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3 Wege, wie die künstliche Intelligenz das Wachstum von Amazon ankurbeln kann

Foto: Amazon.

Langsam aber sicher wird die künstliche Intelligenz (KI) zu einem integralen Bestandteil unseres Lebens. Natürlich haben wir noch keine KI-fähigen Roboter, die Besorgungen für uns erledigen, aber die Technologieunternehmen integrieren die Technologie sehr subtil in Dinge, mit denen wir jeden Tag interagieren. Von der Google-Suche über die automatische Markierung von Fotos auf Facebook bis hin zu Gesprächen mit Siri auf dem iPhone.

Unsere Interaktion mit der KI wird mit dem Aufkommen von selbstfahrenden Autos und Servicerobotern wachsen. Dabei könnte dieser Bereich bis 2025 einen Umsatz von 60 Milliarden US-Dollar generieren, verglichen mit nur 1,4 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr, laut Tractica. So ist es nicht verwunderlich, dass der Technologieriese Amazon (WKN:906866) begonnen hat, die künstliche Intelligenz in verschiedene Teile seines Geschäfts zu integrieren.

Werfen wir einen Blick darauf, wie das Unternehmen die Vorteile der künstlichen Intelligenz nutzt, um sich den Konkurrenten gegenüber Vorteile zu erarbeiten.

KI in der Cloud

Amazon ist führend im Cloud-Bereich. Die Tochtergesellschaft Amazon Web Services (AWS) kontrolliert rund 35 % des weltweiten Cloud-Infrastrukturmarktes und versucht, mit Hilfe von KI ihre Führungsposition auszubauen. AWS hat bei den KI-Tools einen Rückstand, aber es hat seine Plattform schnell auf den neuesten Stand gebracht, indem es eine Vielzahl neuer Funktionen hinzugefügt hat.

Laut Bloomberg versuchen die Cloud-Computing-Konkurrenten Microsoft und Google, die Kunden von AWS mit Funktionen zu ködern, die es Entwicklern ermöglichen, KI-Anwendungen in der Cloud zu erstellen, ohne dass sie über eine der erforderlichen Infrastrukturen verfügen. Das könnte möglicherweise Amazons Vorsprung verringern, da der Verkauf von Software, die für die Erstellung von KI-Anwendungen in der Cloud benötigt wird, in den nächsten vier Jahren um 40 % steigen und 2021 8 Milliarden US-Dollar erreichen wird.

Aber Amazon hat diesen Fehler erkannt und arbeitet schnell daran, die Löcher zu stopfen. Es erweitert sein Team von KI-Spezialisten, um Produkte zu entwickeln, die auf AWS eingesetzt werden könnten. Die Ergebnisse sind bereits sichtbar. Innerhalb von nur einem Jahr konnte AWS mit Dienstleistungen wie Lex, Rekognition und Polly aufwarten, die Fähigkeiten wie Sprach- und Text- sowie Bilderkennung mitbringen.

Diese neuen Features haben das Blatt zugunsten von AWS gewendet. Zum Beispiel hat der Versicherungsanbieter Liberty Mutual Berichten zufolge die AWS-Rivalen getestet, da er einen Chatbot bauen wollte. Aber die kommerzielle Verfügbarkeit von Lex auf AWS Anfang des Jahres half Amazon dabei, Liberty als Kunden zu behalten.

Amazon kündigte kürzlich ein maschinelles Lernlabor an, das Experten auf diesem Gebiet mit AWS-Kunden verbinden wird. Diese Experten werden es den Cloud-Kunden von Amazon ermöglichen, geschäftliche Herausforderungen zu erkennen und Lösungen zu entwickeln, die auf maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz basieren.

Der Einsatz von KI in der Cloud wird Amazon dabei helfen, seine Führungsposition in diesem Markt zu behaupten und seinen Umsatz zu steigern.

KI im Einzelhandel

Amazon integriert KI in verschiedene Aspekte seines E-Commerce-Geschäfts, um den Verbrauchern das Einkaufen zu erleichtern. So nutzt das Unternehmen beispielsweise Sensoren, die in seinem Amazon-Go-Konzept genutzt wurden.

Mit Amazon Go will der E-Commerce-Gigant ein Einkaufserlebnis schaffen, das die Notwendigkeit von Kassen und Kassierern eliminiert. Die Verbraucher werden einfach in ein Lebensmittelgeschäft gehen und die gewünschten Artikel abholen. Dabei wird Amazon eine Kombination aus Sensoren und künstlicher Intelligenz verwenden, um die Artikel im Warenkorb der Kunden zu erkennen und schließlich das Amazon-Konto des Käufers zu belasten.

Das Konzept befindet sich derzeit in der Pilotphase, aber es wäre keine Überraschung, wenn Amazon dieses Konzept schließlich im großen Stil auf den Markt bringen würde – vor allem im Hinblick auf die kürzliche Übernahme von Whole Foods Market.

Amazons Echo-Lautsprecher, die von der Sprachassistentin Alexa gesteuert werden, leistet ebenfalls ihren Beitrag zur Steigerung der Online-Umsätze. Laut RBC Capital Markets nutzt die Hälfte der Echo-Besitzer das Gerät täglich, und 17 % von ihnen haben bereits über die Lautsprecher Bestellungen aufgegeben. Es wird erwartet, dass die Echo-Lautsprecher bis 2020 einen Jahresumsatz von 10 Milliarden US-Dollar erreichen werden, so dass Amazon einen zusätzlichen Nutzen aus stärkeren Online-Verkäufen ziehen könnte, wenn mehr Verbraucher Zugang zu diesen Geräten erhalten.

KI kann Amazon helfen, die Kosten zu senken

Amazon gibt viel Geld für den Versand aus. Im letzten Quartal stiegen die weltweiten Versandkosten des Unternehmens im Jahresvergleich um 39 % auf 5,4 Milliarden US-Dollar, aufgrund eines Zuwachses an Mitarbeitern und der Bemühungen die Lieferzeiten zu verkürzen. Im Vergleich dazu stieg der Umsatz von Amazon im Jahresvergleich um 34 %, so dass das Unternehmen diese Position in den Griff bekommen muss, wenn es langfristig profitabel sein will.

Hier könnte die künstliche Intelligenz ins Spiel kommen und Amazon dabei helfen, seine Lieferprozesse zu automatisieren, um schnellere Lieferzeiten bei geringeren Kosten zu erreichen. Anfang des Jahres hat eine Patentanmeldung angedeutet, dass Amazon an selbstfahrenden Lastwagen arbeiten könnte. Ein solcher Schritt könnte Amazon dabei helfen, die Versandkosten zu senken, da das Patent darauf hinweist, dass seine LKWs in der Lage sein werden, die effizientesten Routen im Voraus zu planen und dadurch weniger Zeit im Verkehr verbringen werden.

Diese Technologie könnte zu einer zusätzlichen Einnahmequelle werden, wenn Amazon beschließt, die Technologie an andere Logistikunternehmen zu lizenzieren. Der Fokus des E-Commerce-Giganten auf die Automatisierung des Warenverkehrs ist angesichts der möglichen Effizienzsteigerungen logisch.

Alles in allem wird KI sicherlich eine entscheidende Rolle in verschiedenen Aspekten bei Amazon spielen. Das Unternehmen hat mit der Einführung künstlicher Intelligenz in der Cloud und der Ausstattung seiner intelligenten Lautsprecher bereits die Weichen gestellt. Wenn Amazon weitere technologische Fortschritte erzielt, könnte es noch viele Vorteile genießen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist ein Tochterunternehmen von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und wurde am 07.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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