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3 Dinge, die den neuen Bullenmarkt beim Öl zunichte machen könnten

Foto: The Motley Fool.

Letzte Woche hat kaum jemand mitbekommen, dass der Ölpreis eine Hausse eingeleitet hat. Nachdem es im Juni schon einen Anstieg um mehr als 20 % seit dem Tiefpunkt gegeben hatte, war diese Erholung eine spürbare Verbesserung der Fundamentaldaten des Marktes. Das ist auf ein schnelleres Wachstum bei der Nachfrage und den Rückgang des Angebots zurückzuführen und führte dazu, dass überschüssige Lagerbestände teilweise abgebaut wurden. Tatsächlich hat sich der Markt schnell wieder ins Gleichgewicht gebracht. Daher glauben jetzt einige Analysten, dass der Ölpreis jetzt wieder explodieren könnte, vor allem wenn sich das Angebot verknappen sollte.

Diese bullische Stimmung könnte sich aber um ein nur kurzlebiges Hoch handeln, da der Ölmarkt noch immer nicht besonders solide ist. Hier sind drei Dinge, die die Rally wieder beenden könnten.

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1. Das Nachfragewachstum verlangsamt sich

Einer der Gründe für die Verbesserung der Lage ist die steigende Nachfrage. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) stieg die Ölnachfrage im letzten Quartal des vergangenen Jahres um 2,3 Millionen Barrel pro Tag und damit um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr. Infolgedessen korrigierte die IEA ihre Prognose für das Gesamtjahr nach oben und rechnet nun mit einem Anstieg um 1,6 Millionen Barrel pro Tag.

Obwohl die Nachfrage in den USA, Europa und China in diesem Jahr unerwartet robust war, könnten mehrere Faktoren die Nachfrage bremsen. So könnten z. B. höhere Benzinpreise, eine Konjunkturabschwächung oder eine Reihe von Naturkatastrophen die Nachfrage dämpfen. Das könnte dazu führen, dass die Lager immer voller werden.

2. Die OPEC ändert ihre Meinung

Ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Fundamentaldaten war die hohe Konformitätsrate der OPEC-Mitglieder zur Reduzierung der Fördermenge. Insgesamt haben die Mitglieder eine 86-prozentige Konformitätsquote, wodurch viel Öl vom Markt ferngehalten und damit Lagerhaltung vermieden wurde.

Doch nicht alle Mitglieder machen mit. Beispielsweise haben der Irak, Ecuador und die Vereinigten Arabischen Emirate im vergangenen Monat nur 30 % ihrer Zusagen erfüllt, was auch andere Mitglieder dazu veranlassen könnte, ihre Unterstützung zurückzuziehen. Zudem läuft die derzeitige Vereinbarung nur noch bis zum Ende des ersten Quartals 2018. Mehrere OPEC-Mitglieder haben schon angedeutet, dass sie die Begrenzung weiterhin aufrecht erhalten würden, das ist allerdings nicht sicher. Das ist ein Grund zur Sorge, denn ohne eine Begrenzung der Fördermenge könnten die Mitglieder wieder das Angebot über die Nachfrage hinaus wachsen lassen.

3. Die Schieferölunternehmen bohren wieder mehr

Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Anstieg des Ölpreises unterstützte, war die Tatsache, dass die Schieferölproduzenten ihre Aktivitäten spürbar verlangsamt hatten, als die Preise in Q2 zu fallen begannen. Whiting Petroleum (WKN:590101) z. B. kündigte an, zwei Rigs abzubauen und nur noch den Rest seines 4-Rig-Programms für den Rest des Jahres zu betreiben. Infolgedessen würde die Produktion bis zum Jahresende nur um 14 % steigen. Bei Vollauslastung wären es 23 %. Sanchez Energy (WKN:A1JRS0) kündigte ebenfalls Pläne an, die Zahl der Bohrstellen zu reduzieren und die Produktion auf 2018 zu verschieben. Sanchez Energy sagte, dass man von den acht Bohrstellen, die das Unternehmen Ende Juli betrieben hatte, bis Ende September nur noch fünf betreiben wolle. Das Ziel von Sanchez liegt darin, die Produktion auf 90.000 bis 100.000 Barrel Öl pro Tag zu steigern. Dieses Ziel würde damit erst in der ersten Hälfte 2018 statt Ende 2017 erreicht.

Einige Schieferölproduzenten lassen jetzt Vorsicht walten, indem sie die Ausgaben kürzen und ihre Aktivitäten verringern. Sie können aber die Produktion bei steigenden Preisen ebenso schnell wieder erhöhen. Whiting hatte ursprünglich geplant, dieses Jahr doppelt so viel auszugeben wie im Jahr 2016. Auch Marathon Oil (WKN:852789) gab dieses Jahr das Doppelte des Vorjahres aus. Marathon senkte das Budget aber im letzten Quartal und hat jetzt noch 2,6 Milliarden US-Dollar in liquiden Mitteln und keine kurzfristigen Schulden. Damit hat das Unternehmen die finanziellen Ressourcen, um die Produktion schnell wieder zu erhöhen, wenn das Wachstum bei höheren Preisen erhöht werden soll.

Alles schon gesehen

Die Ölpreise sind in den letzten Jahren mehrmals gestiegen, nur um genauso schnell wieder zu fallen. Meistens ist der Grund für den Rückgang die zu hohe Produktion durch übereifrige Produzenten gewesen. Die Investoren sollten daher beim Kauf von Ölaktien vorsichtig vorgehen und sich nur an die besten Aktien halten, nur für den Fall, dass der Markt seine Meinung noch einmal ändert.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 03.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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