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Aktien oder Riester-Rente: Was eignet sich für welchen Ruhestand?

Foto: Getty Images

Hey, Fool! Schön, dass du hier bist, denn ich möchte mit dir über ein ernstes Thema reden: Es geht um deine Altersvorsorge. Wenn du mich fragst, gelten bei diesem Thema zwei Grundsätze: Erstens, jeder Plan ist besser als kein Plan. Und zweitens, je eher du anfängst, desto besser. Dass du jetzt gerade das hier liest, ist folglich ein vielversprechender Anfang.

Um deine persönliche Ruhestandsplanung jedoch zu optimieren, lass uns im Folgenden den Blick auf die bei einigen deutschen beliebte Riester-Rente sowie Aktien generell für die Ruhestandsplanung werfen. Wir wollen ja schließlich nicht, dass du aufgrund falscher Entscheidungen zum Ende deines Erwerbslebens so endest wie der Mann im Titelbild.

1) Möglichkeit der Subvention

Zunächst sollte unser Blick auf die Möglichkeit der staatlichen Förderung gerichtet werden. Und hier gilt gleich zu Beginn: Vorteil Riester-Rente. Unser Staat fördert nämlich massiv dieses Altersvorsorgekonzept. Vorgesehen sind insbesondere die Grundzulage, ab 2018 immerhin 175 Euro p. a., die Kinderzulage mit 185 oder 300 Euro p. a. je kindergeldberechtigtem Kind sowie ein Berufseinsteigerbonus in Höhe von einmalig 200 Euro. Zusätzlich dazu können Beträge bis 2.100 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Da kommt schon einiges zusammen!

Als Privatinvestor in Aktien schauen wir hier leider vergleichsweise in die Röhre. Das einzige, was mir in puncto Förderung einfällt, ist das Abgreifen von vermögenswirksamen Leistungen durch den Arbeitgeber. Das war es dann aber in der Regel auch.

Wie gesagt, Vorteil bis hier: Riester-Rente.

2) Anvisierte Rendite

Bevor es aber nun mit der Renditemöglichkeit weitergeht, lass mich eine klitzekleine Anmerkung machen. Eigentlich dachte ich, dass ab diesem Analysekriterium in gewisser Weise ein Riester-Rente-Bashing beginnen würde, doch ich irrte.

Wie nämlich eine Studie des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung bei Nürnberg im Auftrag der FAZ zeigte, werfen Riester-Verträge im Schnitt eine Rendite von 3,64 % ab. Nach Gebühren, nach Steuern, wohlgemerkt. Damit habe ich im Vorfeld wirklich nicht gerechnet.

Wenn wir diese Renditen aber mit der Gesamtrendite gängiger Aktienindizes vergleichen, erblasst dieser Überraschungsmoment jedoch wieder etwas. DAX, MSCI World und S&P 500 können nämlich im langfristigen Vergleich mit Renditen zwischen 7 % und 9 % p. a. auftrumpfen. Solche Renditen erkauft man sich aber natürlich durch ein höheres Maß an Volatilität, das es für Anleger generell zu ertragen gilt. Dennoch hier: Vorteil Aktien.

3) Flexibilität

Kommen wir nun zuletzt zum Aspekt der Flexibilität. Grundsätzlich gilt für Aktien, Aktienfonds oder für welche aktienbasierten Produkte du dich für dein Ruhestandsportfolio auch entscheiden magst, dass du der Maestro bist. Prinzipiell kannst du zu jedem Zeitpunkt kaufen und verkaufen, du behältst das Zepter zu jeder Börsenöffnungszeit in der Hand.

Faktisch kann diese Möglichkeit allerdings in turbulenten Börsenzeiten an Bedeutung verlieren. Wenn der Markt nämlich temporär crasht, ist das mitunter kein guter Zeitpunkt zum Aktien verkaufen. Das sollten Ruheständler definitiv auf dem Schirm haben und in ihrer kurz- bis mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigen. Faktische rund um die Uhr-Flexibilität sieht anders aus.

Leider können auch Riester-Renten nicht mit höherer Flexibilität glänzen, ganz im Gegenteil. Zwar besteht beim Renteneintritt grundsätzlich die Möglichkeit, sich einmalig 30 % der aufgebauten Riester-Rente auf einen Schlag auszahlen zu lassen, die restlichen 70 % werden aber in monatlichen, gleichmäßigen Tranchen an dich ausgeschüttet. Dieser Löwenanteil bleibt fremdverwaltet, ein flexibles höheres oder niedrigeres Entsparen ist dir nicht möglich.

Außerdem bist du bei vielen Riester-Anbietern bei der zugrundeliegenden Produktauswahl sehr beschränkt, denn die meisten Vertreter bieten doch nur die (teuren) eigenen und oftmals unterdurchschnittlichen Hausprodukte an. Eine breite Auswahl dürfte die Ausnahme von der Regel darstellen. Riester-Renten erweisen sich daher insgesamt als eine sehr unflexible Altersvorsorgevariante.

Letztlich lautet die Frage…

… wieviel Spannung, Volatilität und Risiko hältst du aus? Wenn du noch einigermaßen Zeit bis zum Ruhestand vor dir hast, dir Volatilität, Spannung sowie ein kurzfristiges Risiko wenig ausmachen und du auf möglichst hohe, langfristige Renditen setzen möchtest, sind vermutlich Aktien die bessere Wahl.

Wenn du aber Kursschwankungen und Risiken nicht erträgst, bist du angesichts der mittleren Rendite von 3,64 % bei Riester-Verträgen auch nicht schlecht aufgehoben.

Wichtig ist nur, dass du das Richtige für dich findest, und bei dieser für dich und deinen künftigen Lebensabend wichtigen Thematik generell aktiv wirst!

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