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Lufthansa-Aktie nach Mega-Rallye: Kommt jetzt der Crash?

Wer sich vor einem Jahr Aktien der Lufthansa (WKN:823212) gekauft hat, der hat heute allen Grund zur Freude. Um mehr als 135 % hat der Lufthansa-Aktienkurs seitdem zugelegt (Stand: 26.10.2017). Die Frage, die sich nun stellt, lautet: War der Kursprung vielleicht zu euphorisch und steht ein Crash deshalb unmittelbar bevor?

Mit Sicherheit beantworten kann ich diese Frage natürlich nicht. Aber ich kann drei mögliche Ursachen für einen Kurssturz einmal genauer unter die Lupe nehmen. Wie hoch die Crash-Wahrscheinlichkeit aufgrund steigender Ölpreise, Streiks und zunehmender geopolitischer Spannungen ist, erfährst du, wenn du weiterliest.

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Möglicher Crash-Auslöser 1: Steigender Ölpreis

Der erste Auslöser für einen Kurssturz könnte ein stark steigender Ölpreis sein. Wie sehr der Ölpreis die Entwicklung der Lufthansa beeinflussen kann, verdeutlicht die nachfolgende Grafik. Während die Anzahl der Flüge annähernd gleich geblieben ist, sind die Treibstoffkosten infolge niedriger Ölpreise um 20 % gesunken.

Quelle: Lufthansa Geschäftsbericht 2016

Und hier sprechen wir nicht von ein paar Millionen Euro. Satte 2,5 Milliarden Euro hat man 2016 verglichen mit 2012 an Treibstoffkosten eingespart! Zur besseren Veranschaulichung: Das sind knapp 20 % des aktuellen Marktwertes der Lufthansa (Stand: 28.10.2017)!

Im Umkehrschluss bedeutet das leider auch, dass steigende Ölpreise den Gewinn der Lufthansa drastisch senken oder gar komplett auffressen könnten. Dauerhaft hohe Ölpreise stellen daher in meinen Augen definitiv ein hohes Crash-Risiko für die Lufthansa-Aktie dar!

Crash-Wahrscheinlichkeit bei stark steigenden Ölpreisen: 80 %

Möglicher Crash-Auslöser 2: Streiks

Wie du sicher weißt, war die Lufthansa in der Vergangenheit des öfteren von Streiks seitens der Piloten oder des Kabinenpersonals betroffen. Diese kosten Geld und beschädigen zudem das Image. Könnten Streiks also der Auslöser für den nächsten Crash der Lufthansa-Aktie sein?

Um das Crash-Potential besser abschätzen zu können, habe ich mir einmal angeschaut, wieviel Umsatz der Lufthansa im Jahr 2015 durch Streiks durch die Lappen gegangen sind. Laut Unternehmensangaben waren dies 220 Millionen Euro. Da wir hier von Umsätzen sprechen und nicht vom Gewinn, dürfte der ergebniswirksame Betrag ein gutes Stück geringer ausfallen.

Schnell wird klar: Verglichen mit den Treibstoffkosten sprechen wir bei den Streikkosten von Peanuts! Im übrigen gilt der neue Tarifvertrag für die Piloten bis 2022. Zumindest hier ist das Streikrisiko in den nächsten paar Jahren also nahe Null. Dementsprechend schätze ich das Risiko eines Kurseinbruches der Lufthansa-Aktie aufgrund von Streiks als sehr gering ein.

Crash-Wahrscheinlichkeit aufgrund von Streiks: 5 %

Möglicher Crash-Auslöser 3: Geopolitische Spannungen

Auch zunehmende, geopolitische Spannungen könnten die Reiselust vieler Menschen dämpfen. Logischerweise würde das auch die Lufthansa als eine der größten Airlines der Welt treffen und könnte damit für einen Crash der Lufthansa-Aktie sorgen. Aber wie stark haben sich politische Konflikte in der Vergangenheit tatsächlich auf den Kurs ausgewirkt?

Besonders das Jahr 2011 war ein Jahr, in dem traurigerweise viele Konflikte und Kriege begonnen haben. Dazu zählen der Bürgerkrieg in Libyen gegen Gaddafi, die Revolution in Ägypten und auch die ersten Aufstände im Irak, aus denen die terroristische Organisation Islamischer Staat resultierte.

Doch was machte die Lufthansa-Aktie inmitten all dieser Unruheherde, die noch dazu oft in oder in der Nähe von beliebten Urlaubszielen waren? Tatsächlich büßte sie zwischen Januar 2011 und Juni 2011 rund 50 % ein. Zum Vergleich: Der DAX verlor zwischen Januar 2011 und August 2011 nur 25 %.

Für mich zeigt dieser Blick in die Vergangenheit, dass die Lufthansa anfälliger für geopolitische Krisen ist als andere Unternehmen. Entsprechend steckt in solch traurigen Ereignissen meiner Meinung nach eine Menge Crash-Potential für die Lufthansa-Aktie.

Crash-Wahrscheinlichkeit aufgrund von zunehmenden, geopolitischen Spannungen: 80 %

Mein Fazit zur Mega-Rallye der Lufthansa-Aktie

Wer meine letzen Artikel zur Lufthansa-Aktie gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich diese nicht uninteressant finde. Und das tue ich auch trotz der Anfälligkeit bezüglich steigender Ölpreise oder geopolitischer Spannungen.

Aber: Lufthansa-Aktionären müssen damit rechnen, dass der Kurs aufgrund der beiden genannten Punkte schnell mal 50 % oder mehr einbüßen kann. Insbesondere inmitten einer Mega-Rallye, wie wir sie gerade erleben.

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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