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General Electric und ABB machen Geschäfte: Was das für die Investoren bedeutet

Foto: The Motley Fool

Die Vereinbarung von ABB (WKN:919730), den Geschäftsbereich Industrial Solutions von General Electric  (WKN:851144) zu übernehmen, wirft ein neues Licht auf die strategischen Pläne beider Unternehmen und macht sie vielleicht zu besseren Investitionen. Werfen wir einen Blick auf diese Vereinbarung und was sie für die Investoren beider Unternehmen bedeutet.

ABB kauft GE Industrial Solutions

Der Grund für den Kauf liegt darin, dass ABB mit diesem Geschäft ein unterproportionales und unterinvestiertes Geschäft erhält, mit dem ABB seine Margen ausbauen und seine globale Position bei der Elektrifizierung stärken kann. GE legt ein unterproportionales Nicht-Kerngeschäft ab und bekommt 2,6 Milliarden US-Dollar, die es möglicherweise zur Restrukturierung oder für Akquisitionen einsetzen kann.

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Auch wenn das alles durchaus Sinn macht, gibt es hier für beide Unternehmen einige Fragen. Bietet das Geschäft für ABB ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und was bedeutet der Verkauf für GE?

Diese Fakten deuten auf Folgendes hin:

  • ABB kauft ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 2,7 Milliarden US-Dollar zu einem Kaufpreis von 2,6 Milliarden US-Dollar.
  • GE Industrial Solutions verfügt derzeit über eine EBITDA-Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 8 % und eine EBITA-Marge von 6 %.
  • ABB plant, kumulativ über fünf Jahre hinweg 400 Millionen US-Dollar zu investieren, um bis zum dritten Jahr eine jährliche Kosteneinsparung von 120 Millionen US-Dollar und bis zum fünften Jahr eine Einsparung von 200 Millionen US-Dollar zu erzielen.

Warum der Deal günstig aussieht

Wenn ABB seine Ziele erreichen kann, dann gewinnt es bei diesem Deal. Nehmen wir an, der reale Preis für den Käufer wäre 3 Milliarden US-Dollar (2,6 Milliarden US-Dollar Kaufpreis + 400 Millionen US-Dollar für die Umstrukturierung). Wenn ABB im dritten Jahr Kosteneinsparungen in Höhe von 120 Millionen US-Dollar erreichen kann, dann wird dieses Geschäft mindestens 350 Millionen US-Dollar in EBITDA generieren. Ich nehme an, dass das Umsatzwachstum 2 % betragen wird. Das stimmt mit den Prognosen des Managements für das Wachstum in Nordamerika von 2017 bis 2020 überein. Zusätzlich gehe ich von einer bereinigten EBITDA-Marge von 8 % plus Kosteneinsparungen in Höhe von 120 Millionen US-Dollar aus. Das bedeutet, dass ABB etwa das 8,6-fache seines EBITDA im Dreijahresvergleich und das 7-fache seines EBITDA im Fünfjahresvergleich von 430 Millionen US-Dollar bezahlt.

Da ABB gerade mit dem 11,8-fachen der Kennzahl ‘Unternehmenswert’ durch EBITDA gehandelt wird, wirkt die Übernahme wie ein gutes Geschäft.

Darüber hinaus setzt diese Übernahme die Restrukturierungsbemühungen von Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB, fort. ABB ist eine Value-Aktie im Bereich elektrische Anlagen und bietet eine gesunde Dividendenrendite. Es ist nicht die spannendste Aktie aus Sicht des Umsatzwachstums im ersten Halbjahr nur  2 %. Das Management ist jedoch bestrebt, durch Umstrukturierungen Werte freizusetzen, um die Margen und den Gewinn zu steigern. Dies geschieht nur teilweise aufgrund des Drucks eines aktivistischen Hedge-Fonds.

Was das über General Electric aussagt

ABB geht davon aus, dass GE Industrial Solutions die EBITDA-Marge von derzeit 8 % deutlich steigern kann. Dies ist zwar positiv für den Käufer, lässt aber vermuten, dass GE das Geschäft schlecht geführt hat. Wenn GE die Marge näher an der der Konkurrenz gehalten hätte, hätte GE sicher einen höheren Preis verlangen können.

ABB behauptet, der zweitgrößte Anbieter in seinem Markt für Schalter, Stromversorgungen, unterbrechungsfreie Stromversorgungen usw. zu sein. Aber die in Nummer 1, Schneider Electric und die Nummer 3, Eaton Corp (WKN:A1J88N), haben beide deutlich höhere Margen als GE Industrial Solutions und die Sparte Electrification Products von ABB.

Die bereinigte EBITA-Marge von Schneider lag im ersten Halbjahr insgesamt bei 14,1 % und die Marge des Segments Elektrische Systeme und Dienstleistungen von Eaton bei 12,7 %. Die EP-Sparte von ABB erzielte im zweiten Quartal eine operative EBITA-Marge von 15 %.

Darüber hinaus wird die Übernahme „die operative EBITA-Marge von EP zunächst senken”. ABB verpflichtet sich, die Sparte im Jahr 2020 auf das Ziel von 15-19 % zurückzuführen. Der Präsident der EP-Sparte von ABB, Tarek Mehta, sagte weiter, dass er beabsichtige, „unser gemeinsames Geschäft im Jahr 2020 wieder in den Zielmargenbereich zurückzubringen“.

Die Pläne, die EBITA-Marge von 8 % auf 15 % zu steigern, sind alle gut, aber die eigentliche Frage ist, warum die Margen von Anfang an so niedrig waren.

Der Blick nach vorn

Alles in allem wird sich der Kauf für ABB als guter Schritt erweisen und die Aktie interessanter machen, vorausgesetzt, die Margen des Geschäfts können erwartungsgemäß ausgeweitet werden. GE hätte mehr Geld bekommen können, wenn die Sparte besser gelaufen wäre. Sie macht aber nur etwa 2,1 % des Umsatzes von GE aus. Letztendlich hat der Verkauf keinen wesentlichen Einfluss auf die Investitionsthese von GE, aber er sollte den Anlegern mehr Vertrauen in die Entschlossenheit des Managements zur Restrukturierung geben.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Lee Samaha auf Englisch verfasst und am 29.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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