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Die Siemens-Aktie: 3 Dinge, die Investoren für 2018 wissen müssen

www.siemens.com/presse

Für Siemens (WKN:723610) und den Chef Joe Kaeser wird 2018 zum Jahr der Wahrheit. Jetzt muss sich zeigen, dass die strategischen Weichenstellungen tatsächlich die erhofften Resultate bringen. Damit die Aktie neue Rekordstände erklimmen kann, werden jetzt drei Dinge besonders wichtig:

Nr. 1: Gelingt ein erfolgreicher Portfolioumbau?

Die Maßnahmen zur Schaffung eines flexiblen Flottenverbands sind weiterhin in vollem Gange. Zuletzt wurden die Windturbinen, die automobile Antriebstechnik und die großen Batteriespeicher in die (teilweise) Unabhängigkeit entlassen, während die mechanischen Antriebe eigenständig unter dem Konzerndach aufgestellt wurden.

Jetzt sind der Börsengang von Healthineers und die Fusion mit Alstom dran. Die beiden Transaktionen werden das Management wohl das ganze Jahr 2018 über auf Trab halten. Jedes Detail kann Werte schaffen oder vernichten und sowohl das Marktumfeld im Fall der Gesundheitssparte als auch die Behörden im Fall des Schienenverkehrs müssen positiv mitwirken, damit Siemens ein optimales Ergebnis für sich und die Aktionäre herausschlagen kann.

Anfang dieses Jahres habe ich auf Anlagealternativen verwiesen und geschätzt, dass Healthineers mit 20 bis 30 Mrd. Euro bewertet werden könnte. Andere Marktbeobachter gehen hingegen sogar von bis zu 40 Mrd. aus. Bringt der Konzern 25 % seiner Anteile an die Börse, dann fließen ihm entsprechend 5 bis 10 Mrd. Euro zu; bei 50 % minus einer Aktie wäre es das Doppelte. Schon allein daran sieht man, um wie viel es geht und es verwundert nicht, dass die Verantwortlichen nichts unversucht lassen, um die Tochter hübsch zu machen. Sobald im Frühjahr der Börsenprospekt veröffentlicht wird, sehen wir klarer.

Was die geplante Hochzeit mit Alstom angeht, sehe ich zwar langfristig ausgezeichnete Perspektiven, aber den Deal einzutüten wird kein Zuckerschlecken. Trotz politischer Rückendeckung ist mit streiklustigen Arbeitnehmern auf beiden Seiten des Rheins, Eitelkeiten bei den beiden Verlobten sowie erheblichen Bedenken von Kartellbehörden zu rechnen.

Als wäre das alles nicht genug, hat Siemens sich in diesen Wochen auch noch ein Imageproblem ins Haus geholt. Die Entscheidung, im schwächelnden Power & Gas-Segment in großem Umfang Stellen zu streichen, kam nicht gut an in der Öffentlichkeit. Hier muss der eng mit dem öffentlichen Sektor verflochtene Konzern eine balancierte Lösung finden, um keine bleibenden Schäden zu hinterlassen, gerade wenn man auch an die komplizierte Kombination mit Alstom denkt.

Nr. 2: Kommt jetzt richtig Schwung in die Elektromobilität?

Siemens hat 2017 kraftvolle Initiativen auf den Weg gebracht, um die Elektrifizierung der Mobilität voranzutreiben. Egal ob es um die Erzeugung und Speicherung von Erneuerbarer Energie, das intelligente Management im Stromnetz, den Aufbau der Ladeinfrastruktur oder die Entwicklung von effizienten Antrieben geht, versuchen die Münchener mit Hochdruck Hürden abzubauen.

Selbst die Fertigung von Elektromodellen wird in Form des schwedischen Start-ups Uniti unterstützt. Zwar wird der richtige Durchbruch bei den Absatzzahlen von Elektroautos erst für 2019 oder gar 2020 erwartet, aber bei Siemens werden sicherlich bereits im Vorfeld Aufträge reinflattern. Die Frage ist allerdings in welchem Umfang.

