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Hat Vladimir Putin gerade ein neues Wettrüsten angekündigt?

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TVRain. Kommersant. Gazeta.ru. TASS. In allen wichtigen russischen Medien hieß es in der vergangenen Woche: Russland rüstet wieder auf.

Am 22. November traf sich der russische Präsident Vladimir Putin in Sotschi mit Spitzenbeamten aus MinOboron, seinem Verteidigungsministerium, um die Ergebnisse der kürzlich abgeschlossenen Zapad-2017-Kriegssimulationen des Landes zu diskutieren. Diese Kriegsspiele, die im September den benachbarten NATO-Ländern Anlass zur Besorgnis gaben, beinhalteten etwa 12.700 russische und weißrussische Truppen, die Luft-, See- und Landstreitkräfte einsetzten, um eine (hypothetische) kleine baltische Nation zu unterwerfen.

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Nachträglicher Bericht

Die Diskussion in Sotschi konzentrierte sich auf „bestimmte Mängel“, die entdeckt wurden, um Russlands „Bereitschaft zur Mobilisierung [des Militärs] zu behindern“. Um dies zu beheben, erklärte Präsident Putin, dass die Verbesserung der Fähigkeit Russlands, „die militärische Produktion rasch anzukurbeln“, nun „eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Unterstützung der militärischen Sicherheit“ sei. Und zur Förderung dieses Ziels erklärte der Präsident, dass „alle strategischen und auch großen Unternehmen… bereit sein müssen“, um die militärische Produktion zu erhöhen.

All das klingt so, als hätte Präsident Putin gerade ein neues Wettrüsten angekündigt – was bedeutet das für die Investoren?

Aktion, Reaktion?

Krieg, als allgemeine Regel, ist nicht gut für das Geschäft — aber die Vorbereitung auf mögliche bewaffnete Konflikte kann eine gute Nachricht für das Verteidigungsgeschäft sein. Das Wissen, dass russische Firmen angewiesen werden, Waffen zu lagern und Kapazitäten aufzubauen, um mehr davon herzustellen, ist die Art Berechnungen, bei denen die Generäle im Pentagon nervös werden. Obwohl diese Generäle nicht unbedingt einen Kriegsausbruch sehen wollen, wollen sie sich wirklich nicht in einem Krieg wiederfinden, in dem sie nicht genügend Bomben und Kugeln zur Hand haben.

Das Ergebnis: Wenn russische Unternehmen anfangen, auf den Aufruf ihres Präsidenten zur Wiederaufrüstung zu reagieren, wird das Pentagon wahrscheinlich mit der Vergabe weiterer Aufträge für die Rüstungsindustrie in den USA reagieren – Munition und Panzergeschosse von General Dynamics (WKN:851143), Raketen von Raytheon (WKN:785159), intelligente Bomben von Lockheed Martin (WKN:894648) und Boeing (WKN:850471), um nur einige der üblichen Verdächtigen zu nennen.

All dies wird natürlich davon abhängen, ob es möglich ist, Mittel für Produktionssteigerungen vom Kongress zu bekommen. Aber angesichts der Unterstützung des (U.S.) Präsidenten für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben und der Mehrheitskontrolle seiner Partei über den Kongress ist es wahrscheinlich, dass die Mittel gefunden werden, wenn sie gebraucht werden.

Bewertungsanliegen — das erste Opfer eines Rüstungswettlaufs

All dies stellt Verteidigungsinvestoren vor ein kleines Rätsel. Wie ich bereits mehrfach betont habe, sehen die Bewertungen unter den US-Verteidigungsunternehmen heute ziemlich überspannt aus. Alle vier genannten Unternehmen notieren derzeit deutlich über ihren historischen Normalbewertungen, die in etwa dem Jahresumsatz entsprechen. Boeing, oft einer der billigsten der großen Rüstungskonzerne, wird heute für das 1,75-fache seines Jahresumsatzes gehandelt. Raytheon ist in der Regel teurer und kostet heute mehr als 2,2-mal so viel wie der Umsatz des Unternehmens – und die Aktien von General Dynamics und Lockheed Martin liegen nicht weit dahinter.

Es ist schwer zusagen, ob diese hohen Kurse der Grund dafür sind, dass Rüstungsaktien in letzter Zeit trotz positiver Zahlen nicht steigen konnten. Es scheint aber logisch, dass es einen Zusammenhang zwischen zu hohen Bewertungen und Kursen geben könnte, die Schwierigkeiten haben, weiter zu steigen.

Gewöhnlich können die Investoren davon ausgehen, dass hohe Kurse, wie wir sie heute in der Verteidigungsindustrie sehen, im Laufe der Zeit wieder auf den Mittelwert zurückfallen werden. Aber, wenn Russland seine Verteidigungsausgaben erhöht, und wenn die Wall Street feststellt, daß diese Drohung mehr Geld vom Kongreß loseisen könnte, dann könnte die Gewinnsträhne der Rüstungsaktien sogar noch weiter gehen. Das Fazit: Nur weil Verteidigungsaktien schon zu viel kosten, heißt das nicht unbedingt, dass sie in absehbarer Zeit billiger werden.

Oder anders ausgedrückt: Hüte dich davor, gegen überbewertete Verteidigungsaktien mitten im Wettrüsten zu wetten.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 04.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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