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Die Aussichten für General Electric

Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig das Energie-Segment von General Electric (WKN:851144) für die Investoren ist. Es bildet seit langem das Kerngeschäft des Unternehmens, und angesichts der Tatsache, dass CEO John Flannery plant, GE auf die Bereiche Energie, Gesundheitswesen und Luftfahrt zu fokussieren, ist klar, dass seine Fähigkeit, das angeschlagene Segment wieder in Form zu bringen, ein Schlüsselfaktor für die Aktie sein wird. GE kann den Bereich Energie wahrscheinlich wieder in die Spur bringen. Wenn dem so sein sollte, wird es noch Zeit brauchen und nicht so einfach sein, wie viele vielleicht denken. Hier ist alles, was du dazu wissen musst.

GEs Energiepläne enttäuschen

Zum einen geben der Ausblick und die Kommentare aus dem Quartalsbericht Anlass zur Sorge. Flannery erklärte offen, dass die von Alstom erworbenen Unternehmensteile „deutlich unter unseren Erwartungen liegen“. Ein Teil des Problems war ein Rückgang der Nachfrage nach Gasturbinen — zumindest kann man GE hier nicht die Schuld geben. Ebenso beunruhigend war aber Flannerys Eingeständnis, dass die erworbenen Vermögenswerte “durch einen sehr ausgedehnten Übernahmeprozess und eine Menge von Verlusten in einigen der Projekte Schlagseite bekommen hatten”.

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Darüber hinaus ist die Prognose des Managements für das Energiesegment wenig inspirierend und deutet darauf hin, dass man dort für einige Jahre keine signifikante Verbesserung zu erwarten hat.

Energie-Segment Ausblick 2017 Ausblick  2018 Ausblick 2019
Umsatzveränderung ~0 % ~(10 %) “ Energie-Segment stabil, Service steigt, Anlagen flach“
Veränderung beim operativen Gewinn ~(20 %) ~(25 %) ohne Angabe
freier Cashflow Veränderung Negativ ~60 % ohne Angabe

Datenquelle: Präsentationen von General Electric.

Fragen zu GEs Plänen

Die Kernfragen zu GEs Energiegeschäft beziehen sich auf eine Frage: ob es sich um zyklische oder strukturelle Probleme handelt. Ist zum Beispiel die Nachfrage nach Gasturbinen und Energiedienstleistungen nur vorübergehend schwach oder spiegeln die Umsatzrückgänge einen langfristigen Strukturwandel wider?

Dies ist ein wichtiger Punkt, denn der Kern des Plans beinhaltet eine bessere Ausführung. Das Unternehmen ist überzeugt, dass es sich auf Selbsthilfeinitiativen zur Leistungssteigerung verlassen kann. Allerdings gibt es dabei zwei Probleme.

  • Der Kommentar des Managements zu den Endmärkten war nicht überzeugend, und es ist alles andere als klar, ob das Problem nicht strukturell ist.
  • Eine von GEs Problemquellen im Bereich Energie 2017 war die Umsetzung. Darüber hinaus hatte man Schwierigkeiten damit, effektiv auf Veränderungen zu reagieren.

Zyklisches oder strukturelles Problem?

Im Bullenszenario sind die Probleme von GE zyklisch und die geringe Nachfrage kommt von den relativ höheren Gaspreisen und der wirtschaftlichen Schwäche in einigen Teilen der Welt — vor allem im Nahen Osten, wo GE in diesem Jahr Probleme hatte, Verträge abzuschließen. Die These ist, dass sich diese Probleme mit der Zeit von selbst lösen werden.

Laut dem kurzfristigen Energieausblick der U.S. Energy Information Administration (EIA) wird es einen Rückgang des Anteils des aus Erdgas erzeugten US-Stroms von 34 % im Jahr 2016 auf 32,4 % im Jahr 2018 geben. Grund dafür sind „höhere Erdgaspreise und mehr Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien und Kohle“.

