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Der Dow bei 24.000: schön ruhig bleiben!

Foto: Getty Images

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Donnerstag erstmals bei über 24.000 Punkten ab, und der Index hat sich 2017 außerordentlich gut entwickelt. Ende November stieg er um rund 23%. Es ist jedoch wichtig, dass die Anleger erkennen, was dies alles bedeutet und was eben nicht, und auch, warum die Performance des Dow in diesem Jahr besonders irreführend als Indikator für den breiten Markt sein könnte.

Der Dow ist im Jahr 2017 um 23 % gestiegen

Der Dow Jones Industrial Average, der wohl bekannteste Index für Börsenperformance, verzeichnet das beste Jahr seit 2013, als der Index um 26,5% anstieg.

Allerdings gibt es immer Schlagzeilen, wenn ein großer Index eine weitere Stufe nimmt. Im Jahr 2017 passierte der Dow fünf Tausenderbarrieren, von 20.000 auf 24.000. Das ist noch nie zuvor innerhalb eines Jahres passiert.

Es ist jedoch wichtig, ein paar Dinge im Auge zu behalten. Erstens sind diese „Barrieren“ nur willkürliche Zahlen. Dass der Dow die 24.000-er Hürde zum ersten Mal erreicht hat, ist nicht bedeutender als dass er zum ersten Mal 23.500, 23.700 oder irgendeine andere Zahl passiert hat. Und wenn der Index steigt, wird jeder Tausender, der hinzugefügt wird, in Bezug auf die Performance weniger bedeutsam. Zum Beispiel würde ein Wechsel von 24.000 auf 25.000 nur einen Zuwachs von 4,2 % bedeuten, während die Bewegung des Index von 19.000 auf 20.000 einen größeren prozentualen Anstieg von 5,3 % bedeutet.

Zweitens, und für Investoren bedeutender, ist, dass der Dow eine Ansammlung der wichtigsten Aktien auf dem Markt darstellt, und aus mehreren Gründen kann es vorkommen, dass dieser Index falsch bewertet, wie sich der Markt entwickelt hat.

Das Zerrbild des Dow Jones Industrial Average

Der Dow Jones Industrial Average ist kein perfektes Barometer für die Performance des Marktes. Eigentlich weit gefehlt.

Erstens setzt sich der Index aus nur 30 extrem großen Aktien zusammen. Am NASDAQ und NYSE werden allerdings Tausende börsennotierter Unternehmen gehandelt. Wie es diesen Titanen geht, kann deutlich von dem abweichen, was der Durchschnitt so macht. Zweitens handelt es sich um einen preisgewichteten Index: Unternehmen mit höheren Aktienkursen haben einen größeren Einfluss auf die Entwicklung des Index als Aktien mit niedrigeren Preisen. Beispielsweise hat das Dow-Unternehmen General Electric (WKN:851144) seit Jahresbeginn 43 % Aktienwert verloren, und Apple (WKN:865985) ist 48 % gestiegen. Man sollte davon ausgehen können, dass sich ihre Performance also in etwa ausgleichen würden. Da der Aktienkurs von Apple jedoch etwa zehnmal so hoch ist wie der von GE, hat sich Apples Anstieg im Jahr 2017 überproportional positiv auf den Dow ausgewirkt.

Große Wachstumswerte haben die Performance des Marktes beflügelt

Nicht nur ist der Dow Jones Industrial Average ein untaugliches Messwerkzeug, sondern der Großteil der Gewinne in der breiteren Rallye des Aktienmarktes stammt von Large-Cap-Aktien (wie Apple), insbesondere solchen mit Wachstumskomponenten.

Betrachtet man die Performance des Dow im Zusammenhang mit einigen anderen Aktienindizes, so ergibt sich ein viel nützlicheres Bild über die Entwicklung des Marktes:

Dow Jones Performance

  • Der S&P 500, der auch große Unternehmen trackt, ist um bescheidenere 18 % gestiegen. Aber dieser Index versammelt nicht nur einen breiteren Korb von Unternehmen – 500 gegenüber den 30 des Dow Jones –, sondern ist auch ein marktkapitalgewichteter Index: Je größer das Unternehmen, desto mehr beeinflussen seine Preisänderungen das Ergebnis. Das ist eine nützlichere Methode, als die Gewichtung eines Indexes anhand von Aktienkursen zu messen.
  • Der Russell 3000 Index, der vielleicht der beste Indikator für den gesamten Aktienmarkt ist, ist ebenfalls um 18 % gestiegen. Der Russell 2000, ein Index für Small-Cap-Aktien, ist jedoch nur um 14 % gestiegen. Dies zeigt erneut, dass die insgesamt bessere Performance der Wall Street von größeren Unternehmen getragen wird, während kleinere Unternehmen hinterherhinken.
  • Darüber hinaus ist der kapital- und wachstumsstarke NASDAQ 100 in diesem Jahr um erstaunliche 31 % gestiegen. Der S&P 500 Citigroup Value Index ist dagegen nur um 13 % gestiegen. Diese Diskrepanz zeigt, dass Wachstumswerte die Performance des Marktes beflügeln, während Value-Aktien nicht ganz so gut abschneiden.

Bitte nicht falsch verstehen: Alle diese Indizes sind um zweistellige Prozentsätze gestiegen, so dass es ein durchaus solides Jahr für Aktienanleger war. Es geht mir allerdings darum, dass die Performance von Small-Cap-Aktien und Value-Aktien insgesamt nicht annähernd so stark war, wie es die jubelnden Schlagzeilen über den Dow Jones Industrial Average vermuten lassen.

Lieber skeptisch bleiben

Letztlich ist es so, dass, außer du solltest tatsächlich in einen Dow Jones Industrial Average Indexfonds investiert haben (was eher unüblich ist), du dem Dow nicht ganz so viel Aufmerksamkeit schenken musst. Erstens verfolgt der Index nur eine kleine Gruppe von Aktien, zweitens haben einige wenige Wachstumsaktien mit großen Unternehmen die Performance in diesem Jahr überproportional gesteigert.

Stattdessen lieber mehrere breite Indizes im Auge behalten, wie den S&P 500 und den Russell 2000. Diese geben eine genauere Vorstellung davon, wie es an der Börse wirklich läuft.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple.

Dieser Artikel von Matthew Frankel erschien am 1.12.17 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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