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Gazprom: Ärger in Europa, Aufbruch in China

Foto: Gazprom

In Europa lässt man derzeit kaum ein gutes Haar an dem russischen Energieriesen Gazprom (WKN:903276). Viele in der EU stellen sich gegen das Großprojekt Nord Stream 2 quer. In China lässt man dagegen Pragmatismus walten und schreitet mit der Infrastruktur für russische Erdgas-Exporte voran.

Wie konträr sich Europa und Fernost gerade für Gazprom entwicklen, erfährst du hier.

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Der nächste mögliche Seitenhieb aus Europa

Schon lange hätte die EU gerne Mitspracherecht bei der Gaspipeline Nord Stream 2, die von Russland über die Ostsee nach Deutschland dringend benötigtes russisches Erdgas in einem Volumen von bis zu 55 Mrd. Kubikmetern jährlich liefern soll.

Es wurde aber immer deutlicher, dass die EU hier kein Mitspracherecht hat. Erst kürzlich hat das sogar noch einmal der Juristische Dienst des Europäischen Rates bekräftigt, nachdem sich dieser im Auftrag der EU näher mit dem Thema befasste.

Gerade aber im Osten Europas, wo man die Allmacht Russlands und schwindende Transitgebühren aus bereits vorhandenen Pipelines fürchtet, will man das aber nicht akzeptieren. Deshalb plant die EU nun im November eine Änderung des dritten Energiepakts vorzuschlagen, die dann womöglich eine Mitsprache der EU ermöglichen würde. Polens Ministerpräsidentin Beata Szydło sprach mit Nachdruck davon, dass es sich hier um eines der dringendsten Probleme der EU handele.

Obwohl also eigentlich klar war, dass die EU den Bau der Pipeline nun offiziell endgültig hinnehmen müsste, wird alles dafür getan, um doch noch Mitspracherecht zu bekommen. Das bringt wieder neue Unsicherheiten für Gazproms wichtiges Großprojekt.

China ist viel pragmatischer

Während Europa also schon wieder Sorgen bereitet, geht es wenigstens in Fernost voran. Vor wenigen Tagen meldete Gazprom, dass der Bau der Pipelines für das Großprojekt Power of Siberia wie geplant voranschreitet. Mehr als 1.095 Kilometer sind bereits gebaut, bis zum Ende des Jahres dürften bereits 1.300 Kilometer von ingesamt 3.000 Kilometern Pipeline fertig gestellt sein.

Da das Pipelinenetz auch China beliefern wird, ist besonders interessant, dass bereits 50,7 % der Strecke von dem Chayandinskoje-Feld bis nach Blagoweschtschensk fertig sind. Blagoweschtschensk wird nur noch vom Strom Amur von China getrennt. Wenn alles nach Plan läuft, kann das neue Pipelinesystem dann im Dezember 2019 das erste Erdgas liefern. Es wird den chinesischen Markt jährlich mit 38 Milliarden Kubikmetern Gas versorgen. Da Chinas jährlicher Bedarf aber laut Angaben des Gazprom-Vorsitzenden schon heute 200 Mrd. Kubikmeter beträgt und demnächst auf 300 Mrd. steigen soll, ist es kein Wunder, dass bereits Power of Siberia 2 mit einer Kapazität von weiteren 30 Mrd. Kubikmetern geplant ist.

China weiß, dass es das Erdgas dringend für seinen immensen Energiehunger und Wechsel zu weniger umweltverschmutzenden fossilen Brennstoffen braucht, und im Gegensatz zu Europa geht es das Großrojekt mit jede Menge Pragmatismus an.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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