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Wie schnell kann man sein Geld am Aktienmarkt verdoppeln?

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Hast du schon von dem Mann gehört, der nichts weiter hatte als eine rote Büroklammer und der ein Haus kaufen wollte? Eines Tages tauschte er seine Büroklammer gegen einen Stift in Form eines Fisches. Dann tauschte er diesen Stift gegen einen handgeschnitzten Türknauf. Wochen später tauschte er diesen gegen einen Campingkocher. Nach vierzehn weiteren Tauschgeschäften hatte er endlich sein zweistöckiges Farmhaus in Kanada. Das klingt wie ein Märchen, aber die Geschichte ist wahr. Und der Mann schaffte es in nur einem Jahr.

Diese Geschichte zeigt deutlich die Macht der Aufzinsung: Dinge die erst klein sind, werden groß, da du mehr Wachstum auf Grundlage des vorangegangenen Wachstums erhältst. Aufzinsung, oder auch Zinseszins, ist wichtig, da es wichtig bei der Beantwortung der Frage vieler Investoren ist: „Wie schnell kann ich mein Geld am Aktienmarkt verdoppeln?“

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Die 72er-Regel

Die einfachste Möglichkeit, diese Frage zu beantworten ist, einen einfachen Mathetrick anzuwenden, der sogar ohne Taschenrechner funktioniert. Er nennt sich die 72er-Regel. Nimm die 72 und teile sie durch deinen geschätzten Jahresgewinn in Prozent. Das Ergebnis zeigt die Jahre, die du warten musst, um deine Investition zu verdoppeln. Diese Regel geht jedoch davon aus, dass die Rentabilität in all der Zeit konstant bleibt. Das ist aber eher unwahrscheinlich.

Darum solltest du bei deinen Annahmen, die du triffst, genau aufpassen, welche Rentabilität du wählst. Laut einer Untersuchung der Stern School of Business an der University of New York, lag die durchschnittliche Rentabilität des S&P 500 zwischen 1928 und 2016 bei 11,42 %. Wir können daher annehmen, dass eine Investition in den S&P 500 in nur sechs Jahren ihren Wert verdoppeln würde. (Wir teilen 72 durch 11,42 und erhalten 6,3)

Eine Frage bleibt jedoch: Kann die Rentabilität der Vergangenheit ein Indikator für zukünftige Gewinne sein? Das schauen wir uns mal näher an.

Die Wissenschaft sag: Der Regen ist schuld

Eine tiefgehende Studie, die von Forschern von Vanguard durchgeführt wurde, enthüllte ein paar interessante Fakten über die Vorhersagbarkeit (oder Nichtvorhersagbarkeit) der Marktrentabilität. Nach der Auswertung der jährlichen Renditen auf dem Aktienmarkt seit 1926 zogen sie mehrere Schlussfolgerungen. Erstens, die Rentabilitäten für Aktien sind auf kurze Sicht schwer vorherzusehen. Zweitens, diese Unvorhersehbarkeit ist nicht überraschend, wenn wir uns die schwache Historie des Market-Timings anschauen.

Wie sieht es aber mit der Vorhersagbarkeit auf lange Sicht aus? Die Forscher bei Vanguard erlangten folgende Erkenntnis: „Viele bekannte Signale haben nur schwache Korrelationen mit den realisierten zukünftigen Gewinnen bei einem langfristigen Anlagehorizont.“ Diese „Signale“ umfassen Dinge wie veröffentlichte Gewinnmargen, Wirtschaftswachstum und sogar die Gewinne der Vergangenheit.

Ihre Schlussfolgerung ist überraschend! „Viele beliebte Signale hatten eine niedrigere Korrelation mit den zukünftigen Gewinnen als der Regen.“ Selbst der beste Prädiktor der zukünftigen Gewinne (das KGV) lässt 60 % der Entwicklung unerklärt. Einfach ausgedrückt, niemand weiß, wohin sich der Gesamtmarkt bewegt, geschweige denn warum.

Den langen Weg gehen

Bei so viel Unsicherheit ist die Lektion eindeutig. Es gibt keine Möglichkeit, am Aktienmarkt den schnellen Euro zu verdienen. Kluge Investoren verfolgen dieses Ziel auch nicht. Stattdessen setzen sie auf langfristige Investitionen. Sie nehmen Schwankungen des Marktes in Kauf und gehen damit um, indem sie nur jenes Geld investieren, das sie in den kommenden Jahren nicht benötigen.

Und hier kommt die Macht des Zinseszins (und der roten Büroklammer) ins Spiel. Nur mit einem langfristigen Investitionshorizont kannst du die unvermeidlichen Fluktuationen des Marktes aussitzen. Schau dir bloß an, dass der S&P 500 2008 um 36,55 % fiel. Im Jahr darauf gewann er hingegen 25,94 %.

Du kannst aber noch mehr unternehmen, um mit der Unvorhersagbarkeit des Marktes umzugehen. Eine Strategie ist das Cost-Averaging. Du weißt nicht, ob du in eine Aktie bei einem hohen oder niedrigen Preis einsteigst und was als nächstes passiert. Aber du kannst mehrmals kaufen, anstatt dein ganzes Budget auf einmal zu investieren. Dazu kaufst du Aktien in Raten. Damit wird dein „Einstiegspreis“ geglättet. So vermeidest du das Problem, bei einem hohen Preis zu kaufen und dann nur noch Preisrückgänge zu sehen.

Funktioniert das? Die Antwort: Manchmal. Je nachdem, wie sich der Markt entwickelt. Einmalinvestieren kann das Cost-Averaging überflügeln. Aber Cost-Averaging kann ein geeigneter Ansatz sein, wenn du langfristige, automatische, regelmäßige Investitionen in eine Aktie durchführen willst und ein großes Budget nicht zur Verfügung steht.

Es ist ratsam, das Sprichwort “Der lange Weg ist die Abkürzung“ zu beherzigen. Einen schnellen Gewinn im Markt anzustreben, ist riskant. Konzentrier dich auf die lange Sicht. Warte und gewinne.

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Dieser Artikel wurde von Ben Taylor auf Englisch verfasst und am 1.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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