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Warum die Dividende von Berkshire früher kommen könnte, als die Investoren glauben

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Auf der jährlichen Aktionärsversammlung  von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) erklärte Warren Buffett, dass der wachsende Stapel des Bargeldes auf viel Geld auf der hohen Kante zu einem Problem werden könnte, wenn er nicht eine Möglichkeit finden kann, um es zu investieren. „Es gibt keine Möglichkeit, dass ich in drei Jahren wieder hierher komme und Ihnen sage, dass wir jetzt 150 Milliarden Dollar in bar oder mehr hätten, und wir dann auch eine großartige Idee haben, um es entsprechend einzusetzen.“

Berkshire Hathaway ist nicht das einzige Unternehmen, das im Geld schwimmt. Viele der weltweit größten Private Equity-Firmen und alternativen Vermögensverwalter haben jede Menge „trockenes Pulver“, das auch Bargeld oder Zusagen von Investoren umfasst, das sie in den nächsten Jahren investieren müssen.

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Rekordbeträge am Spielfeldrand

Alles in allem, haben alle führenden Private-Equity- und Fremdkapitalinvestoren mehr als 200 Milliarden Dollar Kapital, das sie bereitstellen müssen, wenn sie die Möglichkeit haben wollen, überdimensionale Gebühren auf diese Mittel zu erheben (was sie auch tun!).

Angesichts der Tatsache, dass viele dieser Manager ihre Investitionen mit geliehenem Geld machen, kann der tatsächliche Dollarbetrag der Geschäfte, die sie tätigen, um ein Vielfaches größer sein als die aktuellen Überschüsse an Mitteln.

Unternehmen liquide Mittel
Blackstone Group (WKN:A0MSM5) 90,0 Milliarden USD
Berkshire Hathaway WKN:A0YJQ2) 80,0 Milliarden USD
Apollo Management (WKN:A1H8HC) 49,3 Milliarden USD
KKR & Co (WKN:A1C10P) 42,5 Milliarden USD
Oaktree Capital Group (WKN:A1JWW7) 21,5 Milliarden USD

Datenquelle: Unternehmensangaben und Webseiten Investor Relations, Quartalsberichte. DIe Barposition von Berkshire Hathaway wird geschätzt durch Abzug von 20 Milliarden US-Dollar von den zur Verfügung stehenden Mitteln zum Ende des letzten Quartals, da Buffett mindestens diesen Betrag immer in Bar halten möchte, falls es Probleme mit den Versicherungsunternehmen geben sollte.

Charlie Munger schlug vor, dass Berkshire Hathaway eine große Übernahme von vielleicht 150 Milliarden US-Dollar tätigen könnte, was mit den 80 Milliarden US-Dollar überschüssigen Mitteln und Schulden finanziert werden könnte. Blackstone, Apollo und KKR verfügen über das meiste Kapital, das in den Bereichen Private-Equity- und Immobilienfonds zur Verfügung steht. Diese Unternehmen benutzen auch Schulden. Daher ist es im Bereich des Möglichen, dass sie Unternehmen und Vermögenswerte kaufen könnten, die eine halbe Billion US-Dollar oder mehr wert sind, nur um dieses Geld für sich arbeiten zu lassen.

Auch kleinere Unternehmen haben zu viel Geld

Blackstone, Apollo und KKR sind zwar die größten Private Equity-Manager, aber sicherlich nicht die einzigen im Geschäft. Laut Bloomberg hatten die Vermögensmanager kollektiv 963 Milliarden US-Dollar an Mitteln zur Verfügung, um Vermögenswerte zu kaufen. Kapital für Unternehmenskäufe – bei denen Unternehmen als ganzes oder teilweise gekauft werden  – hatten 555 Milliarden US-Dollar zur Verfügung (laut Preqin, Stand Mai 2017).

Das Einzige, was schneller wächst als das zur Verfügung stehende Kapital für den Kauf von Unternehmen, ist die Höhe von Fremdkapital.

Das stellt für Berkshire ein Problem dar, genau wie für die anderen Investoren auch. Wenn immer mehr Geld hinter denselben Übernahmen her ist, dann bedeutet es, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Berkshire ein günstiges Geschäft tätigen kann. Erst letzten Monat verlor Berkshire aufgrund eines höheren Gebots eine Übernahme im Wert von 9 Milliarden US-Dollar. Buffett sagte, dass er von seinem Preis nicht abrücken würde. Er hat sein Versprechen gehalten, aber das bedeutet auch, dass Berkshire immer noch so viel Geld auf der hohen Kante hat.

