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Snap befasst sich jetzt ebenfalls mit Algorithmen

Twitter (WKN:A1W6XZ) fing Anfang 2016 damit an, einen Algorithmus bei der Timeline einzusetzen. Das führte allerdings zu einem großen Aufschrei unter den engagiertesten Nutzern, die unter dem Hashtag #RIPTwitter dagegen protestierten. Die Befürchtung war, dass Twitter anfangen würde, es größeren Konkurrenten wie Facebook (WKN:A1JWVX) gleichzutun und einen Algorithmus darüber entscheiden zu lassen, was die Nutzer sehen und was nicht.

Es ist nicht klar, warum das schlecht sein sollte, denn diese Strategie hat sich bei Facebook, das mittlerweile fast 1,4 Milliarden täglich aktive Nutzer zählt, offensichtlich unglaublich gut bewährt. Beispielsweise könnte ein Tweet, der vor acht Stunden veröffentlicht wurde, relevanter sein als einer von vor fünf Minuten.

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Das Wichtigste dabei ist, dass die Sache für Twitter funktioniert. Das Unternehmen konnte die Zahl der monatlichen Nutzer nicht nur auf den Rekordwert von 330 Millionen steigern, sondern auch das Engagement der täglich aktiven Nutzer.

Datenquelle: SEC. Grafik: Autor.

Twitter hat aber trotzdem noch jede Menge Probleme, u.a. die Monetarisierung und Nazis. Aber das Engagement zeigt zumindest einmal in die richtige Richtung. Snap (WKN:A2DLMS), das Unternehmen hinter Snapchat, bereitet sich jetzt gerade darauf vor, es Twitter gleichzutun und einen Algorithmus einzuführen. Wird das funktionieren?

Der Algorithmus kommt

Snap-CEO Evan Spiegel kündigte Anfang dieser Woche, anlässlich der Telefonkonferenz, ein neues App-Design an. Hier ist das Wichtigste aus Spiegels Bemerkungen (Hervorhebungen des Autors):

Im Rahmen des neuen Designs, das ich bereits erwähnt habe, werden wir es den Nutzern einfacher machen, die riesige Menge an Inhalten auf unserer Plattform zu entdecken, die jeden Tag unentdeckt oder unsichtbar bleibt. Wir glauben, dass wir eine große Chance haben, einige dieser Inhalte auf eine personalisierte und relevante Weise zu bearbeiten, und gleichzeitig den explorativen Charakter unseres Dienstes zu erhalten. Wir entwickeln eine neue Lösung, die jedem unser 178 Millionen täglich aktiven Nutzer seine eigene Stories-Erfahrung geben und dabei die enormen Vorteile des maschinellen Lernens nutzen wird, ohne die redaktionelle Integrität der Plattform zu gefährden, für deren Aufbau wir so hart gearbeitet haben.

Sobald dieses Update umgesetzt ist, werden die Anleger sehen wollen, ob sich das in einem schnelleren Wachstum bei den täglich aktiven Nutzer niederschlägt, und ob die Werbeeinnahmen dadurch gesteigert werden können. Twitter hat die Hälfte dieses Weges schon hinter sich.

Spiegel stellte klar, dass das nicht bedeuten würde, dass Snapchat eine Art Contentfeed hinzufügen werde — wie andere Konkurrenten. Die Frage des Analysten bezog sich darauf, wie gut man Stories monetarisieren könnte, denn immerhin war ja schon bewiesen worden, dass Contentfeeds effektiver monetarisiert werden könnten. Spiegel möchte aber Snapchat von anderen Anbietern abheben, was bedeutet, dass man keinen Contentfeed einsetzen wird.

Snap möchte die erste Adresse für mobilen Videocontent werden, der über einen Algorithmus serviert werden soll. Man hofft so, Dinge zu finden, die relevant für die Nutzer sind, während man die Monetarisierung über Video-Reklame vorantreiben möchte. Es ist aber noch viel zu früh, um sagen zu können, ob Snap das auch schaffen kann. Es gibt übrigens schon einen anderen Dienst, der genau das macht: YouTube.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Facebook und Twitter.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu, CFA auf Englisch verfasst und am 09.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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