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Wie Investoren über autonomes Fahren denken sollten

Foto: The Motley Fool.

Es ist kein Geheimnis, dass Automobilhersteller und Technologieunternehmen viel Geld und Anstrengung in die Entwicklung von Autos und LKWs stecken, die ohne menschlichen Fahrer sicher auf öffentlichen Straßen fahren können.

Obwohl es noch viele Jahre dauern kann, bis autonome Fahrzeuge die Straßen beherrschen, blüht die Technologie dahinter schon auf. Und das bedeutet, dass sich große Chancen für Investoren auftun.

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Das Unternehmen, welches früher als Google Self-Driving Car Project bekannt war, hat eine große Entwicklung vom süßen, aber unpraktischen Panda-Testauto vor drei Jahren gemacht. Waymos heutige Testflotte besteht aus individuell entworfenen Chrysler Pacifica Hybrid Minivans, die mit den neusten Sensoren ausgestattet sind. Foto: Alphabet.

Was ist autonomes Fahren?

Das Wörterbuch sagt uns, dass etwas „autonom“ ist, wenn es in sich geschlossen ist und ohne äußere Steuerung funktioniert. Bei Fahrzeugen ist dies der Fall, wenn sie ohne menschlichen Fahrer fahren können. Autonome Fahrzeuge werden häufig als fahrerlose Fahrzeuge oder selbstfahrende Fahrzeuge bezeichnet. Die Idee dahinter ist jedoch immer die Gleiche.

Welche Stufen des autonomen Fahrens gibt es?

In vielen Artikeln über autonome Fahrzeuge siehst du die Bezeichnung “Level 4“ oder „Level 5”-Systeme. Diese Level oder Stufen beziehen sich auf Standards der SAE International (eine professionelle Vereinigung von Automobilingenieuren). Diese Standards werden weltweit akzeptiert.

Mit den Stufen ist eine schnelle Einordnung der autonomen Fähigkeiten eines Fahrzeugs möglich. Es gibt sechs Stufen, die von Level 0 (keine Automation) bis Level 5 (voll autonomes Fahrzeug, das unter jeder Bedingung fahren kann, in denen ein menschlicher Fahrer zurecht kommen würde).

Hier ist eine schnelle Übersicht über die einzelnen Stufen:

  • Level 2 bezeichnet ein fortschrittliches Fahrerassistenzsystem, das unter bestimmten Umständen sowohl die Lenkung als auch Bremsen bedienen kann. Es wird offiziell nicht als selbstfahrend angesehen.
  • Level 3 umfasst die „bedingte Automation“. Das heißt, dass das Fahrzeug unter eng begrenzten Umständen (z. B. nur auf der Autobahn) fahren kann. Level 3-Systeme setzen voraus, dass ein menschlicher Fahrer aufpasst und jederzeit schnell übernehmen kann. Dadurch sind sie umstritten und Automobilhersteller wollen das Level 3 vollkommen überspringen.
  • Level 4 umfasst die „hohe Automation“. In der Praxis bedeutet das, dass ein System die meisten Aufgaben eines menschlichen Fahrers übernimmt, allerdings nur in einer begrenzten (gut kartografierten) Umgebung. Die meisten Systeme autonomer Fahrzeuge, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen, werden als Level 4 eingestuft.
  • Level 5 ist die vollständige Automation. Das Auto kann überall hinfahren und alles tun, was ein erfahrener menschlicher Fahrer kann.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Stufen von dem Hersteller des Systems vergeben werden. Es gibt keine externe Stelle, die die Stufen vergibt. Offiziell sind Teslas (WKN:A1CX3T) Autopilot und General Motors (WKN:A1C9CM) Super Cruise System auf Level 2. Audi von Volkswagen ist dabei, das erste System auszurollen, das die Level 3-Anforderungen erfüllt.

Wird dies das erste massengefertigte autonome Fahrzeug? GM sagte, dass sein selbstfahrender Chevrolet Bolt EV bald in die Produktion gehen könnte. Foto: General Motors.

Wie und wann werden autonome Fahrzeuge auf den Markt kommen?

Die meisten Unternehmen, die an autonomen Fahrzeugsystemen arbeiten, konzentrieren sich auf ein (oder mehrere) potenzielle Märkte:

  • Fahrzeuge für Passagiertransport in städtischen Umgebungen. Dienste wie Uber Technologies oder Lyft spielen hier eine Rolle.
  • Kommerzielle Fahrzeuge, die automatische Lieferstrecken abfahren können.
  • Fahrzeuge für Konsumenten, besonders Luxusautos.

Im Moment sieht es so aus, als ob das erste Fahrzeug der Stufe 4, welches in die Massenfertigung geht, im Passagiertransportbereich eingesetzt wird. Möglicherweise dauert es aber noch ein bis zwei Jahre.

