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Könnte Dyson bis 2020 erfolgreich ein Elektroauto auf den Markt bringen, dass die Reichweite von Tesla übertrifft?

Foto: The Motley Fool.

Auf den ersten Blick scheint es verrückt, dass das britische Unternehmen Dyson bis 2020 ein Elektroauto auf den Markt bringen will, welches eine 50 % bis 100 % höhere Reichweite haben wird als die Modelle, die heutzutage auf dem Markt sind. Damit könnte es auch mit dem Superstar der Elektrobranche Tesla (WKN:A1CX3T) konkurrieren.

Das Unternehmen ist bekannt für seine hochwertigen, beutellosen Staubsauger und seine einzigartig designten, technologisch fortschrittlichen Produkte. Aber es ist eben nur ein Haushaltsgerätehersteller.

Nicht so schnell. Es gibt gute Gründe, warum Dyson eine Chance hat, den schwer zu betretenden Automobilmarkt erfolgreich zu erobern.

Was wir über die Pläne von Dysons Elektroauto wissen

James Dyson, Gründer des privat gehaltenen Unternehmens und umtriebiger Erfinder, kündigte bei einer Pressekonferenz letzten Monat an, dass sein Unternehmen ein Elektroauto entwickelt. Dieses soll bis 2020 auf der Straße sein. Die Nachricht war keine große Überraschung, da schon wild spekuliert wurde, dass Dyson in den Elektroautomarkt einsteigen will. Die Gerüchte wurden verstärkt, als das Unternehmen 2015 einen Akkuhersteller übernahm.

Dyson enthüllte jedoch nur wenige Details. Aber dank eines Interviews von Dysons CEO Max Conze mit Wired haben wir ein paar Informationen über die Pläne des Unternehmens. Dyson will ein Elektroauto bauen, dessen Reichweite 50 % bis 100 % höher ist als die der heutigen Fahrzeuge. Teslas Model S 100D ist mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet und hat dem EPA-Standard entsprechend eine Reichweite von 550 Kilometern. Damit ist es gegenwärtig das Fahrzeug mit der größten Reichweite auf dem Markt.

Dyson wird die Entwicklung und Herstellung seines Elektroautos allein bewältigen. Es plant aber, die Systeme für autonomes Fahren zuzukaufen, anstatt eigene Entwicklungen durchzuführen. Conze sagte gegenüber Wired auch, dass das Unternehmen davon ausgeht, nicht in eine Ladeinfrastruktur zu investieren. Der Grund sollen die hohen Reichweiten sein und die sich daraus ergebende geringere Notwendigkeit, häufig zu laden. Dieser Plan hat Kritik hervorgerufen, aber mir scheint er sinnvoll. Das Auto über Nacht aufzuladen sollte mehr als 99 % aller Anwendungsfälle für Autos mit einer Reichweite von über 800 Kilometern ausmachen.

SIR JAMES DYSON. FOTO DYSON.

Warum Dysons Chancen gut stehen

Dyson scheint gute Chancen bei der Entwicklung und Vermarktung eines Elektroautos zu haben, wenn die Reichweite über den Aktuellen Werten liegt. Diese Gründe sprechen dafür:

  • Die Beharrlichkeit seines Gründers und Produktentwicklers
  • Der Status als rentables Unternehmen
  • Das Engagement bei Forschung und Entwicklung (F&E)
  • Das Potenzial, einen besseren Akku zu entwickeln
  • Die Expertise bei Elektromotoren und Luftströmung
  • Das High-Tech-Image

Bevor Dyson sein Unternehmen gegründet hat, verbrachte er fünf Jahre damit, Tausende Prototypen seines Vorzeigestaubsaugers ohne Beutel zu entwickeln. Dann musste er ein Produktionsunternehmen gründen, da er niemanden finden konnte, der seine Erfindung kaufen wollte. Seitdem hat Dyson ein ähnliches Vorgehen bei anderen Produkten gewählt. Er nimmt alltägliche Elektrogeräte, wie Föhne, Beleuchtung, Luftreiniger sowie Handtrockner, und verbessert diese technisch. Dann verpasst er ihnen ein deutlich höheres Preisschild.

Dysons solide finanzielle Situation sollte es in die Lage versetzen, seine Ambitionen umzusetzen. 2016 sprang der Umsatz um 45 % auf 2,5 Milliarden GBP. Der EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation und Amortization) stieg um 41 % auf 631 Millionen GBP. Und dabei wurde bereits ein großer Teil des Umsatzes für F&E ausgegeben. Das Unternehmen investiert 14,5 % seines Jahresumsatzes in F&E. Obwohl das Vermögen von Dyson nicht ganz so riesig ist wie das von Teslagründer Musk, kann er es sich leisten, etwas seines eigenen Geldes beizusteuern, wenn es notwendig wird. Musk hat laut Forbes ein Vermögen von 21 Milliarden US-Dollar und Dyson verfügt über 4,4 Milliarden US-Dollar.

Dyson setzt zweifelsohne darauf, dass seine Akkutechnologie sein größter Trumpf ist. 2015 kaufte das Unternehmen Sakti3, einen Pionier in Solid-State-Akkus. Solche Akkus sollen eine höhere Energiedichte haben. Somit haben sie das Potenzial, mehr Energie in einen kleineren, leichteren und sichereren Akku zu stecken als in die besten heutzutage verfügbaren Lithium-Ionen-Akkus. Dyson kann zudem auf Erfahrungen bei Elektromotoren und Luftströmung zurückgreifen, um bei der Herausforderung der Reichweite zu punkten.

Schlag Dyson nicht in den Wind

Tesla wird wahrscheinlich die Nummer eins bei Elektroautos bleiben. Dies liegt an der Expertise im Bereich Software, Designästhetik, umfassender Ladeinfrastruktur und dem brillanten CEO Elon Musk. Allerdings ist Tesla noch nicht rentabel. Das muss es aber sein, wenn es langfristig Erfolg haben will.

Obwohl die Meisten wohl kaum darauf wetten würden, dass Dyson eine Gefahr für Tesla ist, sollten wir den Staubsaugerhersteller und seine Chancen, in dem Elektroautomarkt (oder im Stromspeichermarkt, wovon ich ausgehe, wenn seine Akkutechnologie ausgereift ist) Fuß zu fassen, nicht in den Wind schlagen.

Investoren von Tesla sollten diesen Schritt mit Freude sehen und Dyson danken, da eine gute Konkurrenz Tesla bei seinen Anstrengungen noch anspornen kann.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Tesla.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und am 15.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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