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2 Gründe, warum es so schwer ist, Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin und andere Kryptowährungen zu bewerten

Foto: Getty Images.

Seit dem Tiefpunkt der großen Rezession im März 2009 hat der breite S&P 500 fast 300 % geschafft. Dies ist eine der besten mittelfristigen Renditen, die die Anleger je gesehen haben, wenn man bedenkt, dass der Aktienmarkt im Durchschnitt eine historische Jahresrendite von 7 % erzielt, einschließlich Wiederanlage der Dividenden und inflationsbereinigt.

Aber Kryptowährungen haben die Börse überholt. Tatsächlich könnte man argumentieren, dass das Sammelsurium virtueller Währungen die Börse gerade Staub schlucken lässt. Seit Beginn des Jahres ist die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen von 17,7 Milliarden US-Dollar auf 300 Milliarden US-Dollar(Stand 29. November) gestiegen, was einer Rendite von fast 1.600 % entspricht. Dies sind Gewinne, die die Investoren in nur 11 Monaten genossen haben (unter der Annahme, dass sie seit Beginn des Jahres dabei sind).

Warum sich die virtuelle Währungen so schnell nach oben bewegen

Es ist schwer, einen einzigen Grund zu nennen, warum die digitalen Währungen so hoch gestiegen sind. Vielmehr scheint es eine Kombination von Faktoren zu sein, die zu ihrem Aufstieg geführt hat.

In erster Linie gibt es eine Menge Aufregung um die Blockchain-Technologie, die den meisten digitalen Währungen zugrunde liegt. Die Blockchain ist das digitale und dezentrale Speichermedium, das für die Erfassung aller Transaktionen ohne Finanzintermediär zuständig ist. Diese Open-Source-Netzwerke gelten als besonders sicher, da es schwierig ist, protokollierte Daten zu ändern, ohne dass es jemandem auffällt. Diese Technologie hat das Potenzial, für die Finanzdienstleistungsbranche ein Wendepunkt zu sein.

Die Leute sind auch an der Verwendung von virtuellen Tokens als eine Form von Peer-to-Peer- und Business-to-Business-Bezahlung interessiert. Eine Handvoll Markenunternehmen begann bereits 2014, Bitcoin, die weltweit beliebteste Kryptowährung, zu akzeptieren, und die Zahl der Händler, die es akzeptieren, ist seitdem gestiegen. Der Online-Händler Overstock.com ist vielleicht der größte Pionier im Bereich Kryptowährungen und akzeptiert Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin, Monero und Dash.

Dann wäre noch die Angst etwas zu verpassen zu nennen. Das beschreibt die emotionale Anziehungskraft der Anleger, in eine schnell wachsende Branche oder Aktie zu investieren aus Angst, große Gewinne zu verpassen. Da Bitcoin in 11 Monaten um mehr als 1.000 % gestiegen ist und die Marktkapitalisierung von Unternehmen wie General Electric und Walt Disney übertroffen hat, wollen die Investoren hier unbedingt dabei sein.

Es gibt zwei Gründe, warum es unmöglich ist, Kryptowährungen richtig zu bewerten.

Aber für jeden Fan der Kryptowährungen gibt es einen Skeptiker, der argumentiert, dass diese virtuellen Währungen nur eine Blase sind. Und die Sache ist die, diese Skeptiker könnten Recht haben. Sie könnten auch falsch liegen. Wir wissen es einfach nicht, denn die Bewertung von Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin und anderen extrem populären Kryptowährungen ist aus zwei Gründen nachweislich unmöglich.

1. Man kann nicht gegen Kryptowährungen wetten (zumindest noch nicht).

Zunächst einmal kann man aus virtuellen Währungen keinen „Markt“ machen. Das bedeutet, dass die Investoren nicht die Möglichkeit haben, das Abwärtspotenzial in Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin oder anderen digitalen Währungen zu nutzen, indem sie gegen sie wetten.

Bei aktienbasierten Vermögenswerten haben Privatanleger und institutionelle Anleger die Möglichkeit, Optionen zu verkaufen oder zu kaufen, die auf einen niedrigeren Kurs setzen. Dies ermöglicht es den Investoren, Geld zu verdienen, unabhängig davon, in welche Richtung sich ein aktienbasierter Vermögenswert bewegt.

Im Gegensatz dazu haben die Investoren mit Kryptowährungen praktisch nur die Möglichkeit, zu kaufen oder zu verkaufen. Es stehen keine großen Optionen für Leerverkäufe zur Auswahl. Möglicherweise könnte die einzige Ausnahme der Bitcoin Investment Trust (WKN:A14S73) sein, der eine relativ feste Menge Bitcoins hält. Die Investoren haben die Möglichkeit, den Bitcoin-Investment-Trust zu verkaufen, um gegen den Preis von Bitcoin zu wetten. Dennoch gibt es nur wenige Möglichkeiten, einen fairen Marktwert zu ermitteln.

Das könnte sich mit Bitcoin bald ändern. Ende Oktober kündigte die CME Group (WKN:A0MW32) ihre Absicht an, noch vor Ende des Jahres Bitcoin-Futures anzubieten. Abgesehen davon, dass neues Geld von institutionellen Anlegern in diesem Bereich fließen könnte, wird es den Anlegern die erste echte Gelegenheit geben, gegen Bitcoin zu wetten. Aber das könnte den Bitcoin-Investoren noch große Schmerzen bereiten.

2. Diese Leute „investieren“ nicht wirklich in virtuelle Währungen.

Der andere Grund, warum es fast unmöglich ist, Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin und andere Kryptowährungen zu bewerten, ist, dass man nicht wirklich in diese Anlagen „investiert“, da sie nicht durch einen realen Vermögenswert gestützt oder messbar gemacht werden.

Wenn du Aktien eines Unternehmens erwirbst, erwirbst du einen Teil des Eigentums an diesem Unternehmen, egal wie klein dein Anteil ist. Es gibt auch Bilanzen, Quartalsberichte und Einreichungen bei der Securities and Exchange Commission, die die Investoren nutzen können, um einen angemessenen Wert für dieses Eigenkapital zu ermitteln.

Dies ist bei virtuellen Währungen nicht der Fall. Der Kauf von Tokens gibt dir keinen Anteil an der Blockchain-Technologie, die Bitcoin oder Ethereum zugrunde liegt. Da diese Währungen keine Rückendeckung durch die Regierung haben, gibt es praktisch nichts Greifbares, um ihre Bewegungen nach oben oder unten zu stützen. Ereignisse, wie z. B. ein neuer Einzelhändler, der diese Wertmarken akzeptiert, können dem Kurs einen Schub geben, aber das ist nicht gerade der konkrete Beweis, den die Investoren normalerweise suchen, wenn sie einen Vermögenswert bewerten.

Während der Futures-Handel in der Lage sein könnte, das oben beschriebene Problem zu lösen, gibt es für dieses Problem keine wirkliche Lösung, da die Dezentralisierung das Kernstück der virtuellen Währung ist.

Lange Rede kurzer Sinn: Du kannst davon ausgehen, dass die Volatilität hoch bleibt und dass die Bewertungen für traditionelle Investoren wenig Sinn machen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Walt Disney. The Motley Fool empfiehlt die CME Group.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams  auf Englisch verfasst und wurde am 05.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können

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