MENU

NVIDIA macht einen großen Schritt nach vorn bei selbstfahrenden Autos

Foto: NVIDIA.

NVIDIA (WKN:918422) sagte am Dienstag, dass es einen neuen Computer im Auto geschaffen habe, der leistungsfähig genug wäre, um vollautonome Fahrzeuge zu ermöglichen. Der Vertrieb beginnt nächstes Jahr.

Ein neues „Computer-Gehirn“ für vollautonome Fahrzeuge

Der Chip-Riese stellte das neue System mit dem Namen Drive PX Pegasus am Dienstag auf seiner GPU-Technologiekonferenz in München vor. Wenn die Auslieferung im nächsten Jahr beginnt, wird die Pegasus das „Gehirn“, die Drive PX 2 AI-Plattform, ablösen. Drive PX 2 wird von vielen an autonomen Fahrzeugsystemen arbeitenden Unternehmen eingesetzt, darunter Volkswagen AG (WKN:719000), Daimler AG (WKN:710000) und Toyota (WKN:853510). Es ist in mehreren Serienfahrzeugen enthalten, die mit fortschrittlichen Fahrer-Assistenzsystemen ausgestattet sind.

Einfach ausgedrückt, Pegasus wird ein riesiges Upgrade von PX 2 sein. Es ist in der Lage, mehr als 320 Billionen Operationen pro Sekunde zu verarbeiten und ist damit zehnmal leistungsfähiger als PX 2. NVIDIA sagte, das reiche aus, um ein selbstfahrendes Fahrzeug der Stufe 5 zu ermöglichen, das unter allen möglichen Bedingungen betrieben werden kann.

Auf technischer Ebene wird der Pegasus von vier KI-Prozessoren angetrieben. Es kombiniert zwei Xavier System-on-a-Chip Prozessoren mit zwei Grafikprozessoren (GPUs) und Hardware, die speziell für die Beschleunigung von Deep-Learning und maschinellem Sehen entwickelt wurde. Das Ganze ist so gut, dass es die strengsten Zertifizierungen der Automobilindustrie für Sicherheit und Langlebigkeit erfüllt. Das Beste daran: Pegasus ist klein (etwa so groß wie ein großes Buch) – das ein großer Vorsprung im Vergleich zu den Prozessoren, die jetzt in einigen selbstfahrenden Testautos zum Einsatz kommen.

NVIDIA wies darauf hin, dass die Rechenleistung, die für ein vollständig selbstfahrendes Fahrzeug benötigt wird, ein gewaltiger Fortschritt von dem ist, was heute in den fortschrittlichsten Serienfahrzeugen angeboten wird. Pegasus ist das Produkt, um diesen Markt zu bedienen.

„Ein Auto zu bauen, das sich völlig selbst fährt, ist eines der wichtigsten Bestrebungen der Gesellschaft – und eines der schwierigsten, die es zu erfüllen gilt“, sagte CEO Jensen Huang in einer Erklärung.“Die bahnbrechende KI-Computing-Leistung und Effizienz von Pegasus ist für die Branche entscheidend, um diese Vision zu verwirklichen.

NVIDIA wird ab der zweiten Jahreshälfte 2018 die Drive PX Pegasus-Plattform an seine Automobilpartner ausliefern.

Die Lieferkette für selbstfahrende Autos nimmt Gestalt an

Automobilhersteller sind auf eine lange und komplexe globale Lieferkette angewiesen, um ihre Fahrzeuge in Massenproduktion zu bauen. Es gibt Unternehmen, die sich auf die Lieferung spezifischer Automobilkomponenten spezialisiert haben, von Sitzen über Motorenteile bis hin zu Rückspiegeln.

Offensichtlich werden einige neue Zulieferer benötigt, da sich die Automobilhersteller auf die Massenproduktion von selbstfahrenden Autos einstellen. Sitze und Reifen werden natürlich weiterhin gefragt sein, aber wie bei Elektrofahrzeugen wird auch die Serienproduktion von selbstfahrenden Fahrzeugen neue Zulieferer mit neuen Komponenten erfordern.

In den letzten Jahren hat NVIDIA ein starkes Angebot gemacht und ist der bevorzugte Lieferant der Branche geworden, wenn es um leistungsfähige Computerprozessoren geht, die als „Gehirn“ dieser Fahrzeuge dienen werden. Mit der Pegasus-Plattform kündigt NVIDIA an, dass man bereit sei (oder in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 sein wird), jeden zu beliefern, der ein selbstfahrendes Fahrzeug der Stufe 5 entwickeln und produzieren möchte.

NVIDIA wird sicherlich Konkurrenz bekommen. Intel (WKN:855681) hat angekündigt, dass man mit seiner neu erworbenen Tochtergesellschaft Mobileye, die bereits eine große Nische im Machine-Vision-Bereich dieses aufstrebenden Segments besetzt hat, ernsthaft in diesen Bereich einsteigen will.

NVIDIAs Erfahrung mit Grafikprozessoren, die sich ideal für maschinelles Lernen eignen, sollte dem Unternehmen in diesem Bereich einen erheblichen Vorteil gegenüber Intel verschaffen. Aber es ist möglich, dass Intel die Lücke in den nächsten Jahren schließen könnte – versuchen wird Intel es allemal.

Fazit: NVIDIA setzt frühzeitig auf einen riesigen potenziellen Markt

Intel-Chef Brian Krzanich schätzte Anfang dieses Jahres, dass der gesamte Marktwert für Fahrzeugsysteme bis 2020 über 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr und bis 2030 rund 70 Milliarden US-Dollar betragen wird.

Das ist ein großer Markt, der es wert ist, sich darum zu streiten. Es steht außer Frage, dass die neue Pegasus-Plattform bei den Automobilherstellern und anderen, die selbstfahrende Systeme entwickeln, großes Interesse finden wird und wahrscheinlich einen großen Teil des Marktes (wie es gerade jetzt der Fall ist) direkt erobern wird.

Es ist sicher, dass Intel und vielleicht auch andere sich darauf vorbereiten werden, NVIDIA und Pegasus vor ernsthafte Herausforderungen zu stellen – möglicherweise sogar noch bevor Pegasus nächstes Jahr mit der Auslieferung beginnt.

So nimmst du die Finanzen eines Unternehmens richtig auseinander

Bist du nicht sicher, wie du die Bilanz eines Unternehmens richtig analysierst? Dann solltest du dir eine Kopie unseres Sonderberichts "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" schnappen, in dem dir Analyst Bernd Schmid genau zeigt, wie du das professionell machen kannst - und einige böse Überraschungen vermeidest. Klick einfach hier, um in diesen kostenlosen Sonderbericht zu einsteigen.

The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Nvidia. The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 11.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.