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Zugpferd Deutschland: Was die brummende Wirtschaft für den DAX bedeutet

Foto: Matt Koppenheffer

Weltweit zeigt sich die Wirtschaftspresse beeindruckt von den neuesten deutschen Wirtschaftszahlen und viele erwarten nun weitere „goldene Jahre“. Weniger klar ist allerdings, was die international präsenten deutschen Konzerne davon haben.

Darum geht´s

Mit 0,8 % Plus im dritten Quartal und einem starken Ausblick für das vierte erreicht die deutsche Wirtschaft wesentlich mehr Wachstum als der Expertenkonsens zuvor erwartet hatte — und das, obwohl die Prognosen zwischenzeitlich bereits angehoben wurden. Die Exportüberschüsse halten sich trotz internationaler Kritik auf einem Niveau von rund einer Milliarde Euro pro Werktag, die Arbeitslosigkeit ist historisch niedrig.

Das über die letzten Quartale billige Öl, die anhaltend lächerlich niedrigen Zinsen und ein flüchtlingsbedingt starkes Wachstum der Bevölkerung, das alles treibt die Wirtschaftsaktivität in Deutschland, Österreich und auch weiteren europäischen Ländern an. Lediglich Brexit-Land schmollt ziemlich stagnierend in der Ecke.

Die Folgen

Klar ist, dass die Deutschen im Durchschnitt mehr in der Tasche haben. Das zeigt sich auch in den Umfragen, welche die Zufriedenheit und Zuversicht messen. Davon sollten Unternehmen aus den Branchen Konsum- und Luxusartikel sowie Handel profitieren, also beispielsweise Beiersdorf (WKN:520000), Daimler (WKN:710000) oder CECONOMY (WKN:725750).

Allerdings ist die Bevölkerungsgruppe derjenigen, die nicht daran partizipieren, immer noch bedenklich groß. Verbreitete Kinderarmut und ein hoher Anteil von überschuldeten Haushalten sind kein gutes Aushängeschild.

Für Unternehmen wird es auf der anderen Seite immer schwieriger, ihren Leuten zu erzählen, dass es keine Spielräume für größere Gehaltserhöhungen gäbe, denn vielerorts ist der Arbeitsmarkt leergefegt und gute Mitarbeiter müssen unbedingt gehalten werden.

Auch an die kommende Regierung werden nun Forderungen gerichtet. Zum einen müsse jetzt endlich beherzt in die Infrastruktur investiert werden und zum anderen würde es Zeit für Sozialprogramme und Steuersenkungen. Außerdem könnte die Besoldung der öffentlich Bediensteten angehoben werden.

Wie es jetzt weitergeht

Ich glaube aber nicht, dass sie es damit übertreiben, denn der Weg der Haushaltskonsolidierung sollte nicht verlassen werden. Schließlich garantiert gerade das die überragende Kreditwürdigkeit Deutschlands, welche auf viele Jahre hinaus für einen sinkenden Schuldendienst sorgt.

Ein Investitionsprogramm in Boomzeiten, wie es etwa von IWF-Chefin Christine Lagarde gefordert wird, wäre kontraproduktiv, denn die Preise sind hoch und die Arbeitskräfte knapp.

Aber zu wissen, dass der Staat massive Reserven aufgebaut hat, welche dann abgerufen werden können, wenn es wirklich darauf ankommt, davon profitiert die gesamte deutsche Wirtschaft. Das sorgt für Investitionssicherheit, welche Länder am Schuldenlimit so nicht bieten können. Viele DAX-Unternehmen werden deshalb auch aus der nächsten Krise gestärkt herauskommen.

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Ralf Anders besitzt Aktien von CECONOMY. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

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