns als Investoren dafür interessieren, denn die Ergebnisse der CESI sind in letzter Zeit durchweg positiv. Und zwar unabhängig davon, ob wir Europa, die USA oder die entwickelten Märkte als Ganzes betrachten. Besonders hervorzuheben sind jedoch die Messwerte aus Europa.

Zum einen befindet sich der europäische Index nun auf dem höchsten Stand seit 2010 — das heißt, die Wirtschaft entwickelt sich deutlich besser als von den Ökonomen erwartet. Aber es kommt noch besser. Wie das Wall Street Journal bemerkte: „Der CESI der Eurozone liegt seit Ende September 2016 über Null, das ist die längste positive Entwicklung, die in den FactSet-Daten seit 2003 verzeichnet wurde.“

Das ist keine Überraschung!

Ich finde solche Daten interessant, aber nicht sonderlich überraschend. Ökonomen, die versuchen, die Verwicklungen, Wendungen und Kapriolen der Wirtschaft auf einer relativ kurzfristigen Basis — das heißt 12 Monate oder weniger — vorherzusagen, haben eine fast unlösbare Aufgabe.

Es versteht sich von selbst, dass nach relativ schweren wirtschaftlichen Zeiten die Prognosen pessimistisch bleiben. Das ist nur menschlich.

Aber die Ökonomen haben meine ganze Anerkennung, dass sie es überhaupt versuchen.

Das ist auch der Grund, warum ich oder andere Fools gar nicht erst versuchen, kurzfristige wirtschaftliche Vorhersagen zu treffen. Sicher, wir nehmen zur Kenntnis, was in der Wirtschaft vor sich geht. Aber zu erraten versuchen, wo das BIP oder die Arbeitslosigkeit in sechs Monaten stehen werden, gehört nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.

Der Grund, warum ich mich nicht damit beschäftige

Wenn ich den Leuten erzähle, wie wenig ich mich um kurzfristige Börsenbewegungen und Prognosen sorge, höre ich oft so etwas wie: Aber wirtschaftliche Leistung ist wichtig für die Unternehmen, in die wir investieren!

Was natürlich stimmt.

Aber als Foolishe Investoren investieren wir nicht für die nächsten sechs Monate. Oder sogar die nächsten 12 Monate. Wir denken darüber nach, wie sich unsere Unternehmen in den nächsten fünf Jahren entwickeln werden. Oder in den nächsten 20 Jahren.

Einzelne Unternehmen werden sich zwar in diesen langen Zeiträumen prächtig entwickeln oder scheitern, die Entwicklung der Gesamtwirtschaft ist aber nicht ganz so unbeständig.

Ich möchte dir gerne bildlich zeigen, was ich meine. So sah das reale Bruttoinlandsprodukt Deutschlands seit 1991 aus:

Ein ähnliches Bild sehen wir bei der industriellen Produktion in Deutschland seit 1960:

Oder wir können uns das BIP in der Europäischen Union seit 1995 anschauen:

Oder die Vereinigten Staaten, und bis 1947 zurückgehen:

Wir können in diesen Diagrammen das Auf und Ab sehen. Aber wenn wir einen Schritt zurück machen, um das große Ganze zu betrachten, ist eines klar: Im Laufe der Zeit sind diese großen Volkswirtschaften kontinuierlich gewachsen.

Und wenn wir uns die wichtigsten Aktienindizes anschauen, sehen wir, dass sich dies in ihrer langfristigen Ausrichtung widerspiegelt.

Die eigentliche Frage ist natürlich …

Was machen wir als Investoren damit?

Eine einfache Antwort wäre, einfach in einen Low-Cost-Indexfonds zu investieren und sich auf das langfristige Wachstum der nationalen und internationalen Wirtschaftssysteme zu verlassen, um die Börsen im Laufe der Zeit nach oben zu treiben.

Das ist ein sehr guter Ansatz. Warren Buffett hat ihn vorgeschlagen. Und Investment-Legende Jack Bogle hat seine Karriere auf dieser Idee gegründet.

Es gibt aber noch eine andere Antwort. Es ist die rentablere Antwort, die den Investoren zur Verfügung steht, die bereit sind, ein wenig mehr Arbeit zu leisten. Daher wollen wir die besten Unternehmen finden. Das heißt, die Unternehmen, die nicht nur mit der Gesamtwirtschaft wachsen, sondern auch einen überdimensionalen Anteil an diesem Wachstum haben werden.

Denn ich bin zwar zuversichtlich, dass die Wirtschaft im Laufe der Zeit weiter wachsen wird, ich weiß aber auch, dass nicht jedes Unternehmen sich gleich gut entwickeln wird. Einige werden scheitern. Viele werden durchschnittlich sein und grundsätzlich mit der Gesamtwirtschaft wachsen. Aber einige werden schneller wachsen — und einige viel schneller als der Rest.

Wie sehen diese „besseren“ Unternehmen aus?

Einige Unternehmen können dieses Wachstum erzielen, weil sie einfach so viel besser sind als ihre Konkurrenten. Sie haben ein besseres Produkt oder eine bessere Dienstleistung, ein intelligenteres Management oder eine bessere und stärkere Beziehung zu ihren Kunden.

Einige Unternehmen wachsen wie verrückt, weil sie innovativ sind und eine schnell wachsende Industrie bedienen. Das könnten heutzutage E-Commerce, künstliche Intelligenz oder die moderne Medizin sein.

Es gibt noch andere Unternehmen, die in der Lage sind, dies zu tun, weil sie extrem versiert darin sind, wie sie ihr Kapital einsetzen. Stell dir ein bestimmtes „Unternehmen A“ vor, das Gewinne erwirtschaftet und diese entweder untätig in der Bilanz lässt oder diese Gewinne in schlecht geplanten Projekten einsetzt. Dann stell dir vor, dass „Unternehmen B“ seine Gewinne nimmt und je nach den aktuellen Möglichkeiten diese Gewinne in Wachstumschancen oder neues Geschäft reinvestiert, Aktien zurückkauft oder das Kapital in Form von Dividenden an die Investoren zurückgibt. Im Laufe der Zeit werden die Renditen von Unternehmen B die Renditen von Unternehmen A weit hinter sich zurück lassen.

Ein konkretes Beispiel dafür, wie diese „kluge Reinvestition des eigenen Kapitals“ funktionieren kann, ist Berkshire Hathaway, wo Warren Buffett und Charlie Munger seit Jahrzehnten genau das tun.

Es spielt keine Rolle, wie ein Unternehmen herausragendes Wachstum generiert

Bei The Motley Fool ist es uns egal, wie ein Unternehmen sein herausragendes Wachstum erzielt. Wir wissen, dass jeder dieser Ansätze zu herausragenden langfristigen Renditen für die Investoren führen kann.

Das Geheimnis? Natürlich Geduld haben. Diese Strategien — besonders zB schnellenwachsende Unternehmen — kann zu schnellen Gewinnen führen. Aber die großen Gewinne? Die brauchen Zeit.

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Matt besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und empfiehlt Berkshire Hathaway.

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