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Telekom-Anteile: Unternehmenschef steht Verkauf des Bundes skeptisch gegenüber

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Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union, FDP und Grünen laufen und eines der wichtigsten Themen ist die Haushaltsgestaltung. Wenn alle Parteien möglichst viele ihrer teils teuren Versprechen durchbringen wollen, muss auch entsprechend Geld her, um das zu bezahlen. Neue Schulden will man schließlich nicht.

Also kam nun in den Gesprächen der Vorschlag auf, die großen und wertvollen Unternehmensanteile, die der deutsche Staat noch immer an der Deutschen Telekom (WKN:555750) hält, zu versilbern. Die traditionell privatwirtschaftlich orientierte FDP ist von der Idee angetan und hat vorgeschlagen, die Erlöse in den Netzausbau zu investieren, aber auch die Grünen waren angeblich für die Idee zu erwärmen.

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In einem Interview mit Der Welt äußerte sich der Telekom-Chef aber skeptisch. Für Aktionäre des Konzerns ist es von großem Interesse, ob in den nächsten Monaten und Jahren gigantische Summen an Telekom-Aktien auf den Markt geworfen werden und womöglich den Preis nach unten drücken.

Wieso der Telekom-Chef skeptisch ist

Telekom-Chef Timotheus Höttges hat davor gewarnt, die Telekom-Anteile des Bundes zu verkaufen. Er wies darauf hin, dass ein neuer Anteilseigner auch neue Interessen mitbringen würde. Die Themen Infrastruktursicherheit und Investitionen könnten dann einen neuen Stellenwert bekommen.

Wie immer sind solche Formulierungen mit großer Sicherheit vorsichtiger als die wahren Gedanken des Unternehmenschefs. Er will damit warnen, dass eine andere Aktionärsstruktur dazu führen könnte, dass Profite mehr im Vordergrund stehen, und dann Investitionen und wichtige Themen wie Breitbandausbau auf der Strecke bleiben könnten. Der Telekom wird ohnehin schon oft vorgeworfen, nicht zu genug zu investieren, und die deutsche Internetinfrastruktur gilt im internationalen Vergleich als mangelhaft.

Wer das Ganze noch aus einer anderen Perspektive betrachten will, könnte natürlich auch der Meinung sein, dass die Telekom sich davor fürchtet, alte und verkrustete Strukturen aufbrechen und neue, harte Wege einschlagen zu müssen, anstatt sich hinter dem Verständnis des behäbigen Großaktionärs Bund verstecken zu können.

Das steht auf dem Spiel

Es steht tatsächlich relativ viel auf dem Spiel. Es befinden sich noch immer 31,9 % der Telekom-Anteile in Staatsbesitz. Allerdings muss man hier zwischen dem Besitz des Bundes und dem der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterscheiden. Der Bund besitzt 14,5 % und die KfW 17,4 %. Die Anteile des Bundes dürften viel einfacher zu veräußern sein, wohingegen die KfW sich vielleicht eher ungern von ihren Anteilen trennt.

Selbst wenn man aber nur damit rechnet, dass letztendlich die Anteile des Bundes tatsächlich veräußert werden, kann man verstehen, dass Höttges das mit Sorge betrachtet. Damit würden Aktien im Wert von über 10 Mrd. Euro auf den Markt geworfen werden. Selbst wenn man diese Summe über viele Monate verteilt, würde das bei der aktuellen Liquidität der Aktie eine massive Angebotssteigerung bedeuten. Erhöht sich die Nachfrage nicht gleichzeitig stark, würde das den Preis nach unten drücken.

Der Telekom-Chef hat nun Gründe in den Raum geworfen, die zumindest nach seiner Ansicht gegen einen Verkauf der staatlichen Anteile an der Telekom sprechen. Telekom-Aktionäre sollten genau beobachten, wie sich die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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