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5 deutsche Aktien, die seit 1997 gigantische Renditen brachten

Vor genau 20 Jahren standen deutsche Investoren vor einem ähnlichen Dilemma wie heute. Die Aktienmärkte waren relativ teuer. Zwar lagen damals die komplett realitätsfernen Bewertungen der Internetblase noch vor uns, allerdings war der DAX mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 20 schon ziemlich ambitioniert bewertet.

Dementsprechend haben sich deutsche Aktien im Schnitt auch nicht übermäßig prächtig entwickelt. Der dividendenbereinigte DAX-Kursindex stand vor 20 Jahren bei circa 3.000 Punkten und nimmt heute Anlauf auf die 6.000er-Marke. Eine Verdopplung im Laufe von zwei Jahrzehnten ist eher enttäuschend und entspricht einer jährlichen Rendite zwischen 3 und 4 %.

Berücksichtigt man auch die Dividenden, sieht es ein wenig besser aus. Dann hätte man seinen Einsatz mehr als verdreifacht und noch circa 2 % zusätzliche Rendite pro Jahr erhalten. Allerdings ist auch das nicht phänomenal, schließlich frisst die Inflationen einen Teil dieser nominalen Wertentwicklung wieder auf.

Heißt das aber, dass es damals in Deutschland gar keine guten Aktien gab? Natürlich nicht, mit einigen Aktien konnte man auch zu Zeiten hoher Bewertungen ein Vermögen machen. Hier sind die großen Gewinner seit 1997, Stichtag 17. September.

Fuchs Petrolub +4.821,3 %

Man würde nicht meinen, dass man mit Schmierstoffen das große Geld macht, aber genau das hat Fuchs Petrolub (WKN:579043) getan. Der Erfolg des Mannheimer Konzerns wird oft dadurch erklärt, dass es sich eine Nische ausgesucht hat, die es gut verteidigen kann, einerseits da es dort tiefgründige Expertise hat, andererseits da viele seiner Produkte zu kleine Absatzmärkte haben, um attraktiv für größere Konkurrenten zu sein.

Investoren der Vorzüge wurden in den letzten zwanzig Jahren mit einer Rendite von 4.821,3 % belohnt, im Schnitt über 21 % pro Jahr, damit wurden aus umgerechnet 10.000 Euro fast eine halbe Million.

HUGO BOSS +3.184,1 %

Trotz seiner letztjährigen Schwächephase, gehört auch HUGO BOSS (WKN:A1PHFF) zu den langfristigen Gewinnern unter deutschen Aktien. Aus 10.000 Euro wurden somit fast 330.000 Euro, was einer jährlichen Rendite von 19 % entspricht.

Beeindruckend ist, dass diese Rendite in einer oftmals schnelllebigen Branche erreicht wurde, die durch hohe Konkurrenz geprägt ist. Ein starke Marke kann aber durchaus auch über Jahrzehnte überleben. HUGO BOSS wurde immerhin schon 1924 gegründet.

Fielmann +2.294,6 %

Wer sich in deutschen Innenstädten umsieht, dürfte sich nicht wundern, dass Fielmann (WKN:577220) zu den großen Gewinnern am Aktienmarkt gehört. Das Erfolgsrezept des Brillenspezialisten ist die Kundenfreundlichkeit und hohe Filialdichte.

Dieser Erfolg hat eine Gesamtrendite von 2.294,6 % erwirtschaftet und somit 10.000 Euro nah an die Viertelmillionen sowie jährliche Renditen von knapp über 17 % gebracht.

K+S +2.041,6 %

Das hessische Unternehmen K+S (WKN:KSAG889) hat sich im oft hart umkämpften Rohstoffmarkt bewährt. Dabei konnte es von einer ähnlichen Strategie wie Fuchs Petrolub profitieren, nämlich dass es sich mit seinem Fokus auf Kali und Salze nicht zu breit aufgestellt hat.

Wer 10.000 Euro investiert hätte, wäre heute stolzer Besitzer von 214.100 Euro und könnte sich über eine jährliche Rendite von über 16 % freuen.

PUMA +1.513 %

Zumindest in diesem Vergleich kann PUMA (WKN:696960) seinem ewigen Konkurrenten adidas davoneilen. Der deutsche Sportartikelhersteller gehört zwar nicht zu den ganz großen Marken, scheint aber eine treue Kundenbasis zu haben.

Mit einer Gesamtrendite von 1.513 % wurden aus 10.000 über 160.000 Euro und die jährliche Rendite war mit fast 15 % weit über dem Marktdurchschnitt.

Was Investoren daraus lernen können

Ein solcher Rückblick ist durchaus interessant. Vor allem natürlich, weil er beweist, dass auch in Zeiten teuerer Aktienmärkte hervorragende Renditen möglich sind. Allerdings kann man auch ein paar weitere Dinge daraus lernen:

  • Es gibt nie nur eine Branche, in der alle guten Unternehmen zu finden sein werden.
  • Bereits große DAX-Unternehmen werden es kaum auf solche Listen schaffen.
  • Nur starke Marke können im Textilgeschäft profitabel sein.
  • In der Rohstoffbranche sind vor allem Spezialisierung und Nischen lukrativ.
  • Im Einzelhandel ist Kundenorientierung extrem wichtig.

Nach diesem Rückblick kann man sich ja einmal Gedanken machen, wer 2037 an der Spitze der Liste sein wird.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.