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Leerverkäufe der K+S-Aktie – wie lange noch?

Seit langer Zeit sind die Aktien des Düngemittelherstellers K+S (WKN: KSAG88) in einer Größenordnung von oft über 10 % leer verkauft. Was heißt das genau und können Anleger vielleicht auf einen „Short Squeeze“ hofffen?

Was ist ein Leerverkauf?

Ein Leerverkauf liegt vor, wenn jemand Aktien verkauft, die er nicht besitzt. Der Verkäufer hofft dabei auf fallende Kurse. Wenn das nach Plan verläuft, verkauft er fiktive Aktien zu einem bestimmten Kurs und deckt sich erst später, zu einem niedrigeren Kurs, mit realen Aktien ein. So kommt er seiner Verpflichtung nach, die Aktien auch tatsächlich zu liefern (die Position „glatt zu stellen“).

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Wenn die Kurse fallen macht der Leerverkäufer also einen Gewinn. Das Risiko ist dabei aber erheblich. Wenn die Aktien steigen, ist der mögliche Verlust für den Leerverkäufer theoretisch unbegrenzt, da er ja jeden Preis zahlen muss, um die Aktien zu einem bestimmten Termin zu beschaffen.

Man unterscheidet zwischen einem ungedeckten und einem gedeckten Leerverkauf.

Ungedeckter Leerverkauf

Ein ungedeckter Leerverkauf liegt vor, wenn die verkauften Aktien nicht existieren und die Deckung daher in keiner Weise abgesichert ist. Hier wird also tatsächlich mit „erfundenen“ Aktien gehandelt. Dadurch kann die Anzahl der verkauften Aktien die Anzahl der existierenden Aktien überschreiten.

Ungedeckte Leerverkäufe sind meist zeitlich eng begrenzt und zielen darauf ab, von kurzfristigen Kursbewegungen zu profitieren. Typischerweise werden die leer verkauften Aktien innerhalb von ein paar Tagen glatt gestellt.

Ungedeckte Leerverkäufe sind in Deutschland mittlerweile verboten.

Gedeckter Leerverkauf

Bei einem gedeckten Leerverkauf leiht sich der Verkäufer die Aktien. Diese geliehenen Aktien werden dann verkauft.

Zum Beispiel leiht sich ein Hedgefonds Aktien bei einem Rentenfonds. Der Rentenfonds erhält dafür eine jährliche Leihgebühr, typischerweise im ein- bis zweistelligen Prozentbereich des Aktienwertes. Auch die entgangenen Dividendenzahlungen erstattet der Hedgefonds dem Rentenfonds.

Der Rentenfonds kann also ohne eigenes Handelsrisiko seine Einnahmen erhöhen und eventuell auch Kosten für Depotgebühren einsparen.

Der Hedgefonds erhält im Gegenzug die Möglichkeit mit Fremdkapital zu operieren und hofft, so seine Handelsgewinne zu maximieren.

Gedeckte Leerverkäufe sind in Deutschland erlaubt, aber, ab einer gewissen Höhe, meldepflichtig und beim Bundesanzeiger einsehbar.

Was ist ein „Short Squeeze“?

Wenn eine Aktie zu einem nennenswerten Anteil leer verkauft ist und es zu einem Kursanstieg kommt, können die Leerverkäufer gezwungen sein, ihre Positionen auch zu sehr hohen Kursen zu decken. Dadurch kommt es zu einer Verknappung des Angebots und der Aktienkurs kann in ungeahnte Höhen schießen.

Wie sieht es bei K+S aus?

Zwölf Investmentfirmen haben derzeit (14.09.2017) Leerverkaufspositionen in K+S-Aktien. In der Summe sind knapp 13 % der Aktien von K+S leer verkauft. Ich habe mir den Verlauf einiger Leerverkäufe am Beispiel von Two Creeks Capital Management angesehen.

Mitte 2015 startete der kanadische Konkurrent Potash den Versuch einer Übernahme von K+S. Dieser Versuch wurde am 05.10.2015 von Potash abgeblasen und der Kurs der K+S-Aktie brach daraufhin ein, von etwa 31 auf unter 24 Euro. Genau an diesem Tag erhöhten Two Creeks Capital ihre K+S-Leerverkaufsposition von knapp 1 % auf über 2,5 %.

Seitdem bewegt sich der Kurs der K+S-Aktie im Wesentlichen seitwärts und pendelt in einem Korridor zwischen etwa 16 und 28 Euro. Bei mehrmaligen Tiefständen der K+S Aktie von deutlich unter 20 Euro hätten Two Creeks Capital und andere Leerverkäufer höchstwahrscheinlich einige Gelegenheiten gehabt, ihre Positionen günstig glatt zu stellen. Das haben sie aber im Großen und Ganzen nicht getan.

Stattdessen änderte sich seitdem die Leerposition von Two Creeks Capital in 2015/2016, laut Bundesanzeiger, alle paar Tage um ein paar zehntel Prozent nach oben oder unten. Das legt die Vermutung nahe, dass auch der kurzfristige Handel mit den geliehenen Aktien für die Leerverkäufer durchaus profitabel gewesen sein könnte.

In 2017 waren die Änderungen der Leerpositionen eher seltener. Das Festhalten der Leeverkäufer an ihren Positionen könnte daher auch andere Gründe haben, eben das sogenannte „hedging“, eine Absicherung gegen fallende Kurse in einer bestimmten Industrie oder Region.

Fazit

Über die Motive der K+S-Leerverkäufer lässt sich letztendlich nur spekulieren. Ohne Überraschungen, wie zum Beispiel einen weiteren Übernahmeversuch, mache ich mir allerdings keine allzu großen Hoffnungen auf einen „Short Squeeze“.

Ich denke, die Historie zeigt, dass die Leerverkäufer einen sehr langen Atem haben.

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Ralf Hendriks besitzt Aktien von K+S. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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