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Der womöglich schlimmste Fall beim Investieren (oder: Die traurige Geschichte des Tim P. Echvogel)

Foto: Getty Images

Viele Deutsche lassen sich einiges an Rendite entgehen, weil sie Angst vor dem Investieren in Aktien haben. Zu groß ist scheinbar das Risiko, dem man sein Geld aussetzt. Einigen ist es daher lieber, auf Rendite zu verzichten, um nicht der Volatilität ausgesetzt zu sein.

Aber ist diese Angst berechtigt? Um das herauszufinden, betrachten wir nun die traurige, ja gar niederschmetternde, wenngleich auch fiktive Geschichte des Tim P. Echvogel. Denn Tim hatte es wirklich nicht leicht…

Tim hatte große Ambitionen, aber leider kein Glück

Wir befinden uns im Februar des Jahres 2000. Tim wurde vom Börsenfieber angesteckt und möchte nun langfristig in Aktien investieren. Aber anders, als auf einzelne, gehypte, ausgewählte Titel, beispielsweise die Telekom (WKN: 555750) zu setzen, denkt Tim ein bisschen defensiver. Tim möchte nämlich sein Risiko verteilen und investiert breit gestreut in alle DAX-Werte. Zum Zeitpunkt seiner ersten Investition liegt der Kursindex des DAX bei 5939 Punkten. Was Tim nicht weiß, ist, dass das für lange Zeit ein einsames Rekordhoch bleiben soll.

Und so rutscht Tim im Zuge der Dotcom-Blase gehörig in die Miesen. Einen ungünstigeren Einstand hätte Tim wahrlich nicht bekommen können. Tim grämt sich ein wenig und wendet sich in der Folge zunächst von der Börse ab. Er vergisst seine Investition für eine lange Zeit, allerdings ohne zu verkaufen…

Wir springen nun in den Dezember des Jahres 2007. Tim bekommt mit, dass die Börsen in letzter Zeit wieder etwas besser gelaufen sind, also will er erneut einen Teil seines Ersparten in den DAX investieren. Quasi, um vom momentanen Aufschwung zu profitieren. Doch leider hat Tim wieder einmal Pech, denn er steigt zu einem Zeitpunkt ein, an dem der DAX-Kursindex bei 5.227 Zählern steht. Es folgt die Finanzkrise. Die Aktienkurse brechen erneut massiv ein und Tim verlässt erzürnt wieder einmal für lange Zeit die Welt von Aktien und Börse. Er schwört zunächst, nie wieder eine Aktie zu kaufen, so sauer ist er, als er das Ausmaß des Dilemmas mit ansieht. Dennoch verkauft er wieder nicht.

Lange Zeit wird sich Tim an sein sich selbst auferlegtes Börsenverbot halten. Bis zum März 2015. Tim hat wieder einmal die gute Stimmung an den Börsen vernommen und fasste nach langem, reiflichem Überlegen den Entschluss, der Börse eine letzte Chance zu geben. Er steigt bei einem Kursniveau von 6.137 Zählern ein drittes Mal in den DAX ein, nur um kurz danach wieder festzustellen, dass die Börsen erneut kräftig nachgeben. Tim ist nun ordentlich angefressen, gar regelrecht erzürnt und bereut, ein drittes Mal auf Mr. DAX hereingefallen zu sein. Verkaufen will er mit diesen Verlusten jedoch ebenso nicht. Im Grunde genommen schreibt er das Geld stillschweigend voll und ganz für sich als Lehrgeld ab und möchte nur noch teilnahmslos irgendwann einmal begutachten, was aus seiner Missetat geworden ist.

Heute schaut Tim erneut in sein Portfolio…

Wir befinden uns jetzt in der Gegenwart, genauer gesagt haben wir den 08.12.2017. Nach weiteren 2,5 Jahren, in denen sich Tim ein ums andere Mal über sein Börsenpech gegrämt hat, beschließt er, dem ganzen Leid ein Ende zu setzen. Tim möchte ein für alle Mal mit der Börse Schluss machen und sich von seinen vermeintlichen Verlustpositionen trennen.

Tim loggt sich also in seinen Broker ein und stellt fest… der DAX-Kursindex befindet sich bei 6.258 Zählern. Tim traut seinen Augen kaum. Trotz des größtmöglichen Pechs, das er als diversifizierter DAX-Investor nur haben konnte, steht der DAX-Kursindex heute höher als bei jedem seiner unglücklich gewählten Einstiegskurse. Zudem kann sich Tim über Jahr für Jahr eingetrudelte Dividenden freuen, die ihm eine beachtliche Rendite gebracht haben.

Tim überlegt daher, ob er nun wirklich alles veräußern und der Börse den Rücken kehren will. Er hat ja schließlich trotz des Einsteigens zu den ungünstigsten Börsenkursen immerhin noch eine Rendite auf seine Investition erhalten.

Vielleicht sollte sich in diese Überlegungen der ein oder andere Sparer hierzulande ebenfalls einklinken und sich ausmalen, was hätte sein können, wenn man nicht zu den schlechtesten Zeitpunkten eingestiegen wäre. So wie der arme, arme Tim P. Echvogel.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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