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Teslas Hassliebe zu den Medien ergibt keinen Sinn

Der Elektroautohersteller Tesla (WKN:A1CX3T) hat den Medien gegenüber eher gemischte Gefühle. Das Unternehmen freut sich, positive Berichterstattung und Produktrezensionen ankündigen zu können, bestraft aber gleichzeitig alles, was negativ sein könnte. Ähnlich wie der Präsident kritische Geschichten als „falsche Nachrichten“ abweist, nennt Tesla schlechte Presse oft „irreführend“.

Sehen wir uns an, wie Consumer Reports im letzten Monat dem Model 3 von Tesla nur eine „durchschnittliche Zuverlässigkeit“ bescheinigt hat. An sich ist das keine schlechte Kritik. Tesla hat trotzdem zurückgeschossen. „Consumer Reports hat noch kein Model 3 gefahren, geschweige denn, dass sie etwas Wesentliches darüber wissen, wie das Model 3 entwickelt und konstruiert wurde“, erklärte eine Tesla-Sprecherin zahlreichen Verkaufsstellen. „Immer wieder zeigen unsere eigenen Daten, dass die Consumer Reports Automobil-Berichterstattungen immer wieder ungenau und irreführend für die Verbraucher sind.“ Vermutlich sind die vorherigen, positiveren Bewertungen von Tesla-Produkten durch Consumer Reports nicht irreführend.

Das ist nur ein Beispiel, und nicht einmal das jüngste.

Schande!

Ein weiteres aussagekräftiges Beispiel kam erst in diesem Monat, als CEO Elon Musk die Medien zurechtgewiesen hat, weil sie über die Entlassungen bei Tesla berichtet hatten. Musk bestätigte, dass die Entlassungen etwa 700 Beschäftigte oder 2 % der Belegschaft betrafen. Es gibt aber immer noch beträchtliche Kontroversen um die Entlassungen, da einige spekuliert haben, dass Tesla Vergeltungsmaßnahmen gegen gewerkschaftsfreundliche Angestellte ergriffen hat, die seit geraumer Zeit versucht haben, Teslas Werk in Fremont zu organisieren.

Musk drückte es eher roh aus (Hervorhebung hinzugefügt):

Die andere Sache, die ich erwähnen möchte, ist, dass es eine Menge Artikel über Tesla und die Entlassungen gibt. Die sind wirklich lächerlich. Jeder Journalist, der Artikel darüber geschrieben hat, sollte sich für seine mangelnde journalistische Integrität schämen. In jedem Unternehmen der Welt gibt es jährliche Leistungsbeurteilungen.

Die Sache ist die: Wenn ein Unternehmen überproportional viel Medienresonanz erhält, dann kann auch einmal etwas Negatives dabei sein.

Vor- und Nachteile

Um es klar und deutlich zu sagen: Die Investoren müssen erkennen, dass Tesla von der Medienberichterstattung absolut profitiert. Trotz der anhaltenden Qualitätsprobleme, die bis heute noch immer bestehen, stellen Tesla-Fahrzeuge einen bedeutenden Fortschritt im Bereich der Integration von Hardware, Software und Service dar.

Andere Autohersteller können die zugrunde liegende Antriebstechnologie leicht reproduzieren, die breitere Autoindustrie bleibt aber stark fragmentiert. Ich habe Musk einmal gefragt, ob Tesla die Fertigung (Hardware) schneller verbessern könne, als ältere Automobilhersteller die Integration von Software, Service und Vertrieb verbessern könnten (wenn sie die Franchise-Händler durchlaufen müssten), oder ob Konkurrenten dies überhaupt tun könnten. „Es liegt nicht in ihrer Macht“, antwortete Musk.

Der Hype um Tesla-Fahrzeuge treibt die Stimmung der Anleger seit Jahren an, und diese Stimmung wiederum treibt die Aktienkurse nach oben und ermöglicht es Tesla, Kapitalerhöhungen zu unglaublich günstigen Konditionen durchzuführen, von denen die letzte Anfang des Jahres stattfand. Die Kapitalerhöhungen werden auf Grundlage von Marktpreisen kalkuliert, und Tesla benötigt beträchtliche Kapitalbeträge, um seine Produktionserhöhung und den Ausbau der Support-Infrastruktur wie Servicezentren, Filialen und Ladestationen zu finanzieren. Darüber hinaus hat das Unternehmen im August eine Junk-Bond-Emission durchgeführt.

Tesla ist nach wie vor meine größte Position, auch nachdem ich kürzlich einige Aktien verkauft habe, um mein Portfolio wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dennoch muss Tesla seinen kindlichen Umgang mit den Medien lassen und akzeptieren, dass eine verstärkte Berichterstattung sowohl Höhen als auch Tiefen hat. Außerdem hat das Unternehmen weitaus wichtigere Dinge zu tun.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu, CFA auf Englisch verfasst und am 06.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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