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Eine überraschende Möglichkeit, um den Markt zu schlagen

Foto: Getty Images

Ich nehme nicht an, dass ich immer recht habe. Ich weiß, da ich im Investmentbereich arbeite, dass ich manchmal auch daneben liege.

Der Trick dabei ist öfter recht zu haben, als man unrecht hat, und oft genug recht zu haben, dass die guten Aktien die Verluste der schlechten Aktien mehr als ausgleichen. In einem ziemlich grundlegenden Sinn ist das die Art und Weise, wie man den Markt schlägt.

Als Teil dieses Prozesses muss ich manchmal einen Schritt zurück machen, um zu sehen, ob ich in der Vergangenheit Fehler gemacht habe, aus denen ich lernen kann, damit ich (hoffentlich) nicht denselben Fehler zweimal mache.

Ich habe relativ viel Glück: Zum einen kann ich, da ich das schon lange genug mache, auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken. Zum anderen wurden meine Ideen von vielen Leuten gelesen. Diese haben mich oft darauf hingewiesen, dass ich unrecht hatte, wie z. B. die Zeitung Toronto Star.

Damals, im Jahr 2011, schrieb ein Business-Kolumnist der kanadischen Zeitung eine ganze Kolumne darüber, warum ich mit bestimmten Aktien falsch gelegen hatte. (Er war – um fair zu sein – eigentlich ziemlich nett. Er begann seine Kolumne sogar damit, dass ich einer seiner liebsten Analysten wäre.)

Hatte er recht? Hatte ich unrecht? Werfen wir einen Blick darauf.

„Dead Money“

Zuerst müssen wir einmal darüber reden, was „Dead Money“ überhaupt ist. In meinem Artikel aus dem Jahr 2011 zitierte ich die folgende Definition von Investopedia:

Ein umgangssprachlicher Ausdruck für Geld, das in ein Wertpapier investiert wurde, das nur wenig Hoffnung auf Kursgewinne oder eine Rendite lässt. Die Aktie kann von den Analysten als totes Geld („dead money“) bezeichnet werden – als Warnung an andere Investoren, die diese Aktie vielleicht kaufen möchten.

Dem fügte ich noch eine ganz kurze Definition hinzu: „Mit anderen Worten ist eine „tote Aktie“ eine, die wahrscheinlich nicht steigen wird.“

Damit hätten wir schon einmal die Basis gelegt.

Warum ich dachte, dass die Investoren keine Angst vor solchen Aktien haben sollten

Halloween ist gerade vorbei, daher hast du vielleicht noch ein paar Zombies im Hinterkopf. Als ich meinen Artikel ursprünglich schrieb, hatte ich jedoch nicht geglaubt, dass sich die Investoren vor etwas Derartigem abschrecken lassen würden.

Damals schrieb ich Folgendes:

Wenn man von „Dead Money“ spricht, meint man üblicherweise eine Aktie, die in der Vergangenheit nicht gestiegen ist und bei der man daher davon ausgeht, dass sie auch in Zukunft nicht steigen wird …

Das Problem ist, dass man sich dabei nur auf die Performance einer Aktie konzentriert. Der Kurs ist nämlich nicht immer der beste Indikator dafür, was das zugrundeliegende Unternehmen macht. Nahezulegen, dass sich eine Aktie nicht gut entwickeln wird, nur weil sie sich nicht gut entwickelt hat … das ist keine Theorie, die ich bei meinem Portfolio gerne anwenden möchte.

Meine Weltsicht ist anders, da viele von diesen „toten Aktien“ genau die Aktien sind, die ich entweder besitze oder gerne besitzen möchte.

In anderen Worten, wenn jemand sagt, eine Aktie wäre tot, dann betrachtet diese Person einfach nur die Grafik, bemerkt, dass die Aktie seit einiger Zeit nicht mehr gestiegen ist und schlussfolgert von dieser Annahme ausgehend, dass man diese Aktie meiden sollte.

Ich finde, dass dieser Gedanke einfach nur falsch ist.

Warum der freundliche kanadische Kolumnist dachte, dass ich falsch läge

In der Kolumne des Toronto Star schreibt der Kolumnist: „Mein Problem mit Koppenheffer ist, dass er glaubt, dass sich viele Aktien einfach nur tot stellen, während ich geneigt bin, nicht in Aktien zu investieren, die – aus welchem Grund auch immer – in den letzten fünf Jahren nicht gestiegen sind.“

Dann schreibt der Autor weiter, dass es gewisse Faktoren gäbe, die die gute Entwicklung eines Unternehmens und seiner Aktie beeinflussen würden. Doch bei vielen dieser Faktoren gibt es ein Problem. Er erklärt es folgendermaßen:

Du wirst bemerken, dass nicht all die oben genannten Faktoren quantifizierbar sind. Besonders der Charakter und die Kultur sind nur schwer messbar. Genau wie bei den Statistiken eines Sportlers ist die Performance der Vergangenheit quantifizierbar, und da wir keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, ist das einer der zuverlässigeren Indikatoren für die Zukunft.

Er argumentiert also, dass die vergangene Performance einer Aktie nicht nur quantifizierbar ist, sondern dass wir mit ihrer Hilfe zukünftige Kursbewegungen vorhersagen können. Wenn eine Aktie also in der Vergangenheit „totes Geld“ war, dann wäre es dieser Definition nach nicht klug, in sie zu investieren.

