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Cevian heizt thyssenkrupp-Chef ein: Eine Einschätzung

Die Zahlen von thyssenkrupp (WKN:750000) zum abgelaufenen unterjährigen Geschäftsjahr wurden recht positiv von den Aktionären aufgenommen. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kursentwicklung in letzter Zeit nicht wirklich zufriedenstellend war. Das Management von Großaktionär Cevian dringt schon seit einiger Zeit auf zusätzliche Umbaumaßnahmen und hat diesen Forderungen jetzt noch einmal Nachdruck verliehen. Möglicherweise wird hier allerdings über das Ziel hinausgeschossen.

Darum geht’s

Die Verantwortlichen rund um Heinrich Hiesinger können durchaus Erfolge vorweisen. Das vielleicht größte Problem, die schwache Eigenkapitalausstattung, erscheint mittlerweile gelöst; Umsatz, operativer Gewinn und Auftragseingang zeigen in die richtige Richtung und durch die wegweisende Stahlfusion mit Tata Steel (WKN:946126) sollte die Gesamtprofitabilität für die Zukunft gesichert sein.

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Lediglich das zum Spottpreis an Ternium (WKN:A0ESPU) abgestoßene Brasilienwerk verhagelte ein weiteres und möglicherweise letztes Mal das Nettoergebnis. Denn die großen Restrukturierungsmaßnahmen des Konzerns sind aus Sicht des Managements nun schon sehr weit vorangetrieben, sodass es sich immer mehr auf Prozessoptimierungen und die strategische Entwicklung konzentrieren kann.

Für Cevian geht das allerdings nicht weit genug. Die Schweden wollen mehr Action sehen und weg von der ihrer Ansicht nach schwerfälligen Konglomerat-Organisation. Ihnen schwebt wohl der Siemens (WKN:723610)-Weg vor, wo Geschäftseinheiten konsequent herausgeschält und mit mehr Unabhängigkeit und Flexibiliät neu aufgestellt werden. „Flottenverband statt Tanker“ heißt das bei Joe Kaeser.

Das soll helfen, die Profitabilität endlich auf ein angemessenes Niveau zu heben. Aber ist das tatsächlich auch für den traditionsreichen Stahlriesen jetzt die beste Option?

Was mir davon gefällt und was nicht

Grundsätzlich bin ich ein Freund dieser Maßnahmen. So können stärkere Einheiten mit klarem Fokus und optimierten Strukturen geschaffen werden, die den spezifischen Gegebenheiten jeder Sparte Rechnung tragen.

Trotzdem muss man sehen, dass der Konzern und seine Mitarbeiter über die letzten Jahre viele Zumutungen über sich ergehen lassen mussten. Hohe Verluste, ständige Verkäufe und Sparprogramme — ob es da Sinn ergibt, mit Hochdruck weitere einschneidende Maßnahmen durchzusetzen und für zusätzliche Unruhe zu sorgen? Nach meinem Gefühl würde thyssenkrupp jetzt mal eine ruhigere Zeit guttun, um das bisher Erreichte zu konsolidieren und einfach mal ein ordentliches Ergebnis ohne grobe Schönheitsfehler abzuliefern.

Gerade das war ja in den letzten Jahren das Problem. Immer war irgendwas los, das den Gewinn nach unten drückte. Das dünne Eigenkapital trat auf der Stelle und für eine vernünftige Dividende waren keine Mittel da. Wenn nun weitere große Umbauschritte eingeleitet würden, hätte das sicherlich wieder hohe Restrukturierungskosten zur Folge, sodass die Aktionäre mit dem Zauberwort „zukünftige Synergien“ ein weiteres Mal auf die Zukunft vertröstet werden müssten.

Vielleicht würde man dann ein um Einmalkosten bereinigtes Ergebnis präsentieren, das vortäuscht, dass alles in Ordnung sei, obwohl doch wieder millionenschweres Aktionärsgeld für Finanzberater und Co. verbraten wurde. Von daher sehe ich keine Eile, die Management-Ressourcen jetzt sofort darauf zu konzentrieren.

Andererseits kann man natürlich schon mal etwas weiter in die Zukunft schauen und sich überlegen, wo aussichtsreiche Chancen liegen. Zum Beispiel könnte die Aufzugssparte eigenständig zu einer spannenden „People Mover Company“ werden, die sich eventuell sogar im Bereich der autonomen Mobilitätslösungen engagiert. Oder aus den Automobilkomponenten entstünde über die Fusion mit einem Konkurrenten vielleicht ein Top-20-Zulieferer, der noch besser für die automobile Zukunft gerüstet wäre.

Daneben fehlt dem Bereich Industrial Solutions meines Erachtens ein klares Profil. Er wirkt eher wie ein Sammelsurium aus Anlagen- und Sondermaschinenbau sowie diversen Ingenieursdienstleistungen für die unterschiedlichsten Branchen. Da lässt sich sicherlich etwas machen, um Einheiten mit einem schärferen Profil zu bilden.

Eile mit Weile

Nach dem oft schmerzhaften Umbau sieht sich thyssenkrupp nun gut positioniert, um wieder anzugreifen und alle Sparten strategisch weiterzuentwickeln. Cevian legt allerdings den Finger in die Wunde und dringt auf weitere beherzte Maßnahmen.

Ich denke zwar, dass diese zum Teil auf Sicht von fünf Jahren kommen werden und dann auch wertschöpfend sein können, aber zunächst sind andere Dinge wichtiger. Jetzt muss Heinrich Hiesinger beweisen, dass die großen Probleme wirklich der Vergangenheit angehören und thyssenkrupp der erfolgreiche Industriekonzern sein kann, den er sich vor einiger Zeit vorgestellt hat.

Die Chancen stehen nicht so schlecht, dass dies gelingt. Die Erwartung, dass mittelfristig etwa durch Ausgliederungen von Geschäftseinheiten und Joint Ventures weitere Werte gehoben werden können, macht mich für die Aktie recht zuversichtlich.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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