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Aktien im Rückblick: Volkswagen startet durch, ThyssenKrupp überzeugt, Borussia Dortmund enttäuscht

Foto: Bernd Schmid

Die deutsche Sprache wurde am vergangenen Sonntag durch eine neue Wortschöpfung bereichert: Seit der Beendigung der Sondierungsgespräche über eine Jamaika-Koalition durch den FDP-Chef steht das Verb „lindnern“ dafür, dass jemand oder etwas „spontan“ von irgendwo verschwindet.

Zum großen Teil lindnerten in der zu Ende gehenden Woche zunächst auch die Gewinne, die der DAX an den ersten beiden Handelstagen angesammelt hatte. Wegen eines Euro-Anstiegs zur Wochenmitte wurde die Erholung des deutschen Leitindex bis einschließlich Donnerstag gestoppt. Anders als in der Hauptstadtpolitik gab es jedoch einen versöhnlichen Ausklang: Am Freitag ging es wieder aufwärts.

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Dies gilt allerdings nicht für die Aktie eines weltbekannten Rasensportvereins. Nach dem Ausscheiden aus der Champions League ging der Kurs von Borussia Dortmund in die Knie …

Was war an der Börse los?

Die Sondierungsgespräche für die Jamaika-Koalition waren am Wochenende geplatzt, die Beteiligten gaben sich gegenseitig die Schuld und die Medien wechselten in den Krisenmodus. Von all dem zeigte sich der DAX (WKN:846900) am Montag kaum beeindruckt und stieg um 0,5 % auf 13.059 Punkte.

Die Aktie des Versorgers RWE (WKN:703712) reagierte positiv auf das Scheitern der Verhandlungen von CDU, CSU, FDP und Grünen und legte 2,8 % zu. Marktteilnehmer begründeten dies mit dem Ende der Quengelei nach einer zügigen Stilllegung von Kohlekraftwerken.

An die DAX-Spitze setzten sich die Vorzüge von Volkswagen (WKN:766403), die sich um 4,2 % verteuerten. Das Management des Wolfsburger Autobauers hatte zuvor bei einer Veranstaltung für Analysten verlauten lassen, man wolle künftig profitabler wirtschaften und eine höhere Dividende zahlen. Um 3,2 % aufwärts ging es bei den in jüngster Zeit arg gebeutelten Anteilscheinen von ProSiebenSat.1 (WKN:PSM777). Branchenkenner verwiesen auf eine Kaufempfehlung durch eine deutsche Großbank. Außerdem wurde positiv vermerkt, dass dem CEO des Medienkonzerns, der sich jüngst herablassend über das Publikum seiner Fernsehsender geäußert hätte, ein vorzeitiger Abgang aus dem Amt „ermöglicht“ worden war.

Am Dienstag setzte der deutsche Leitindex seinen Erholungskurs fort und verbesserte sich um weitere 0,8 % auf 13.168 Zähler. Stark gefragt waren erneut Volkswagen und ProSiebenSat.1, die um 3,0 % bzw. 1,5 % anzogen. Die Medienaktie profitierte von positiven Analystenkommentaren, die auch die im MDAX (WKN:846741) notierte Konkurrentin RTL (WKN:861149) betrafen. Deren Papiere gingen 3 % fester aus dem Handel.

Weniger erfreulich verlief die Handelssitzung für die Aktionäre von RWE, deren Papiere trotz zweier positiver Analystenstudien 2 % unter dem Vortagskurs notierten.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist auf Wachstumskurs. Das zeigte am Mittwoch der Index für das Verbrauchervertrauen, dessen Wert ein Siebzehnjahreshoch erreicht hatte. Dies ließ den Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich anziehen, was wiederum die Kurse der exportlastigen DAX-Werte drückte: Bis zum XETRA-Schluss fiel das Börsenbarometer um 1,2 % auf 13.015 Punkte.

Den größten Tagesgewinn im DAX verbuchten RWE-Papiere, denen die Marktteilnehmer nach einer Kaufempfehlung durch eine schweizerische Großbank einen Aufschlag von 1,2 % spendierten. Dass sportliche Misserfolge sich negativ auf den Kontostand von Aktionären auswirken können, zeigte sich bei Borussia Dortmund (WKN:549309). Die Titel des Fußballbundesligisten gaben nach dem sicheren Ausscheiden aus der Campions League 3 % ab.

Am Donnerstag mussten die europäischen Aktienmärkte ohne die Impulse von den New Yorker Weltleitbörsen auskommen, weil die US-amerikanischen Handelsplätze wegen des Feiertages Thanksgiving geschlossen blieben. In Frankfurt pendelte der DAX eher lustlos um die angeblich „psychologisch wichtige“ 13.000er-Marke und ging beim Stand von 13.009 Zählern mit einem Minus von 0,1 Prozentpünktchen in den Feierabend.

Deutlich aus dem Rahmen fielen die Dividendenpapiere von ThyssenKrupp (WKN:750000), die nach der Vorlage des Unternehmensergebnisses für das Geschäftsjahr 2016/17 um 4 % vorrückten. Auffällig war auch der erneute Einbruch von Borussia Dortmund: Nach der Streichung der Kaufempfehlung eines Analysten fiel der Kurs der Fußballaktie nochmal um 5 %.

Am Freitag deutete sich ein versöhnlicher Wochenausklang an. Um 15:20 Uhr zeigte der DAX ein Plus von 0,5 %.  Im Fokus des Interesses stand die Aktie von BASF (WKN:BASF11), die nach Berichten über eine mögliche Fusion der Öl- und Gassparte Wintershall mit der zur russischen Alfa Group gehörenden Dea Deutsche Erdöl AG mehr als 3 % zulegte.

Was steht Anfang der kommenden Woche an?

Am Montag (27.11.) haben die Aktionäre von Borussia Dortmund Gelegenheit, das Management des börsennotierten Fußballclubs wegen der sportlichen Misserfolge seiner Kicker ordentlich zu beschimpfen: Am Sitz des Vereins findet die diesjährige Hauptversammlung statt. In den USA legen die Statistiker Zahlenmaterial über den Verkauf neuer Häuser im Oktober vor.

Am Dienstag (28.11.) berichtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) über das aktuelle deutsche Verbrauchervertrauen. Auch in den USA werden Zahlen zum Vertrauen der Konsumenten veröffentlicht. Außerdem gibt es Informationen über die Lagerbestände des US-Großhandels im Oktober.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein schönes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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