Werden die Netzbetreiber massiv intelligent aufrüsten, um auf abrupt steigende Anforderungen vorbereitet zu sein oder zögern sie diese Investitionen noch hinaus? Kommt das Wachstum der Nachfrage nach Windturbinen zurück, um den zusätzlichen Bedarf nach sauberer Energie decken zu können? Setzen sich gigantische Batteriespeicher, wie sie das Joint Venture Fluence anbietet, durch oder setzen Energieversorger doch eher auf alternative Technologien wie Schwung- oder Luftdruckspeicher? Kann der Elektromotor-Partner Valeo (WKN:854052) eine starke Marktposition erobern und behaupten?

An jeder Frage hängen schon im Jahr 2018 Milliarden. Es wird somit deutlich, wie viel zukünftiges Geschäft der Münchener am elektrifizierten Fahrzeug hängt. Sollten Verbrenner aus irgendeinem Grund eine Lebensverlängerung erhalten und die Nachfrage nach Elektrischem lau bleiben, dann wird sich das in den Ergebnissen niederschlagen, denn Siemens ist auf starkes Wachstum programmiert. Enttäuschte Erwartungen würde wahrscheinlich herbe Abschreibungen auf Investitionen bedeuten.

Nr. 3: Kann das Digitalportfolio seinen Ansprüchen gerecht werden?

Nachdem sich Siemens von einer Menge „Ballast“ befreit und auf der anderen Seite große Summen in Software-Zukäufe investiert hat, steigt nun der Erfolgsdruck im Digitalbereich enorm.

Allerdings hat man sich viele Einzelbausteine ins Haus geholt, die nicht zwingend gut aufeinander abgestimmt sind. Folglich müssen große Anstrengungen unternommen werden, um daraus ein großes Ganzes zu schaffen und den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu verteidigen. Die schläft nämlich nicht: Schneider Electric (WKN:860180) ist gerade dabei, selbst über die Zusammenlegung der britischen Aveva (WKN:A1W0MM) ein schlagkräftiges Digitalbusiness zu schaffen. ABB (WKN:919730) hat sich mit B&R verstärkt und mit Ability einen ambitionierten Digitalgeschäftsbereich gebildet.

Große Hoffnungen, um sich von den Rivalen abheben zu können, liegen auf MindSphere, „das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem“. Dafür wird das Ecosystem rapide ausgebaut. Sowohl erstklassige IT-Konzerne gehören dazu als auch eine Vielzahl von innovativen Start-ups. Ende November wurde mitgeteilt, dass die Software AG (WKN:330400) dabei helfen wird, das Angebot populär zu machen.

Nachdem Mindsphere nun auch auf den führenden Cloud-Plattformen von Amazon (WKN:906866) und Microsoft (WKN:870747) läuft und der Lösungspartner SAP (WKN:716460) seinerseits mit der Leonardo-Innovationsumgebung aggressiv in den Markt drängt, wird es Zeit, mit dem Thema Industrie 4.0 Geld zu verdienen. Schon im Laufe des Jahres 2018 wird sich abzeichnen, ob Siemens hier wirklich ein Volltreffer gelungen ist oder ob die Konkurrenz ihr das große Geschäft vermiesen kann.

Ein weiteres richtungsweisendes Jahr

Die Reise zum hochdigitalen und -elektrifizierten Flottenverband wirkt aussichtsreich, bringt aber auch Risiken mit sich. Die Ausgliederungen könnten höhere Kosten verursachen und weniger einbringen als gedacht, die Elektromobilität könnte langsamer als erwartet verlaufen und Innovationen von Dritten könnten ein geplantes Geschäft streitig machen.

2018 geht es daher um zweistellige Milliardenbeträge, mit denen es besser oder schlechter laufen kann. Siemens-Aktionäre und diejenigen, die es vielleicht werden wollen, sollten lieber die Augen offenhalten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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