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Hat Snap-Chef Evan Spiegel die Investoren belogen?

Erst letzten Monat sprach der CEO von Snap (WKN:A2DLMS), Evan Spiegel, auf der New Establishment Konferenz von Vanity Fair. Unter anderem räumte er ein, dass er mit den Investoren besser kommunizieren müsse. Ein börsennotiertes Unternehmen zu führen, ist etwas völlig Anderes als ein privates, und bringt unglaubliche regulatorische Belastungen mit sich. Die öffentliche Kontrolle wird ebenfalls deutlich verschärft, aber der Vorteil liegt in einer höheren Exponierung und Liquidität an den Kapitalmärkten.

Das klingt vielleicht alles edel, aber warum hat Spiegel am selben Tag die Investoren angelogen?

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Eine kleine Lüge…

Auf der gleichen Konferenz bestätigte Spiegel, dass der Absatz von Spectacles seit der Markteinführung Ende 2016 mehr als 150.000 Einheiten erreicht habe. Nach einem Vergleich mit dem ursprünglichen iPod erklärte Spiegel, dass diese Zahl die internen Erwartungen von Snap übertroffen habe. Das war vor über einem Monat.

Das scheint eine Lüge gewesen zu sein. Snap berichtete gestern Abend von einem Gewinn im dritten Quartal, der 39,9 Millionen US-Dollar Abschreibungen für den Lagerbestand von Spectacles und die Annullierung von Abnahmeverpflichtungen enthielt. Dies wurde weitgehend erwartet, nachdem Berichte auftauchten, dass Snap „Hunderttausende“ von unverkauften Lagereinheiten habe. Es ist erwähnenswert, dass eine Abschreibung von 39,9 Millionen US-Dollar dramatisch höher ist (etwa dreimal so viel) wie die 13,7 Millionen US-Dollar Einnahmen, die Snap in der ersten Jahreshälfte mit Spectacles generiert haben soll.

Finanzvorstand Drew Vollero machte es bei der Telefonkonferenz deutlich:

Leider haben wir die Nachfrage falsch eingeschätzt und mehr Lagerbestände gekauft, als wir heute erwarten. Infolgedessen verbuchten wir einmalige Abschreibungen in Höhe von 39,9 Millionen US-Dollar, die im Wesentlichen auf Überbestände und Annullierungen von Abnahmeverpflichtungen zurückzuführen sind. Wir werden auch in Zukunft mit Spectacles am Markt sein und erwarten weiterhin einen moderaten Umsatz aus der Produktlinie.

Snap kann nicht beides haben. Der Umsatz kann die Erwartungen nicht übertreffen, wenn das Unternehmen zu viele Lagerbestände hat, weil es erwartungsgemäß viel mehr verkaufen würde.

Snap erwähnte im ersten Quartal keine Kaufverpflichtungen für Hardware, so dass es unklar ist, wann diese Kaufverpflichtungen eingegangen worden sind. Möglicherweise wurden die Kaufverpflichtungen für Hardware in den Gesamtkaufverpflichtungen berücksichtigt, die sich im Wesentlichen auf Cloud-Infrastruktur- und Hosting-Kosten bis 2021 beziehen, aber nicht aufgelaufen sind. Snap hatte zum Ende des zweiten Quartals 29 Millionen US-Dollar an Kaufverpflichtungen für Hardware.

Im zweiten Quartal sanken die Brillenumsätze jedoch deutlich und Spiegel behauptete erst vor einem Monat, dass der Umsatz die Erwartungen übertroffen habe. Es ist nicht so, als hätten sich die Aussichten des Brillengeschäfts im Laufe eines Monats radikal verändert.

Die einzige Möglichkeit, dass Spiegel nicht geflunkert hat, ist, wenn Snap all das Inventar mit der Absicht gekauft hat, um es abzuschreiben, was absurd ist. In einem hat Spiegel allerdings Recht: Er muss besser mit den Anlegern kommunizieren. Die SEC neigt dazu, auf irreführende Investoren herabzusehen, und ich werde eine offizielle Beschwerde einreichen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu, CFA auf Englisch verfasst und am 08.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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