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3 Aktien, die wir niemals kaufen würden: Heckler & Koch, VW, Deutsche Bank

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Als Investor ist es wichtig, keine Abstriche bei der Qualität der ausgewählten Aktien zu machen. Ein schlechtes oder auch nur mittelmäßiges Unternehmen wird langfristig nur in den seltensten Fällen ein gutes Investment sein. Außerdem gibt es Unternehmen mit solch fragwürdigen Geschäftsmodellen, dass man deren Aktien einfach aus Prinzip nicht im Depot haben will.

Hier erfährst du, wieso diese Fools einen großen Bogen um drei deutsche Aktien machen.

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Heckler & Koch: Keine Waffen für Vincent!

Vincent Uhr: Meiner Meinung nach sollten moralische Grundsätze eine ebenso große Bedeutung beim Investieren haben, wie die fundamentale Bewertung oder auch Chancen und Risiken. Zwar bin ich was das angeht kein absoluter Hardliner, Alkohol beispielsweise ziehe ich grundsätzlich in Betracht, allerdings gibt es ein Segment, das ich grundsätzlich meide: Waffen.

Deshalb werde ich die Aktie von Heckler & Koch (WKN: A11Q13) bei meinen Investitionsentscheidungen konsequent meiden, genauso wie jede andere Aktie aus dem Bereich der Waffen.

Bestimmt fragst du dich nun aber, wieso es ausgerechnet Waffen-Aktien sind, die ich konsequent beiseite schiebe und warum ich bei Alkohol nicht ganz so bieder ernst bin. Der Grund dafür ist relativ simpel und liegt in der Entscheidungsgewalt der Opfer der Produkte.

In der Regel wird nämlich beim Alkohol niemand gezwungen, ihn täglich oder in schädlicher Dosis zu konsumieren. Hier treffen Menschen für gewöhnlich selbst aktiv die Konsumentscheidung. Die Opfer von Waffengewalt hingegen, beispielsweise beim Las Vegas-Attentat vor ein paar Tagen, hatten keine Wahl, geschweige denn eine Chance. Hier hat eine Waffe sowie eine (in meinen Augen) fahrlässige Waffenpolitik das Leben vieler Menschen beendet. Und da ich weder an solchen grausamen Attentaten, noch an Kriegen, noch an sonstiger Gewalt durch Waffen partizipieren möchte, meide ich eben Waffen-Aktien wie die von Heckler & Koch.

VW: Nachholbedarf bei Elektrostrategie und zu hohe Belegschaft

Marlon Bonazzi: Von VW (WKN:766400) lasse ich mit absoluter Sicherheit die Finger. Klar bauen die Wolfsburger hochwertige Autos zu fairen Preisen, aber ich glaube nicht, dass das in Zukunft noch reichen wird. Die Konkurrenz aus dem Ausland schläft nicht, ob man das Gleiche vom VW-Management behaupten kann, da wäre ich mir nicht so sicher. Zwei ganz bestimme Gründe lassen mich nicht viel Gutes für die Zukunft des Autoriesen erwarten.

Zum einen ist da der Faktor Arbeit. Volkswagen ist der größte Arbeitgeber Europas. Deutlich über eine halbe Millionen Menschen stellt der Konzern an. Schon jetzt produziert VW im Vergleich zur Konkurrenz zu arbeitsintensiv. Wenn man dann auch noch die zunehmende Automatisierung und den weniger aufwändigen Produktionsprozess von Elektroautos berücksichtigt, wird klar, dass man sich eigentlich in den nächsten Jahren von einer immensen Zahl an Mitarbeitern trennen müsste, um effizient und profitabel zu bleiben. Für einen teilstaatlichen Konzern, von dem auch noch das Schicksal einer ganzen Stadt abhängt, wird das alles andere als einfach.

Außerdem ist noch völlig unklar, ob sich der Konzern im neuen Markt der Elektroautos gut positionieren kann. Die Versprechen sind neuerdings groß und theoretisch sind die Fähigkeiten da, aber bisher stellt man sich nicht gut an. Der e-Golf hat eine mittelmäßige Reichweite, sieht langweilig aus und kostet mehr als ein BMW 3er. Da darf sich VW nicht wundern, wenn sein erstes Elektroauto ein Ladenhüter bleibt.

Deutsche Bank: Schlechte Unternehmenskultur produziert Skandale am Fließband!

Thomas Brantl: Der Aktienkurs der Deutschen Bank (WKN:514000) kannte in den letzten 10 Jahren nur eine Richtung: Vollgas Richtung Süden! So verlor die Aktie seit Mai 2007 unglaubliche 83,4 % an Wert (Stand: 03.10.2017). Man könnte daher meinen, bei der Deutschen Bank-Aktie handelt es sich aktuell um eine günstige Kaufgelegenheit.

Doch trotz der scheinbar günstigen Einstiegschance lasse ich definitiv die Finger von ihr! Denn wenn ich eine Sache an einem Unternehmen wirklich nicht mag, dann ist es eine schlechte Unternehmenskultur. Warum ich glaube, dass das bei der Deutschen Bank der Fall ist? Ganz einfach: Wer Skandale am Fließband produziert, bei dem scheint eine gute Firmenkultur nicht unbedingt oberste Priorität zu haben.

Erst Ende September hat sich Deutsche Bank nach Devisenmanipulationen auf einen Vergleich mit US-Investoren in Höhe von 190 Millionen Dollar geeinigt. Außerdem wurde bekannt, dass nach einem umstrittenen Deal mit der französischen AXA Versicherung fünf Händler die Deutsche Bank verlassen mussten. Diese beiden Dinge wurden innerhalb einer Woche bekannt. Würde man weiter zurückblicken, könnte man die Auflistung vermutlich bis ins Unendliche fortführen.

Solche Skandale sind oftmals auf eine schlechte Unternehmenskultur zurückzuführen. Denn Manager, Führungskräfte und Angestellte tendieren eher zu rechtswidrigem Verhalten, wenn sie unter Druck stehen. Sei es durch kurzfristige Zielsetzungen, eine reine Fokussierung auf Zahlen oder durch exorbitant hohe Bonuszahlungen.

Ob all diese Dinge bei der Deutschen Bank tatsächlich stattfinden, weiß ich natürlich nicht sicher. Aber die außergewöhnliche Anhäufung von Verfehlungen könnte zumindest darauf hindeuten. Deshalb werde ich auch zukünftig einen großen Bogen um die Deutsche Bank-Aktie machen. Egal wie günstig sie auch sein mag.

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Vincent Uhr besitzt keine der erwähnten Aktien. Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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