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Linde-Praxair-Fusion: Eine Entscheidungshilfe für Aktionäre

Quelle: The Linde Group

Die Kombination von Linde (WKN:648300) und Praxair (WKN:884364) unter dem Dach einer neuen Holding in Irland geht nun in die heiße Phase, bis zum 24. Oktober ist noch Zeit für den Umtausch. Viele Aktionäre zögern noch, denn die Vor- und Nachteile wollen gut abgewägt werden. Hier sind meine Gedanken zur vorgeschlagenen Fusion.

Die Querschüsse

Es hat lange gedauert, bis sich beide Seiten dazu durchgerungen haben, den Zusammenschluss zu wagen und sich über die wesentlichen Rahmenbedingungen des Vorhabens einig zu werden. Seither geht es vor allem darum, die Linde-Eigentümer zu überzeugen, denn dort herrscht noch einiges an Gegrummel:

  • Politiker und Gewerkschaften sorgten sich um Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und die Bewahrung der deutschen Wurzeln.
  • Kartellbehörden machten klar, dass ohne die Abgabe von bedeutenden Geschäftsteilen nichts gehen wird.
  • Die FAZ hob groß hervor, wie Berater, Banker und Anwälte mit dem Deal den großen Reibach machen.
  • Aktionärsvertreter stänkerten, dass es ungerecht sei, dass die Fusion auf Augenhöhe stattfindet, obwohl Linde doch das deutlich größere Unternehmen sei.

Die Vision

Daneben denke ich, dass das Management durch den ganzen Prozess von der Implementierung der eigenen Strategie abgelenkt wird. Außerdem bin ich besonders neugierig, in welche Richtung der Gigant steuern wird.

Klar ist, dass das Ganze amerikanischer wird, aber was bedeutet das? Mehr Marketing, Zahlen-Obsession, IT und Dienstleistungen, aber weniger Technik-Fokus? Linde ist ja eher vom Engineering getrieben, während bei Praxair die Betriebswirte das Sagen haben.

Für die Entwicklung der Innovationsfähigkeit kann das entweder bedeuten, dass der Konzern überoptimiert wird und damit seine Agilität verliert oder aber, dass er gerade über die Digitalisierung und smarte Steuerung in die Lage versetzt wird, besonders innovativ zu werden. Die neue Größe würde es auch erlauben, mit massiven Investitionen neue Märkte zu erobern, etwa rund um die Wasserstoffwirtschaft, die Energiespeicherung oder die Distribution von Flüssigerdgas (LNG).

Aber mich besorgt, dass hierzu bis heute nur recht platte Aussagen gemacht werden. Man wolle eben eine effiziente Plattform für zukünftiges Wachstum mit global ausbalanciertem Lösungsportfolio schaffen. Na ja, da habe ich echt schon Aufregenderes gesehen.

Was tun?

Mittelfristig wird es sicherlich gelingen, Wert für die Anleger zu schaffen. Wenn ich zwischen neuer und alter Linde entscheiden müsste, würde ich an diesem Punkt schon zur irischen „plc“ tendieren. Aber vollends überzeugt bin ich davon derzeit nicht.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Linde.

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