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Was ist Shillers CAPE-Verhältnis?

Es gibt viele Begriffe in der Finanzwelt, die nicht selbsterklärend sind. Die Grundregel ist oftmals leider, dass man, je mehr davon benutzt, umso schlauer klingen will.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fachbegriffen, gibt es aber für das sogenannte CAPE-Verhältnis auch keinen einfacheren Begriff. Wieso das so ist und was sich genau hinter der oftmals verwendeten Kennzahl verbirgt, erfährst du hier.

Die wichtigste aller Kennzahlen

Das häufigste Instrument, um eine Aktie zu bewerten, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Dafür teilt man einfach den Wert der Aktie durch den erwirtschafteten Gewinn pro Aktie. Wenn also einer Aktie mit einem Wert von 100 Euro ein Gewinn in Höhe von 10 Euro gegenübersteht, dann ergibt sich ein KGV von 10.

Das ist aber gar nicht unbedingt immer so einfach, wie es aussieht, denn es gibt keine offizielle Festlegung davon, was als Gewinn herangezogen wird. Man kann den für das laufende oder sogar kommende Jahr erwarteten Gewinn als Grundlage nehmen, aber auch den Gewinn des vergangenen Jahres oder sogar der letzten vier Quartale, im Fachjargon Trailing Twelve Months, heranziehen.

Viele stört an dieser Kennzahl, dass sie nur einen schlaglichtartigen Einblick der Bewertung gibt. Für einzelne Aktien leuchtet das sofort ein, schließlich können Gewinne aufgrund von Sondereffekten, einmaligen Abschreibungen und anderen Gründen Jahr für Jahr immens schwanken. Dass es ähnliche Schwankungen aber auch bei den Gewinnen des breiten Marktes gibt, ist einem Professor aus Yale aufgefallen.

Mehr als das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Der Finanzökonom Robert Shiller war unzufrieden mit dem KGV als gängige Kennzahl, um den breiten Aktienmarkt zu bewerten. Das führte ihn dazu, eine neue Version des KGV zu entwickeln. Da die Wirtschaft generell zyklisch ist und auch Unternehmen insgesamt mal bessere Zeiten mit hohen Gewinnen und schlechtere Zeiten mit niedrigen Margen durchleben, war das Ziel, diese Zyklen in der Bewertung des Aktienmarkts zu berücksichtigen.

Dafür hat er die sogenannte Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio, kurz CAPE-Ratio, entwickelt. Auf Deutsch würde man von einem zyklusbereinigten KGV sprechen. Um diese Zahl zu berechnen, wird aus den inflationsbereinigten Gewinnen der letzten zehn Jahre ein Durchschnitt gebildet, der dann verrechnet mit dem aktuellen Preisniveau an den Märkten die CAPE-Ratio ergibt. So werden die verschiedenen Zyklen der letzten zehn Jahre bereinigt.

Bekanntheit hat das CAPE-Verhältnis erlangt, als es während der Interneteuphorie zur Jahrtausendwende genau vor dem Platzen der Blase zum Warnindikator wurde. Seitdem nutzen viele den Bewertungsindikator, um eine Überhitzung am Aktienmarkt aufzuspüren, auch wenn Shiller selbst davor warnt, die Kennzahl für Market Timing zu nutzen.

Viele sind darüber hinaus skeptisch, wie nützlich die Kennzahl aktuell ist. Sie zeigt derzeit eine hohe Überbewertung vor allem an den amerikanischen Aktienmärkten an, aber in dem Durchschnitt sind auch die Extremwerte während der Finanzkrise enthalten. Grund genug, sie nicht als einzigen Bewertungsindikator zu betrachten.

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