Die Optimisten betrachten das Diagramm weiter unten und stellen fest, dass 2016-2018 die Gaspreise kurzfristig angestiegen sind und erwarten, dass langfristig weniger Kohle und mehr Erdgas verbraucht wird — das sind gute Nachrichten für die Nachfrage nach Gasturbinen.

Datenquelle: EIA. Tausend Megawattstunden pro Tag. Erneuerbare Energien ohne Wasserkraft.

Hier erkennt man, wie sprunghaft die Erdgaspreise seit 2016 waren, doch wie du sehen kannst, sind sie noch gut unterhalb der historischen Norm — und niedrige Preise veranlassen die Versorgungsbetriebe dazu, Erdgas zur Erzeugung von Strom zu verwenden.

Henry Hub Erdgaspreise, Daten von YCharts.

Auf der anderen Seite wird der aufmerksame Leser den rapiden Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bemerken. Tatsächlich wird der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) in den USA laut EIA von 3,1 % im Jahr 2008 auf 9,8 % im Jahr 2018 steigen. Dieser Anteil (einschließlich Wasserkraft) wird von 13 % im Jahr 2015 auf voraussichtlich 23 % im Jahr 2025 steigen.

Darüber hinaus werden sinkende Kosten für die Energiespeicherung und die damit verbundene Steigerung des Verbrauchs erneuerbare Energien attraktiver machen, da einer ihrer Nachteile darin besteht, die Versorgungssicherheit nicht zu gewährleisten. Ferner könnten mehr Stromspeicher die Nachfrage nach kleineren Gasturbinen, die heute häufig zur Deckung von Spitzenlasten eingesetzt werden, verringern — keine gute Nachricht für GE.

Was das Management zu sagen hatte

Diese Punkte wurden im Quartalsbericht angesprochen. Zum Beispiel würdigte der CEO von GE Power Russell Stokes „den Beitrag, den erneuerbare Energien zum Gesamtenergiemix leisten; und wir sind uns bewusst, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird“. Er erklärte weiter, dass er sich der Fortschritte bewusst sei, die in der Speicherung stattfinden, um erneuerbare Energien zu unterstützen und sie besser zu machen. Danach bestätigte er: „Ich glaube, dass Gas weiterhin eine Option zur Deckung der Grundlast sein wird.“

Später sagte Flannery: „Ja, es gibt Wachstum — schnelles Wachstum bei erneuerbaren Energien und Speicherung. Und das wird die Branche ganz klar quantitativ verändern. Das wird jedoch nicht über Nacht passieren. Also gibt es etwas Stabilität. Jede Prognose, die Sie sich ansehen, ist ein zweiprozentiges Wachstum in der Gasstromerzeugung.“

Offenbar sind erneuerbare Energien und Speicherung Dinge, die GE genau beobachtet — erstens, weil es ein bedeutender Trend in beiden Märkten ist, und zweitens, weil sie die Nachfrage nach Gasturbinen bedrohen — und das ist GEs wichtigstes Produkt.

Unterm Strich

Letztlich verlassen sich die GE-Aktionäre auf zwei Dinge. Zum einen, dass GE seine Umsetzungsprobleme beheben wird. Zum anderen wird es bei der Stromerzeugung aus Erdgas eine zyklische Rückkehr zum Wachstum von rund 2 % geben, die auch im besten Fall kaum inspirierend ist. Wenn man die Aussicht auf verstärkten Wettbewerb und Preisdruck in einem Markt ansieht, der unter Überkapazitäten leidet, so ist die Prognose von GE ungewiss.

Sicher ist jedoch, dass die Probleme, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist, nicht nur mit der Ausführung zusammenhängen. Das Problem von GE kann sich als primär strukturell erweisen. Die Zeit wird es zeigen, denn das ist im Moment alles andere als klar.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Lee Samaha auf Englisch verfasst und am 21.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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