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Was TecDAX-Unternehmen bereits mit Blockchains anstellen (Hinweis: nicht viel)

Eigentlich würde man ja denken, dass die altehrwürdigen DAX-Schwergewichte nur zögerlich auf den Blockchain-Trend aufspringen, während die hippen TecDAX-Unternehmen die Speerspitze bilden. Aber weit gefehlt. Während die Großen schon überwiegend Erfahrungen gesammelt haben, interessieren sich die meisten Technologiekonzerne noch kaum dafür. Für einige stellt Blockchain möglicherweise sogar eine handfeste Bedrohung des Geschäftsmodells dar.

Gemischtes Bild bei der IT

Viele TecDAX-Werte sind der Informationstechnik zuzuordnen. Das heißt aber nicht, dass deren Informatiker sich zwingend für das Thema Blockchain begeistern müssen. Das Problem: Viele davon setzen auf zentrale Lösungen oder agieren als vertrauensbildende Dritte innerhalb einer Branche.

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Theoretisch könnte es dem Zahlungsdienstleister Wirecard (WKN:747206) beispielsweise passieren, dass bestimmte Geschäftsfelder plötzlich überflüssig werden, weil die Leute ihre Transaktionen direkt untereinander durchführen. Auch CompuGroup Medical (WKN:543730), die cloudbasierte Lösungen für das Management der elektronischen Patientenakte propagiert, erscheint gefährdet, wenn man an Vorschläge denkt, wie per Blockchain ein vertrauenswürdiges institutionenübergreifendes System geschaffen werden könnte, das ohne zentrale Stelle auskommt.

Nemetschek (WKN:645290) hat im Architekturbereich eine ähnliche Position inne und sieht sich ebenfalls mit Ideen konfrontiert, wie Projektdaten dezentral zwischen den Beteiligten effizient und vertraulich geteilt werden könnten. Für den Software-Konzern steht allerdings im Mittelpunkt, die Kundschaft schrittweise in die zentrale Cloud zu ziehen und dort das Zusammenspiel verschiedenster Anwendungen zu verbessern.

Das Business-Netzwerk Xing (WKN:XNG888) organisiert zwar intensiv den professionellen Informationsaustausch zu Blockchain und verwandten Themen, aber ein eigenes Einsatzfeld wurde wohl noch nicht ins Auge gefasst.

Ein bedeutender Blockchain-Akteur im TecDAX ist hingegen die Software AG (WKN:330400), welche ähnlich wie SAP (WKN:716460) die passende Infrastruktur und Verknüpfungssysteme zu Verfügung stellen will, damit Blockchain-Anwendungen nicht isoliert, sondern eingebettet in die restlichen Applikationen arbeiten können. Bereits seit Mitte 2016 wird entsprechende Funktionalität für die Digital Business Platform der Darmstädter beworben.

Als leistungsfähiger Lösungspartner bietet sich aber auch GFT Technologies (WKN:580060) an, die das Thema Blockchain seit zwei Jahren sehr offensiv vorantreibt und offenbar bereits eine Menge Expertise akkumuliert hat. In einem Inkubator sollen Ideen schnell als Prototyp realisiert werden, um von dort aus zu sehen, was trägt und was nicht.

Noch nicht ganz so weit sind wohl Systemhäuser wie CANCOM (WKN:541910) und Bechtle (WKN:515870), auch wenn sie zu erkennen geben, dass sie am Kompetenzaufbau arbeiten. Schließlich wollen sie schon bald an innovativen SAP-Leonardo-Projekten in großer Zahl arbeiten. Blockchain stellt dort einen wichtigen Baustein dar.

Die Lage in anderen Tech-Branchen

Wenn es um Biotech, Maschinenbau oder Präzisionstechnik geht, sieht es mit Blockchain meist eher mau aus. Offenbar wird eine gewisse Marktmacht benötigt, um ein Blockchain-Projekt erfolgreich vorantreiben zu können. Denn nur wenn es gelingt, ein großes Ecosystem mit vielen Partnern und Teilnehmern über Wertschöpfungsstufen hinweg zu schmieden, ergibt der Einsatz Sinn. Einem Pharma-Labor etwa, dass an innovativen Therapien forscht, mangelt es wohl an solchem Einfluss.

„Freenet“ ist eine Peer-to-Peer-Software, die im Zusammenhang mit dezentralen Systemen wie eben auch Kryptowährungen diskutiert wird. Der gleichnamige deutsche Telekommunikations-Konzern hat damit leider nichts zu tun.

Auch bei den Konkurrenten von Telefónica Deutschland (WKN:A1J5RX) geht noch nicht all zu viel. Immerhin will man seine Kompetenz bei der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation einbringen, um beispielsweise Kryptowährungs-Bezahllösungen zu realisieren. Bei der spanischen Mutter Telefónica (WKN:850775) wurde daneben vor einigen Monaten ein Kreativteam gebildet, um potenzielle Anwendungsmöglichkeiten zu erkunden.

Etwas überrascht hat mich, dass der relativ kleine Netzwerktechniker ADVA Optical (WKN:510300) sich bereits eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. Das Unternehmen sieht sich als Pionier bei der Virtualisierung von Netzwerkfunktionen und softwaredefinierten Netzwerken. Nun will man Telekommunikationskonzerne langfristig dabei begleiten, Blockchain-Funktionalität in ihre Netze zu integrieren — spannend.

Größe ist der entscheidende Faktor

Dass Blockchain ein Tech-Thema ist, bedeutet nicht, dass Technologiekonzerne damit direkt etwas anfangen könnten. Unternehmen, die selbst keine Giganten sind, können dabei derzeit anscheinend nur eine Rolle spielen, wenn sie für ihre Kunden an der Realisierung von entsprechenden Lösungen mitarbeiten. Besonders gut gefällt mir, wie konsequent GFT sich da reingefuchst hat.

Dass manche TecDAX-Unternehmen sogar von Blockchain bedroht sein könnten, ist daneben ein Faktor, den man beobachten muss, aber auf absehbare Zeit sehe ich da keine ernsthaften Probleme auf Wirecard, Nemetschek und Co. zukommen. Dazu ist das alles noch zu experimentell.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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