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Monsanto beendet starkes Geschäftsjahr 2017, Zweifel um die Fusion bleiben

Foto: The Motley Fool

Monsanto (WKN:578919) befindet sich seit über einem Jahr in der Schwebe. Einerseits arbeitet das Unternehmen daran, sein Kerngeschäft weiter auszubauen und erzielt weiterhin Fortschritte in den Bereichen Saatgut und landwirtschaftliche Genomik, um die Ernteerträge zu verbessern und mehr Nahrungsmittel zu produzieren. Andererseits bleibt Monsanto das Ziel eines Übernahmeangebots, das Bayer 2016 abgegeben hat. Monsanto behauptet, dass es zur Übernahme kommen wird, aber die Skeptiker sind kritisch. Eine aktuelle Maßnahme der Regulierungsbehörden in Brasilien hat die Unsicherheit noch erhöht.

Die Investoren hatten relativ geringe Erwartungen in Bezug auf den vierten Quartalsbericht. Sie erwarten einen Rückgang bei den Umsätzen und einen Nettoverlust.Das Unternehmen gab gute Nachrichten an beiden Fronten, überraschte die Aktionäre positiv und wies auf das Potenzial hin, das Monsanto sowohl als Teil von Bayer als auch als eigenständiges Unternehmen hat. Schauen wir uns genauer an, was Monsanto gesagt hat und was vor uns liegt.

Ein solides Ende für ein gutes Jahr

Die Ergebnisse des vierten Quartals deuteten auf weiteres Wachstum hin. Der Umsatz stieg insgesamt um 5 % auf 2,69 Milliarden US-Dollar, was dieKonsensschätzung von 2,53 Milliarden de utlich übertraf. Der Nettogewinn belief sich auf 20 Millionen US-Dollar, womit sich der Nettoverlust des Vorjahresquartals in Höhe von 191 Millionen US-Dollar wieder auflöste. Der bereinigte Gewinn von 0,20 US-Dollar pro Aktie war bei weitem besser als der von den Investoren erwartete Verlust von 0,41 US-Dollar.

Monsantos Saatgut- und Genomikgeschäft verzeichnete einen dramatischen Umsatzanstieg, aber die Rentabilität war unzureichend. Zweistellige prozentuale Zuwächse bei den Erträgen aus Mais und Soja sorgten dafür, dass die Schwäche im bereich Baumwolle ausgeglichen und der Umsatz in diesem Segment um fast 12 % Gesteigert werden konnte. Auch Gemüsesamen haben sich gut bewährt. Monsanto sagte, dass die Maisanbauflächen in Brasilien und Argentinien höher seien als in den Vorjahren, und das erste Jahr der Markteinführung des Roundup Ready Xtend Crop Systems zur Steigerung des Sojaabsatzes sowie zu einer zunehmenden Akzeptanz in Südamerika beitrug. Dennoch führten die Umsatzzuwächse nicht zu einem positiven Ergebnis und Monsanto verzeichnete einen operativen Verlust vor Steuern von 123 Millionen im Berichtsquartal.

Die Situation im landwirtschaftlichen Produktivitätssegment hat sich umgekehrt. Der Umsatz des Segments ging um 6 % zurück, und auch der Bruttogewinn wurde geschmälert. Dennoch erreichte der operative Gewinn vor Steuern 61 Millionen US-Dollar, was einen größeren Verlust im vierten Quartal 2016 wieder rückgängig machte. Der Wegfall des Fungizidgeschäfts Latitude wirkte sich im Quartalsverlauf negativ auf den Umsatz aus, aber Monsanto ist zuversichtlich, dass sich die Preise für wichtige Produkte in diesem Segment sowie die Einführung von neuen Technologien im Geschäftsjahr 2018 verbessern werden.

CEO Hugh Grant war mit Monsanto zufrieden. „Unser Rekordumsatz im Bereich Saatgut und Genomik kam von der sehr guten Marktpenetration unserer neuesten Agrartechnologien in den Bereichen Soja und Baumwolle. Zusätzlich halfen unsere neuesten Hybridprodukte auf der ganzen Welt. Das spiegelt den Bedarf nach neuen Lösungen in der schwierigen Agrarwirtschaft wieder. Der CEO deutete darauf hin, dass man in der Vergangenheit schon ähnliche Hürden genommen habe und dass man optimistisch sein könne.

Wird die Übernahme zustande kommen?

Monsanto hat keine Prognose für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt, unter Berufung auf die Bayer-Fusion. Stattdessen wies das Unternehmen auf potenzielle Wachstumstreiber für die Zukunft hin, darunter die Preisgestaltung und Einführung von Soja- und Maisprodukten, die zunehmende Nutzung der Climate FieldView-Plattform und steigende Preise für Glyphosat. Schlechte Erntepreise für Mais könnten Monsanto belasten.

Dennoch bleibt die größere Frage, ob der Bayer-Deal überhaupt zustande kommen wird. Die zuständige brasilianische Regulierungsbehörde entschied sich, ihre Entscheidung aufzuschieben und eine endgültige Entscheidung an das Aufsichtsgericht abzugeben. Brasilien könnte weitere strukturelle Änderungen des Abkommens verlangen, bevor es die endgültige Genehmigung erteilt. Dies könnte weitere Verhandlungen zwischen Bayer und Monsanto erforderlich machen, die zumindest dazu führen könnten, dass das Abkommen nicht bis Ende des Kalenderjahres 2017 abgeschlossen würde.

Die Monsanto-Investoren zeigten sich jedoch hinsichtlich der operativen Ergebnisse optimistisch und die Aktie legte nach der Ankündigung im vorbörslicher Handel um fast 1 % zu. Solange das Geschäft des Unternehmens grundsätzlich gesund ist, wäre es nicht das Ende der Welt, wenn Monsanto allein weiterbestehen und sich nicht mit Bayer zusammenschließen würde.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 04.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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