Wer hatte jetzt recht?

Bei The Motley Fool betrachten wir das Investieren immer als eine langfristige Angelegenheit. Glücklicherweise wurden diese Artikel – meiner und der des kanadischen Journalisten – vor mehr als sechs Jahren geschrieben. Das bietet uns die Möglichkeit, langfristig in die Vergangenheit zurückzublicken.

In meinem ursprünglichen Artikel hatte ich von acht Unternehmen gesprochen, die ich damals im Visier hatte, und die totgeglaubt waren. Werfen wir nun einen Blick darauf, wie sich diese Aktien in den letzten sechs Jahren entwickelt haben.

Unternehmen

Rendite

Microsoft (WKN:870747)

302,2 %

Target (WKN:856243)

42,2 %

Intel (WKN:855681)

160,9 %

Cisco (WKN:878841)

150,7 %

Hewlett-Packard (WKN:851301)

51,3 %

Apple (WKN:865985)

287,7 %

Goldman Sachs (WKN:920332)

94,3 %

Citigroup (WKN:A1H92V)

87,2 %


Quelle: S&P Global Market Intelligence. Aktienrenditen sind dividendenbereinigte Renditen vom 21.5.2011 bis zum 03.11.2017.

Im Durchschnitt brachte diese Gruppe Totgeglaubter seit ich meinen Artikel geschrieben habe 147 % oder 15,1 % im Jahresdurchschnitt. Der S&P 500 konnte im selben Zeitraum nur 94 % erzielen.

Warum ich recht hatte

Es ist nicht hilfreich einfach nur darauf hinzuweisen, dass ich recht hatte – denn wie das Sprichwort schon sagt: Manchmal findet auch ein blindes Huhn ein Korn. Ich möchte aber nicht gerne mit einem blinden Huhn verglichen werden.

Aus diesem Grund ist es notwendig, den nächsten Schritt zu machen und sich zu überlegen, warum sich meine These als richtig herausgestellt hat.

Daher bin ich zu folgendem Schluss gekommen: Wenn jemand eine Aktie als tot bezeichnet, dann schaut er meistens nur auf eines – den Kurs-Chart. Der Chart selbst ist aber keine besondere Hilfe.

Ich verstehe schon, warum einige Leute glauben, dass man zukünftige Kursbewegungen nur aus der Kursanalyse ableiten könnte. Ich halte das aber nicht für gut. Es gibt auch Leute, die glauben, dass man die Zukunft aus Teeblättern oder in der Handfläche einer Person lesen kann. Was soll ich sagen – der Mensch mag einfach Muster.

Wir möchten uns stattdessen die historischen Kursbewegungen der Aktie sowie den aktuellen Kurs zusammen mit der Performance und der Qualität des Unternehmens ansehen.

Microsoft hatte z. B. im Jahr 2000 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 50. Als ich 2011 meinen Artikel schrieb, war das KGV auf unter 10 gefallen. Aber zwischen den Jahren 2000 und 2010 stieg der Gewinn pro Aktie von Microsoft um fast 10 % pro Jahr. Das ist schon beeindruckend!

Was ist hier also passiert? Die Microsoft-Aktie war im Jahr 2000 einfach zu teuer und musste erst einbrechen, um wieder eine attraktive Investition zu werden. Das Unternehmen Microsoft entwickelte sich in diesen zehn Jahren aber sehr gut. Bis zum Jahr 2011 hatte sich die Microsoft-Aktie nicht gut entwickelt. Daher hielten sie einige Leute für „totes Geld“, obwohl sich das Geschäft von Microsoft gut entwickelte.

Microsoft ist aber keine Aktie, die man meiden sollte, und das führte bei den Investoren zu einem Problem. Es war ein gesundes Unternehmen, dessen Aktie einfach viel zu billig geworden war.

Wie ich in meinem ursprünglichen Artikel bereits gezeigt hatte, könnte man das von vielen der erwähnten Unternehmen sagen. Die Aktien waren einfach zu teuer geworden und mussten erst einmal stagnieren oder einbrechen, um wieder auf die richtige Größe zurückgestutzt zu werden. Aber die Unternehmen selbst waren in guter, wenn nicht sogar großartiger Form.

Worauf man achten sollte

Wenn jemand also eine Aktie als „Dead Money“ bezeichnet, dann weißt du jetzt, dass du sie nicht zwangsweise meiden solltest. Du solltest einen genaueren Blick auf sie werfen!

Allgemein gesprochen erinnert uns diese Geschichte daran, wonach wir die ganze Zeit suchen: nach Gelegenheiten, bei denen ein Ungleichgewicht zwischen dem Kurs einer Aktie und der Qualität des zugrunde liegenden Unternehmens auftritt.

Wenn du konsequent solche Situationen finden kannst, dann wirst du dich als Investor sehr gut schlagen.

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Matt besitzt Aktien von Target, Apple und Goldman Sachs. Teresa Kersten arbeitet bei LinkedIn und ist im Vorstand von Motley Fool. LinkedIn ist ein Tochterunternehmen von Microsoft. Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, Short Januar 2020 $55 Calls auf Apple. Motley Fool empfiehlt Cisco Systems und Intel.

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