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Intel scheint Marktanteilverluste im Servermarkt zu erwarten

Ingenieur mit Prozessor-Chip
Foto: Getty Images

Der CFO des Chip-Giganten Intel (WKN:855681) gab auf einer Investorenkonferenz einen Ausblick auf die langfristigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens.

Intel ist in vielen verschiedenen Bereichen tätig, aber das Unternehmen hat im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass es davon ausgeht, dass seine Data-Center-Group (DCG) in den kommenden Jahren der wichtigste Wachstumstreiber sein wird. Die DCG macht den größten Teil seines Geldes mit dem Verkauf von Prozessoren und anderen Komponenten an den Servermarkt, der Chips für Unternehmens- und Cloud-Server umfasst.

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Das Unternehmen beherrscht den Löwenanteil des Server-Prozessor-Marktes, mit einem Anteil, der vermutlich über 90 % liegt. Ich habe beim Lesen der Kommentaren von Intel VP und CFO Robert Swan auf der 21. Annual Technology, Media, and Telecom Conference der Credit Suisse den Eindruck bekommen, dass das Unternehmen erwartet, dass sein Anteil an diesem Markt in den kommenden Jahren erheblich abnehmen könnte.

Der Beweis

Swan beschrieb ausführlich Intels Wandel, wie man die eigene Position im Markt für Datenzentrien wahrnimmt.

“Wir reden nicht mehr von [Intel] als Unternehmen, das einen Marktanteil von über 90 % in einem kleinen Markt hat, von wo aus es nur noch abwärts gehen kann“, sagte er. Er räumte ein, dass das Unternehmen bei Datenzentren mit einer „zunehmenden Wettbewerbsdynamik“ konfrontiert sein werde.

Es ist schon bemerkenswert zu hören, dass ein Intel-Manager den Ausdruck „nowhere to go but down“ verwendet, was sich als implizite Bestätigung dafür erweist, dass der gegenwärtige Marktanteil des Unternehmens nicht aufrecht zu erhalten ist.

Statt sich selbst als überwältigend dominierenden Player im Server-Prozessor-Markt zu sehen, sieht sich Intel nun offenbar als “30 % Share Player“ in einem breiteren Markt, der nicht nur Server-Prozessoren, sondern auch andere Produkte wie Speicher, Interconnect Fabric, Netzwerkprozessoren und Silizium-Photonik-Technologie umfasst.

Während Intels Zahlen anscheinend stimmen, und obwohl man nun ein „30% Share Player“ ist, deutet alles darauf hin, dass es Raum für Wachstum gibt. Ich denke aber, dass die Tatsache, dass Intel diese Segmente beim Gespräch mit Anlegern alle gerne in einen Topf wirft, darauf hinweist, dass Intel etwas zu verbergen hat.

Ist Intel ein Opfer seines eigenen Erfolgs?

Es herrscht auch die Vorstellung, dass Intel aufgrund seiner nahezu monopolartigen Stellung auf dem Servermarkt gar nicht anders konnte, als seinen Marktanteil schrumpfen zu sehen, sobald ernsthafte Konkurrenz auftrat. Das ist zwar richtig, aber das eigentliche Problem ist, dass Intel sich selbst in die Lage versetzt hat, solche Konkurrenten überhaupt erst entstehen zu lassen.

Wenn man bedenkt, dass Intel den Vorteil hat, der etablierte Player auf dem Markt für Server-Prozessoren zu sein, und wenn man bedenkt, dass das Unternehmen seit langem in der Lage ist, weit mehr in die Entwicklung von Schlüsseltechnologien zu investieren, ist es schon erstaunlich, dass das Unternehmen einige ernsthafte Lücken in seinem Produktportfolio für Server-Prozessoren offen gelassen hat, die die Wettbewerber nur allzu gerne ausnutzen.

Beispielsweise demonstrierte der Chip-Gigant Qualcomm (WKN:883121), einer der größten Konkurrenten, der versucht, den Anteil von Intel am Chip-Markt für Rechenzentren zu erobern, kürzlich, dass sein Chip Centriq 2400 in der Lage ist, die neuesten Xeon-Prozessoren von Intel in bestimmten relevanten Aufgaben zu übertreffen.

Ich denke, dass ein Teil des Problems darin besteht, dass Intels Chip-Herstellungsgruppe in erhebliche Probleme geraten ist, was zu erheblichen Verzögerungen und Produktabbrüchen führte, die sich dann auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in Datenzentren auswirkten.

Ein weiteres Problems scheint zu sein, dass Intel seine beträchtlichen Ressourcen nicht darauf verwendet hat, ein ausreichend breites Portfolio an Prozessoren aufzubauen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Kunden gerecht zu werden.

Intel konnte die Konkurrenz nicht davon abhalten aufzutauchen und nach dem großen und lukrativen Server-Prozessor-Geschäft zu trachten. Meinetwegen. Aber Intel hätte dafür sorgen können, dass es überall die richtigen Produkte gab, um die diese Konkurrenten gleich im Keim zu ersticken.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Qualcomm und empfiehlt Intel.

Dieser Artikel von Ashraf Eassa erschien am 4.12.17 auf fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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