Die ersten autonomen Fahrzeuge müssen nicht nur Passagiere befördern. Ford testet sein automatisches Pizzalieferfahrzeug in Michigan. Foto: Ford Motor Company.

Aber in ein paar Jahren werden auch die anderen Märkte an Bedeutung gewinnen. Fast alle Luxusautohersteller jagen hinter Teslas Autopilotsystem her. Und manche Hersteller von kleinen und  großen LKWs (und Technologieunternehmen, die mit diesen ins Geschäft kommen wollen) arbeiten an autonomen Systemen für kommerzielle LKW. Ford Motor Company testet sogar ein autonomes Pizzalieferfahrzeug.

Welche Unternehmen profitieren wahrscheinlich am meisten von der Technologie?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, da der Markt noch keine konkrete Form angenommen hat. Die Antwort wird zusätzlich erschwert, zahlreiche Entwicklungsansätze verfolgt werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Level 4-Technologie in ein paar Jahren nach ihrer Einführung zum Standard wird.

Aber es gibt verschiedene Unternehmen, die das Potenzial haben, dadurch den Gewinn zu steigern.

  • NVDIA (WKN:918422) stellt Grafikprozessoren her, mit denen die Computergehirne vieler autonomer Fahrzeuge laufen. Das Unternehmen sagte, dass der adressierbare Markt bis 2025 8 Milliarden US-Dollar groß sein wird. Aktuelle Kunden umfassen Automobilhersteller wie Audi und Tesla, die selbst große Fortschritte bei der Entwicklung autonomer Autos erzielt haben.
  • Intel (WKN:855681) unternimmt große Anstrengungen, um NVIDIA einzuholen. Erst kürzlich hat es mit Mobileye den Marktführer für Machine-Vision-Systeme gekauft. Diese sind Schlüsselkomponenten für fortschrittliche fahrerlose Systeme und Assistenzsysteme. Intel konkurriert bei Prozessoren für die Automobilhersteller und den Datenzentren, die für den Betrieb der Netzwerke autonomer Fahrzeuge notwendig sind. Intel schätzt die Größe des adressierbaren Marktes bis 2030 auf 70 Milliarden US-Dollar.
  • Bei den großen Automobilherstellern sticht General Motors heraus. Das Unternehmen hat frühzeitig die Führung bei Elektroautos und autonomen Fahrzeugen übernommen. GM gab kürzlich bekannt, dass es ein massenfertigungstaugliches Fahrzeug hat, welches Level 4 erreicht. Es wartet nur noch auf die offizielle Zulassung. CEO Mary Barry sagte, dass die Technologie in Zukunft ein deutliches Gewinnwachstum hervorrufen könnte. Aber eine genaue Vorhersage gab sie nicht.
  • Damiler AG (WKN:855681), welches mehrere LKW-Marken besitzt, die mittlere und große LKW herstellen, soll ebenfalls große Fortschritte bei autonomen Fahrzeugen machen. Das gilt zwar für die meisten seiner Konkurrenten, aber die LKW-Sparte könnte auf verschiedene Weise nützlich sein, um ein solches System auf dem Markt erfolgreich zu machen.
  • Tesla hatte frühzeitig die Führung in dem Markt übernommen. Wenn es die Massenfertigung in den Griff bekommt und sein Autopilotsystem perfektioniert, könnte es der große Gewinner sein. Aber die Chancen sind bei Konkurrenten wie GM eher schmal.
  • Auch der Technologieriese Alphabet (WKN:A14Y6F) hat ein Tochterunternehmen mit dem Namen Waymo LLC gegründet, welches sich um die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen kümmert. Waymo ist kein Automobilhersteller und will es auch nicht sein, aber du solltest es trotzdem nicht vernachlässigen. Seine Technikkompetenz macht sie zu einem attraktiven Partner für Automobilhersteller, die den Anschluss an Konkurrenten nicht verlieren wollen.

Schreib Daimler beim Rennen um autonome Fahrzeuge nicht ab. Selbstfahrende LKW können autonomen Konvois fahren, wie diese Mercedes-Benz-Fahrzeuge. Foto: Daimler AG

Lektion: Wie du über autonomes Fahren denken solltest

Und hier ist die Lektion für Investoren: Autos des Level 4 werden wahrscheinlich in ein oder zwei Jahren verfügbar sein. Die anfänglichen Märkte sind zwar begrenzt, aber werden wahrscheinlich im Laufe der Zeit wachsen. Obwohl es zu zeitig ist, einen Gewinner zu küren, dürfte Level 4 in fünf bis sieben Jahren nur Norm gehören. Einige Unternehmen stehen gut da, um vom autonomen Fahren zu profitieren, wenn es massentauglich wird.

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Suzanne Frey, Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstandes von The Motley Fool. The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Ford, Nvidia und Tesla. The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 08.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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