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Dieser elektrische BMW fordert Tesla heraus – aber erst 2021

Die BMW AG (WKN:519000) zeigt auf der internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main einen Vorgeschmack einer elektrischen Limousine, die direkt auf das neue Model 3 von Tesla (WKN:A1CX3T) abzielt.

Aktuell ist der i Vision Dynamics nur ein Konzept. BMW möchte etwas ähnliches auf den Markt bringen, aber erst 2021. Hier ist alles, was wir bisher wissen.

Ein Vorgeschmack auf den elektrischen i5

BMW sagte, der i Vision Dynamics wäre ein batterieelektrisches Fahrzeug mit einer Reichweite von 600 km, einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 120 Meilen pro Stunde und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden. Ich erwarte, dass diese Zahlen Ziele für diese Version sein werden, die am Ende in Produktion gehen wird und nicht für das Konzeptfahrzeug.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Showcar überhaupt fährt. Aber das Konzept ist interessant und verdient einen genaueren Blick.

Der Gedanke dahinter ist, dass dieses Fahrzeug irgendwo zwischen dem i3 und dem i8 angesiedelt ist. Das Styling ist eine Weiterentwicklung des i3, bleibt aber diesmal etwas traditioneller ein Sportwagen von BMW.

Die Produktionsversion wird im Jahr 2021 auf den Markt kommen, sagten die Bosse von BMW. Das Unternehmen hat den Namen des Produktionsmodells noch nicht verkündet, es wird aber erwartet, dass es der i5 wird. Der Preis und weitere Einzelheiten wurden nicht genannt und werden auch noch für einige Zeit unbekannt bleiben. Es scheint aber, das BMW es auf das Model 3 von Tesla abgesehen hat, obwohl der Startpreis etwas höher sein und bei über 40.000 US-Dollar liegen könnte.

Wie der i5 in die Elektroautostrategie passt

Der i5, oder wie auch immer er letzten Endes genannt wird, scheint ein Eckstein der Elektroautostrategie von Tesla zu sein. Es soll ein Premium-Sportwagen sein, der Spaß macht und sich in relativ großer Stückzahl verkaufen wird.

Das ist Teil eines größeren Plans. Wie die anderen deutschen Autobauer, verspricht auch BMW Elektroautos zu bauen, genauer gesagt 12 neue Elektroautos und 13 neue Hybriden bis 2025. Das Unternehmen rüstet alle bestehenden Kernmodelle um, sodass sie mit einem Verbrennungsmotor, als Hybrid oder als vollelektrisches Auto verkauft werden können. Das ist eine Strategie, mit der BMW hofft, auf die Veränderungen in der Nachfrage schnell reagieren zu können.

Zusammen mit dem i5 und den elektrischen Versionen der bereits bestehenden Modelle möchte das Unternehmen auch eine Limousine bauen, die nur als Elektroauto verfügbar sein wird. Dieses Vorzeigemodell nennt das Unternehmen iNext. Der iNext wird die fortgeschrittensten Technologien von BMW beinhalten, darunter ein autonomes Fahrsystem, das zusammen mit Intel (WKN:855681)und Delphi Automotive (WKN:A1JPLB)entwickelt wird.

BMW sagt, der iNext und der i5 werden erst 2021 in Produktion gehen. BMW ist damit seinen Rivalen Mercedes Benz oder Audi noch einen Schritt hinterher, deren Elektroautos schon in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollen. Das Mutterunternehmen von Audi, Volkswagen (WKN:710000) wird mindestens zwei Elektroautos für den Massenmarkt noch vor 2021 auf den Markt bringen. Tesla hat das Model 3 natürlich schon in Produktion und hofft, Hunderttausende davon im nächsten Jahr herstellen zu können.

BMW gibt viel aus

Elektroautos werden schon bald weniger kosten als die aktuellen Modelle mit Verbrennungsmotor. Einige dieser Ersparnisse werden an die Kunden weitergegeben, aber es ist wahrscheinlich, dass die meisten Autobauer  – besonders die Premium-Marken wie BMW  – damit etwas höhere Gewinne machen werden. Das wird gut für die Aktionäre sein, sollte es soweit kommen. Kurzfristig ist der Prozess neue Elektroautos zu entwickeln relativ teuer und die Gewinne von BMW ächzen jetzt schon unter den zukünftigen Investitionen. Robuste Antriebsstränge müssen erst noch entwickelt werden, eine neue Lieferkette muss aufgebaut werden und die Werke müssen umgestellt werden. Zusätzlich müssen auch die Arbeiter geschult werden. Gleichzeitig investiert BMW in weiter fortgeschrittene Technologien wie selbstfahrende Autos und Kommunikation zwischen Fahrzeugen.

Für die meisten Unternehmen, die Elektroautos in Masse produzieren möchten, ist die Lieferkette bei der Batterie das Schwierigste. Die Autobauer oder die Unternehmen, die die Zellen für sich herstellen, werden riesige Mengen Rohmaterialien wie Lithium und Kobalt brauchen, um genug Batteriezellen für den Massenmarkt herzustellen.

Das ist ein Bereich, in dem Tesla vielleicht den Anderen schon deutlich voraus ist, da man sich hier die wichtigsten Rohstoffe frühzeitig gesichert hat. Es gibt jede Menge Lithium und Kobalt und andere Rohstoffe in der Erde, die nur darauf warten, an die Oberfläche gebracht zu werden. Daher wird es in den kommenden Jahren mehr als genug auf dem offenen Markt geben. Es wird aber noch etwas dauern, bis die Minenunternehmen die Produktion derart erhöht haben, dass die Nachfrage in derart grossen Quantitäten sichergestellt ist.

BMW erwartet gute Margen trotz hoher Ausgaben

Der Konkurrent Daimler AG (WKN:710000), Hersteller der Mercedes-Benz Fahrzeuge, sagte diese Woche, man werde Kosteneinsparungen in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar vornehmen, um Elektroautos möglich zu machen. CEO Harald Krüger von BMW glaubt, dass man das auch ohne Sparziele schaffen könne.

Krüger sagte, dass BMW seine operative Marge von 8 bis 10 % trotz der erhöhten Ausgaben halten werde. Er sagte, BMW würde keine Kosteneinsparungen vornehmen und stattdessen versuchen zu sparen, wenn sich die Möglichkeiten dazu ergeben.

Krüger sagte, dass stabile Gewinnmargen wichtig sind, um nicht nur Elektroautos sondern auch andere Technologien zu finanzieren, die in den kommenden Jahren notwendig sein werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber kein überzogenes. Wenn BMW hohe Gewinnmargen liefen und dabei mit den neuen Elektroautos wettbewerbsfähig bleiben kann, dann ist das doch eine gute Sache.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla. Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und wurde am 13.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.