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Deshalb können Novo Nordisk-Aktionäre aufatmen – vorerst

Foto: Novo Nordisk

Novo Nordisk (WKN:A1XA8R) ist ein Paradebeispiel für ein fokussiertes Unternehmen. Die Dänen sind vor allem deswegen groß und erfolgreich, weil sie stark nachgefragte Insulin-Medikamente herstellen. Kein anderes Unternehmen ist darin weltweit so erfolgreich wie Novo Nordisk. Sogar im wichtigen amerikanischen Markt sind sie führend.

Der Fokus bringt volle Konzentration auf Produktqualität, Forschung und Entwicklung sowie umfangreiche Skaleneffekte, er hat aber natürlich auch eine Schattenseite. Wenn Novo Nordisk jemals die Nachfrage nach seinen Insulin-Produkten ausgeht, gibt es, zumindest aktuell, keinen anderen Geschäftsbereich, der das ausgleichen kann.

Deswegen haben vermutlich nicht wenige Novo Nordisk-Aktionäre mit Sorge beobachtet, dass ein revolutionäres Insulinprodukt der Konkurrenz in den Startlöchern stand, um Patienten das Leben besonders einfach zu gestalten. Die Gefahr scheint aber erst einmal gebannt zu sein, zumindest kurzfristig.

Intarcia Therapeutics wird ausgebremst

Das in Boston ansässige Unternehmen Intarcia Therapeutics hat in den letzten Monaten gespannt auf ein Urteil der Food and Drug Administration (FDA) gewartet, die dafür zuständig ist, Medikamente für den amerikanischen Markt zuzulassen. Die neuartige Pumpe ITCA 650 wurde getestet. Sie soll im Körper des Patienten platziert werden, um von dort aus winzige Mengen eines Medikaments nach und nach freizugeben.

Die Idee von Intarcia Theraputics war, die Pumpe unter anderem für Diabetes-Patienten einzusetzen, die so auf die häufigen Injektionen verzichten könnten, die viele als lästig und unangenehm empfinden. Die Pumpe müsste man nur ein oder zweimal im Jahr austauschen. Wie Ende September bekannt wurde, hat der Hoffnungsträger die FDA aber nicht überzeugt. Sie gab Bedenken bezüglich des Herstellungsprozesses der komplexen Miniatur-Pumpe bekannt, was für Intarcia Therapeutics heißt, dass es nicht wie geplant fortfahren kann.

Gute Nachrichten, fürs Erste

Das heißt, besonders schnell wird das möglicherweise revolutionäre Konkurrenzprodukt nicht auf den Markt kommen. Novo Nordisk-Aktionäre können also fürs Erste aufatmen. Intarcia Therapeutics gibt aber nicht so schnell auf. Auf die Bedenken der FDA hat das Management klar verlauten lassen, dass man schnell und erfolgreich auf die bemängelten Aspekte eingehen wird. In der Kommunikation mit dem Unternehmen klingt es so, als ob nur kleine Nachbesserungen nötig wären.

Das Management eines Unternehmens reagiert oftmals mit sehr optimistischen Aussagen auf Fehlschläge, aber Intarcia Therapeutics muss als privates Unternehmen weder Aktionäre beruhigen, noch gibt es umfangreiche Gründe an der Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Nicht umsonst hat auch die Bill und Melinda Gates Stiftung erst zur Jahreswende 140 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert, um die Pumpentechnik als HIV-Präventivmaßnahme auf den Markt zu bringen.

Es könnte also sein, dass Intarcia Theraupeutics wie angekündigt tatsächlich nur kurzfristig von der FDA ausgebremst wurde, und das Konkurrenzprodukt zu Novo Nordisks Insulinmedikamenten schon bald einen Schritt weiter ist. Aktionäre von Novo Nordisk sollten die Entwicklungen also weiterhin im Auge behalten.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Novo Nordisk.

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