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Rocket Internet: Der Amazon-Moment

Foto: Rocket Internet

Kein Wachstumsunternehmen mit großen Ambitionen kommt ohne große Skeptiker aus. Es wird an dem zu erobernden Markt gezweifelt, oder die Konkurrenz wird bald zu stark sein, oder – ein Liebling der Zweifler – da noch keine schwarzen Zahlen geschrieben werden, droht sowieso bald der Untergang.

Wenn man Unternehmen wie Amazon betrachtet, würde ich sagen, dass eine solche Skepsis oft ziemlich lange anhält. Häufig legen die Unternehmen einen Erfolg nach dem anderen vor und werden dafür trotzdem nicht belohnt, bis sich die Meinung schlagartig wendet, und alle nur noch davon reden, wie toll das Unternehmen ist und sich plötzlich um die Aktie reißen.

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Das könnte jetzt bei Rocket Internet (WKN:A12UKK) der Fall sein. Das Wachstum hat man wie versprochen erreicht, aber die bei Wachstumsaktien üblichen Sorgen haben den Aktienkurs am Boden gehalten. Schöne neueste Zahlen und zu viele gute Meldungen, um sie zu ignorieren, könnten jetzt aber nach einem ersten Aktienkurssprung zu dem Amazon-Moment führen.

Hier sind drei gute Gründe dafür:

1. Umsatzwachstum wird schon bald profitabel

Viele haben schon immer an der Tatsache herumgenörgelt, dass die Beteiligungen von Rocket Internet alle rote Zahlen schreiben. Das war schon immer ein schwaches Argument. Schließlich schreiben die nicht einfach rote Zahlen, weil die Geschäfte schlecht laufen, sondern weil der Umsatz massiv gesteigert werden kann, wofür aber erst einmal umfangreiche Investitionen nötig sind, bis man die Nachfrage auch profitabel bedienen kann.

Die Zahlen aus dieser Woche haben gezeigt, dass wie angekündigt der Großteil aller wichtigen Beteiligungen ihre Margen deutlich verbessern konnten und auf einem ebenso deutlichen Weg zur Profitabilität sind. Mit Finanzmitteln in Höhe von 0,8 Mrd. Euro in den wichtigen Beteiligungen ist viel finanzielle Rückendeckung da, um die letzten Schritte in Profitabilität zu machen. Spätestens wenn Umsatzwachstum profitabel ist, dürfte man an der Börse endlich glauben, dass Rocket Internet kein Kartenhaus ist.

2. Viel Geld für neue Ideen

Mit Nettofinanzmitteln in Höhe von 1,6 Mrd. Euro lässt Rocket Internet das erste Halbjahr ausklingen. Das ist eine Menge Geld für neue Ideen. Die werden durchaus auch nötig sein, wenn man in Zukunft wieder Börsenerfolge wie Zalando oder Delivery Hero feiern will.

Da bisher noch wenige neue Kandidaten in Aussicht stehen, zweifeln derzeit einige daran, dass Gründer und CEO Oliver Samwer große neue Ideen finden kann. Das unterschätzt aber ziemlich sicher das gute Gespür des Unternehmers für wichtige Zukunftsmärkte.

3. Keine leeren Versprechen

Außerdem dürfte Anlegern langsam klar werden, dass Oliver Samwer kein Sprücheklopfer ist. Er hat schon oftmals hervorragende Investments umgesetzt, die absolute Traumrenditen gebracht haben. Einige der großen Tech-Erfolge der letzten Jahre, darunter Zalando, gingen auf Rocket Internet zurück. Die IPO von Delivery Hero kam wie versprochen und war, ebenfalls wie angekündigt. erfolgreich, da Anleger sehen konnten, dass sich hinter dem Unternehmen ein talentiertes Management und ein gutes Geschäftsmodell versteckt.

Wenn man also näher hinsieht, merkt man, dass Rocket Internet ähnlich wie Amazon noch über einen sehr langen Zeitraum massives Wachstumspotential hat. Wenn das so wie bisher auch erfolgreich ausgeschöpft wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Rocket Internet irgendwann einen Amazon-Moment erlebt.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Rocket Internet. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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