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Fords Plan bei selbstfahrenden Autos: Ein Nutzfahrzeug bis 2021

Foto: The Motley Fool.

Ford Motor Company (WKN:502391) beginnt mit der Erprobung seiner autonomen Fahrzeugtechnologie in mindestens einer Stadt ab 2018 – aber es ist immer noch geplant, bis 2021 zu warten, um seine Technologie auf den Markt zu bringen.

Das sagt Jim Farley, Ford’s Präsident der globalen Märkte. In einem Blog-Post auf Medium skizzierte Farley, wie Ford über die Geschäftsmöglichkeiten denkt, die sich durch selbstfahrende Technologien eröffnen.

Der Weg, den Ford beschreitet, könnte ganz anders aussehen als bei den weltweit führenden Konkurrenten.

Was wir über Fords Pläne wissen

Ford hat vorher gesagt, dass es ein selbstfahrendes Auto von Grund auf neu entwickelt. Das Unternehmen teilte uns mit, dass es sich um einen Hybrid handelt, der in Michigan gebaut wird und bis 2021 auf den Markt kommen wird.

Wir wissen auch, dass Ford in den letzten Monaten gemeinsame Projekte mit Lyft und Dominos Pizza (WKN:A0B6VQ) angekündigt hat; sie scheinen darauf abzielen, besser zu verstehen, was die Kunden von selbstfahrenden Autos erwarten.

Wir wissen auch, dass Ford ein wichtiger Global Player in der Welt der Nutzfahrzeuge ist und dass es wahrscheinlich seine Erfahrung und seine Kundenbeziehungen nutzen wird, wenn es Fahrzeuge mit dieser Technologie entwickelt.

Verglichen mit dem, was wir z. B. über die Pläne von General Motors (WKN:A1C9CM) wissen, ist das nicht viel. Farley bringt etwas Licht ins Dunkel.

Wie Ford sein erstes selbstfahrendes Fahrzeug gestalten wird

Farley sagte, dass das selbstfahrende Auto von Ford um vier „Kernaspekte“ herum konstruiert wird: Es wird so konzipiert sein, dass es auf gewerbliche Zwecke ausgerichtet ist. Dazu gehört eine hohe Laufleistung mit verbesserten Komponenten, die Hunderttausende von Kilometern halten sollen. Hier sollen ähnliche Teile zum Einsatz kommen wie bei den Nutzfahrzeugen von Ford, den Super Duty Pickups und Polizeiautos.

Es wird ein Hybrid sein. Ford ist der Meinung, dass Hybride mehrere Vorteile gegenüber reinen Elektrofahrzeugen haben, die von einigen Konkurrenten (insbesondere GM) befürwortet werden: Hybride haben keine Ausfallzeiten für das Aufladen; sie können Sensoren und Computersysteme mit Strom versorgen, ohne die Reichweite zu beeinträchtigen; und die Technologie ist den bestehenden Betreibern bekannt (und bewährt).

Es wird ein einzigartiges Design sein, das für autonomes Fahren im kommerziellen Einsatz optimiert ist. (Mit anderen Worten, es wird kein modifizierter Ford Fusion wie die Testautos des Unternehmens sein, es wird ein völlig neues Modell sein.

Die selbstfahrenden Systeme werden vollständig in das Fahrzeug integriert – eigens dafür entworfen und nicht in ein bestehendes Modell integriert.

Farley sagte auch, dass Ford im nächsten Jahr „beginnen wird, sowohl unsere selbstfahrende Technologie als auch unser Geschäftsmodell in einer Vielzahl von Pilotprogrammen in der ersten Stadt zu testen, in der wir planen, einen selbstfahrenden Taxi- oder Lieferdienst zu betreiben“.

Was bedeutet das alles? Sei nicht überrascht, wenn Fords erstes selbstfahrendes Auto eher wie ein kleiner Lieferwagen als wie eine Limousine aussieht – eins, das für das Ausliefern von Paketen oder für spezielle Zwecke (wie Pizzalieferung) genutzt werden kann. Wundere dich nicht, wenn wir innerhalb von ein paar Monaten vielleicht schon Prototypen auf den Straßen einer amerikanischen Stadt sehen.

Wird das Angebot von Ford wettbewerbsfähig sein?

Noch ist unklar, wie sich der frühe Markt für selbstfahrende Fahrzeuge entwickeln wird. GM sagte vor kurzem, dass es darauf abzielt, eine ganze Reihe von selbstfahrenden Chevrolet Bolt EVs für den Einsatz in dicht besiedelten städtischen Umgebungen anzubieten, sobald das System als einsatzbereit erachtet wird.

Urban Ride Hailing ist wahrscheinlich ein gutes Geschäftsmodell für selbstfahrende Fahrzeuge. Wenn GM im Jahr 2019 (nach derzeitiger Schätzung) in großem Maßstab startet, könnte das Angebot von Ford dafür schon zu spät sein. Es ist möglich, dass dieser Markt bis 2021 – zumindest in den USA – von GM dominiert wird, und zwar von eine Partnerschaft zwischen Alphabets (WKN:A14Y6F) Waymo und einem Autohersteller, oder beides.

Aber dieses Geschäft wird wahrscheinlich nicht nur ein tragfähiges Geschäftsmodell für selbstfahrende Autos sein. Fords Experiment mit Domino’s, bei dem ein modifizierter selbstfahrender Fusion verwendet wurde, um Pizzen in Ann Arbor zu liefern, zeigte eine andere Möglichkeit – und es wird noch viele andere geben.

Es ist immer gut, wenn man der Erster oder der Zweiter in einem solchen Markt ist. Für Ford, das sehr treue Kunden hat, die der Technologie anfangs skeptisch gegenüberstehen, ist es wahrscheinlich besser, sich Zeit zu lassen.

Auf diese Weise kann es ein autonomes Fahrzeug entwickeln, das das liefert, was seine Kunden als Ford-Erlebnis erkennen, und das von Fords tiefem Verständnis der Nutzfahrzeugkunden und -märkte profitiert.

Ford könnte sich die Chance entgehen lassen, die Stadt mit Taxidiensten zu dominieren. Aber wenn es bis 2021 ein qualitativ hochwertiges Produkt liefern kann, dann wird es, glaube ich, viele willige Kunden finden.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Ford.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und am 07.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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