Immer weniger Schnäppchen

Einige vertreten die extreme Meinung, dass ein Überschuss an liquiden Mitteln die Wahrscheinlichkeit vermindert, dass dieses Geld zu attraktive Konditionen eingesetzt werden kann. Was ist, wenn es in Zukunft weniger Schulden geben wird, was bisher das Arbeitsfeld von Oaktree Capital Group war? Wenn so viel Geld einfach so rumliegt, wie weit können die Preise für Vermögenswerte steigen, bevor irgendjemand anfängt zu bieten?

Howard Marks, der Gründer von Oaktree, sieht die Sache als kompliziert an: er schreibt in Memos, dass die Verfügbarkeit von Liquidität nicht unbedingt zu stabilen Preisen führe. Es gehe nicht nur darum, wie viel Bargeld zur Verfügung stehe, sondern auch darum, wie bereitwillig die Investoren wären, das Kapital zu riskieren. Geld einzusetzen, um es arbeiten zu lassen, wenn die die Preise für Vermögenswerte fallen, ist eine schwierige Sache. Niemand möchte zu früh investieren, wenn die Preise sinken.

Private Equity-Manager und alternative Manager hatten im Jahr 2008 einen Rekordbetrag an liquiden Mitteln, was den Preisverfall der Vermögenswerte nicht aufhalten konnte. Oaktree sammelte im selben Jahr jede Menge Mitteln ein und investierte seinen bisher größten Fond. Berkshire war gerade dabei, Verträge mit Banken und Motorradherstellern abzuschließen, wobei Buffett es auch noch schaffte, BNSF während der Krise zu kaufen. Viele andere legten die Hände in den Schoss und hielten ihr Pulver trocken.

Aber 2008 war vielleicht eine seltene Gelegenheit, wenn nicht sogar ein einmaliges Ereignis. Vor 2008 hatte Berkshire zum letzten Mal im Jahr 2002 in Junk Bonds investiert, da es damals eine Rezession gab, die so kurz war, dass sich nur wenige daran erinnern. Wie Buffett später zugab, waren die Geschäfte, die nach dem Platzen der Technologieblase zustande kamen, nur von kurzer Dauer. „Das Pendel schwang schnell,“ schrieb er in seinem Brief an die Aktionäre aus dem Jahr 2003 über die 8 Milliarden US-Dollar-Investition in Junk Bonds. „Dieser Sektor sieht für uns sehr unattraktiv aus. Das Unkraut von gestern wurde heute als Blumen verkauft.“

Gelegenheiten nur in Krisen

Berkshire kann vielleicht jede Menge auf dem Konto und jede Menge Glaubwürdigkeit, aber es ist wahrscheinlich, dass nur eine riesengroße Übernahme genug wäre, damit sich keine anderen Unternehmen dafür interessieren. Blackstone, Apollo und KKR haben die Möglichkeit, Geschäfte im Wert von 10 Milliarden Dollar und mehr, sogenannte „Megadeals“, durchzuführen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass Berkshire schon bald eine Dividendenpolitik verfolgen könnte, die darauf abzielt, zumindest einen Teil des überschüssigen Kapitals an die Aktionäre zurückzugeben. Bei so vielen gut finanzierten Konkurrenten, die zu den aktuellen Preisen, geschweige denn zu niedrigen Preisen, Vermögenswerte einkaufen, scheint es unwahrscheinlich, dass Berkshire die Chance erhalten wird, ein großes Geschäft zu einem wirklich guten Preis zu machen. Es sei denn, wir sehen einen weiteren Abschwung wie 2008 und 2009.

Angesichts der der Anreize – im Gegensatz zu Berkshire, haben die Private Equity-Investoren einen Anreiz, das Kapital zu investieren, um Gebühren einzustreichen – vermute ich, dass die Übernahme von Oncor für 9 Milliarden US-Dollar ein Zeichen der Zeit ist. Berkshire hat vielleicht das Kapitel für große Geschäfte, alle anderen aber auch. Die nächste Dividende, die erste seit 1967, könnte also früher als erwartet kommen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). Der Motley Fool empfiehlt KKR und Oaktree Capital.

Dieser Artikel wurde von Jordan Wathen auf Englisch verfasst und am 16.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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