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Die etwas andere Weihnachtsgeschichte für Aktionäre über Josef, Aktien und den Bitcoin

Foto: Getty Images

Hier geht es nicht um Erzählungen im Neuen Testament zur Geburt Jesu von Nazaret, sondern um eine Geschichte zum Nachdenken für Aktionäre in der heutigen Zeit.

Josef wird Aktionär

Josef arbeitet als Sachbearbeiter im Öffentlichen Dienst und schuftet dort hart für sein Geld. Jeden Monat legt er etwas auf die hohe Kante und spart sich so ein kleines Sümmchen für unsichere Zeiten an.

Josef hat sein Geld auf einem Sparkonto und trauert den Hochzinsphasen der Vergangenheit nach, denn die Zinsen sind einfach zum Heulen. Sein Banker fragte ihn jüngst halb im Spaß, ob er denn bereit wäre, eine Gebühr für sein deponiertes Geld bei der Bank zu bezahlen.

Daraufhin wurde Josef so wütend, dass er sich Gedanken um andere Anlageformen machte. Er wühlte in vielen Fachzeitschriften, las Tag und Nacht über Geldanlage in Immobilien, in Aktien, in andere Währungen, in Gold und Silber und sogar in Teakholz-Plantagen.

Letztlich kam er zu dem Ergebnis, dass derzeit Kryptowährungen wie der Bitcoin nur den Weg nach oben kennen und er viel Geld damit verdienen könnte. Auch Aktien haben sich 2017 gut entwickelt und warum nicht auch ein bisschen Geld in Unternehmen investieren?

Gesagt, getan kauft sich Josef für die Hälfte seines Geldes Bitcoins und für die andere Hälfte Aktien von einem Unternehmen, das im Internet von einem Analysten als der Highflyer der kommenden Jahre beschrieben wird.

Josef schaut jeden Tag auf die Kurse

Josef ist aufgeregt und kann kaum schlafen, denn er freut sich schon auf die satten Renditen seiner mutigen Investitionen. Aber er hat auch ein wenig Angst, denn Josef ist nicht dumm und weiß, dass Kurse auch fallen können.

So schläft er nachts immer schlechter und träumt von schwarzen Freitagen. Selbst das Frühstück schmeckt ihm nicht mehr, da er nur noch an seine Aktien und Bitcoins denken kann. Sofort nach dem Erwachen macht er sein Handy an und kontrolliert die Kursentwicklung.

Seine Frau Maria wird immer nachdenklicher und fragt sich, warum sie dem nur zugestimmt hatte. Josef spricht kaum noch mit ihr und liest immer nur die neuesten Nachrichten zu Kryptowährungen und seiner geliebten Aktie. Wo ist die Liebe zwischen den beiden geblieben?

Und ihr kleiner Sohn Jesus guckt auch immer verdutzt, wenn er mit Papa mal spielen will. Denn Josef sagt nicht wie früher immer ja zum gemeinsamen Toben, sondern schickt ihn immer öfter weg und mahnt: „Du musst auch lernen, mal allein etwas zu spielen.“

Die ersten Tage laufen ganz gut an, denn der Bitcoin-Kurs schwankt zwar immer enorm, aber meist liegt er deutlich im Plus. Auch seine Aktie nimmt nach der positiven Meinung des Internet-Analysten Fahrt auf und steht 10 % im Plus.

Josef ist glücklich und ärgert sich zugleich, nicht schon vorher diesen Weg eingeschlagen zu haben. Er erzählt Freunden davon, wie einfach es doch ist, sein Geld für sich arbeiten zu lassen und dass jeder mit einem Sparkonto doch wirklich dämlich sei.

Josef wird nervös

Eines Morgens wacht Josef auf, macht sein Handy an und bekommt fast keine Luft mehr. Der Bitcoin ist eingebrochen, sodass Josef derzeit 30 % unter seinem Kaufkurs liegt. Schweißperlen benetzen seine Stirn und sein Herz scheint in seinem Hirn zu schlagen anstatt in seiner Brust.

Schnell macht er sich Kaffee und lenkt sich mit Jesus ab, dem er einen Nutella-Bart verpasst und ihm den Spiegel vorhält. Jesus lacht herzlich und auch Josef geht das Herz auf. Doch immer wieder holen ihn die Gedanken an den Bitcoin ein.

Die nächste Nacht schläft er fast gar nicht, und am Morgen macht er wieder sein Handy an und sieht eine ad-hoc Meldung des Unternehmens, dessen Aktie doch ein Highflyer sein sollte. Statt guter Meldungen sieht er eine Gewinnwarnung, die natürlich auch den Aktienkurs zum Einbrechen brachte.

Josef hat pure Angst und kann nicht mehr denken. Seiner Maria erzählt er erst einmal nichts, denn er will sie nicht beunruhigen. Wie kommt er jetzt aus der Sache raus? Alles verkaufen, durchhalten, umschichten?

Josef wird ein besserer Investor

Josef geht erst einmal joggen, um sich von diesem Schock zu erholen und den Kopf frei zu bekommen. Nach der Dusche entschließt er sich dann, mit Maria alles zu besprechen und eine Lösung zu finden.

Nachdem Maria alles erfahren hatte, sagte sie zu Josef nur: „Halt durch und warte erst einmal ab, wie sich das weiter entwickelt. Und dann lass uns mal überlegen, wie wir ohne viel Stress etwas Sinnvolles mit unserem Geld anstellen können.“

Tatsächlich sieht eine Woche später die Welt schon wieder anders aus, denn Josef hat den Bitcoin zu demselben Preis verkaufen können, den er ursprünglich bezahlt hatte. Die Aktie war immer noch im Keller, aber er und Maria beschlossen, erst einmal noch abzuwarten.

Schnell fanden Maria und Josef auch in Gesprächen heraus, dass sie entscheidende Fehler bei ihrer Geldanlage gemacht hatten. Nach der Recherche bei „The Motley Fool“ und auch anderswo fanden sie immer wieder warnende Stimmen zum Thema Bitcoin, sodass sie diese Art der Geldanlage zukünftig vermeiden wollten.

Auch fanden sie heraus, dass es zu ihrer Highflyer-Aktie durchaus unterschiedliche Meinungen gab, sodass sie auch hier künftig besser recherchieren wollten. Der größte Fehler aber, den sie gemacht hatten, war auf nur eine Aktie statt auf vielleicht 10 zu setzen und damit das Risiko zu streuen. Auch hatten sie noch nie von einem Stopp-Kurs gehört.

Daneben fiel ihnen auf, dass sie auch gar nicht wussten, wie man Unternehmen bewerten sollte. Sind Kurse zu hoch oder zu niedrig verglichen mit den Kennzahlen der Unternehmen? Sollten sie lieber in Dividendenaktien oder Wachstumsaktien investieren?

Beide beschlossen daraufhin, nur langfristig in mehrere solide Unternehmen zu investieren und nicht in Panik zu verfallen. Zudem wollten sie Empfehlungen nicht mehr blind vertrauen, sondern selbst lernen, Unternehmen zu bewerten.

Ihre Highflyer-Aktie stieg in den kommenden Monaten wieder etwas an, sodass sie sie zwar mit Verlust verkauften, aber das hohe Risiko los waren. Von ihren neuen Aktien waren sie voll und ganz überzeugt, sodass sie die Kurse nur gelegentlich verfolgten und ruhig schlafen konnten.

So lebten sie wieder glücklich als Familie zusammen und konnten sich trotz Marktschwankungen über eine Vermehrung ihres Geldes freuen, die das Sparbuch zur Lachnummer werden ließ.

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