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Opel Ampera-e: So peinlich sind deutsche Elektrostrategien

Foto: Getty Images

Wer die Presse liest, kann schnell denken, dass deutsche Autohersteller einfach nach Belieben konkurrenzfähige Elektroautos herstellen können. Der einzige Grund, wieso sie dies aktuell noch nicht tun, ist laut dieser Logik, dass sie einfach keine Lust haben.

So waren die neuen Absatzzahlen von Tesla (WKN:A1CX3T), die eine schwache Model 3-Produktion offenbarten,  wieder einmal ein Anlass dafür, darauf hinzuweisen, dass Tesla schon bald Konkurrenz haben wird, wo es nur hinsieht. Wer die bisherigen deutschen Versuche, ein attraktives Elektromodell auf den Markt zu bringen aber einmal näher betrachtet, merkt, dass es bisher ein Trauerspiel war.

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Der Opel Ampera-e ist ein neues Kapitel dieser Geschichte.

Vielversprechender Anfang und ein jähes Ende

Es schien eine kurze Zeit so, als ob mit dem Opel Ampera-e das erste Auto eines deutschen Herstellers auf den Markt kommen würde, das wirklich wettbewerbsfähig war. Mit einer offiziellen Reichweite von 520 Kilometern und einer Alltagsreichweite von über 380 Kilometern wurde endlich einmal eine akzeptable Reichweite geboten.

Der Preis in Höhe von 44.060 Euro für die First Edition und 39.330 für die Basisversion ist durchaus üppig, aber viele sahen den Preis als ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis an. Schließlich kosten vergleichbare Modelle von BMW und VW ähnlich viel, haben aber deutlich weniger Reichweite.

Im Sommer wurde dann der Startschuss gegeben und damit gingen die Peinlichkeiten los. Auf der einen Seite wurde der Ampera-e groß angekündigt, auf der anderen Seite gab es immer wieder Unklarheiten über seine Verfügbarkeit. Die Nachfrage war da, aber dann hieß es von Opel, dass erst einmal in Norwegen ausgeliefert wird. Wer unbedingt einen Ampera-e will, musste sich an die wenigen ausgewählten Opel Händler wenden. Dort gab es dann die Bitte um eine Reservierung mit Anzahlung.

In vielen Foren berichten die Interessierten davon, dass auf die Reservierung immense Unsicherheiten bei den Lieferbedingungen folgten, und die angebotenen Leasingverträge hatten außerdem sehr schlechte Konditionen. Kunden erzählten, dass man sie nicht einmal von ihrer Reservierung zurücktreten lies, ohne eine Bearbeitungsgebühr zu verlangen. In der Zwischenzeit schwankten die Aussagen zu den Lieferterminen ununterbrochen. Das ist für Kunden sehr ärgerlich, schließlich ist ein Auto eine große Anschaffung, mit der man gerne ein wenig planen würde.

Bis heute ist die Situation nicht geklärt. Auf der Internetseite von Opel wird der Ampera-e noch immer als Auto der Zukunft angepriesen. Wer sich aber aktuell um eine Online-Reservierung bemüht, wird überrascht. Dort heißt es: „Aufgrund der hohen Nachfrage können wir zur Zeit keine weiteren Reservierungen entgegennehmen.“ Danach gibt es die Möglichkeit, sich für einen Newsletter über eine zukünftige Reservierungsmöglichkeit anzumelden. Es gibt also eine Warteliste für die Warteliste.

Das war die Saga soweit. Wie allerdings aus neuen Medienberichten hervorgeht, scheint der Ampera-e bald endgültig eingestellt zu werden. Das Opel-Management gibt zwar noch teils widersprüchliche Angaben zu dem Thema, aber die Hinweise auf ein Ende für das Auto noch vor einer wirklichen Markteinführung mehren sich.

Das ist peinlich

Man kann das Dilemma von Opel durchaus verstehen. Der Ampera-e wird noch auf der Plattform von GM gebaut und nach der Übernahme durch PSA Peugeot Citroën (WKN:852363) will man die Strategie natürlich lieber in die neue Konzernmutter integrieren.

Trotzdem bleibt diese Episode peinlich. Opel hat es zunächst nicht geschafft die Produktion hochzufahren, sich dann sowieso alles plötzlich anders überlegt und auch noch die Kunden darunter leiden lassen. Wenn so die Elektrostrategien deutscher Hersteller aussehen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die Kunden ausbleiben.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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