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Allergans Patentlücke könnte ein großes Geschenk für Pfizer werden

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Am Freitag verkündete Allergan (WKN:A14U12), dass der Saint Regis Mohikanerstamm jetzt alle Patente für das Blockbuster-Medikament, Restatis, besitzt. Beide Parteien sollten von dem Geschäft profitieren. Der Stamm wird Millionen von Dollar im Voraus und an jährlichen Lizenzgebühren erhalten. Allergan erhält exklusive Rechte, Restasis weiter zu vermarkten und hat jetzt eine einzigartige Methode, sich von den potentiellen Gefahren der Generika zu währen.

Es gibt mindestens einen weiteren potenziellen Gewinner: Pfizer (WKN:852009). Im Folgenden erfährst du, warum der große Medikamentenhersteller von der Erfahrung von Allergan profitieren könnte.

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Unfair oder genial?

Der St. Regis Mohikanerstamm hat Allergan vor einigen Wochen wegen der Übertragung von den Patentenrechten für Restasis angesprochen. Als eine souveräne Nation sollte der Stamm gegen rechtliche Anfechtungen immun sein, die als Inter Partes Review (IPR) bekannt sind. In einem IPR kann ein Dritter die Gültigkeit eines bestehenden Patents vor einem U. S. Patent and Trademark Office (USPTO_-Board) anfechten.

Allergan steht vor einer IPR-Anfechtung für Restasis von mehreren Generikaherstellern, darunter Mylan (WKN:A14NYH) und Teva. Der St. Regis Mohikanerstamm beantragt gerade die Zurückweisung. Die Chancen stehen gut, dass der Stamm gewinnen wird: Zwei IPR-Verfahren wurden in der Vergangenheit wegen Patentansprüchen von Universitäten auf Grund ihrer Ansprüche auf souveräne Immunität eingestellt.

Einige sehen dies als unfair an. Wenn dies jedoch erfolgreich ist, wird es das Unternehmen vor Urheberrechtsverletzungen schützen. Patentrechtsstreitigkeiten im Bundesgerichtssystem sind nicht betroffen. Die  Industrie lehnt das IPR-Verfahren entschieden ab, da es eine Art doppelter Gefahr darstellt, wobei Unternehmen ihre Patente oft an zwei verschiedenen Orten verteidigen müssen.

Aus Allergans Sicht ist der Ansatz genial. Das Unternehmen könnte eine ernste Bedrohung für eines seiner meistverkauften Medikamente zu minimalen Kosten eliminieren.

Warum Pfizer folgen könnte

Ich vermute, dass Pfizers Anwaltsteam dieses Wochenende nicht viel Ruhe bekommen hat. Allergans überraschender Schritt könnte enorm wichtig sein, wenn Pfizer sich für den gleichen Ansatz entscheidet.

Im Juni hat das USPTO drei Patente für den Pneumokokkenimpfstoff Prevnar 13 von Merck (WKN:659990) gegen die Patente von Pfizer angemeldet. Restasis erzielte Umsätze von weniger als 1,5 Milliarden US-Dollar letztes Jahr — Prevnar 13 dagegen 5,7 Milliarden US-Dollar. Der Impfstoff ist bei weitem das wichtigste Produkt von Pfizer.

Pfizer steht vor dem Problem, dass andere Medikamente ihren Patentschutz verlieren. Das Unternehmen will auf keinen Fall das Risiko eingehen, die exklusiven Patentrechte für Prevnar 13 zu verlieren. Allergan hat gerade möglicherweise einen Weg gefunden, wie dieses Risiko reduziert werden kann.

Der St. Regis Mohikanerstamm hat bereits angedeutet, dass er an ähnlichen Vereinbarungen mit anderen Medikamentenherstellern interessiert wäre. Es wäre nicht überraschend, wenn noch einige der 562 anerkannten Indianerstämme in den USA sich dazu entschließen würden, das Gleiche zu tun.

Es besteht kein Zweifel über die Wirtschaftlichkeit eines solchen Geschäftes für Pfizer. Die Exklusivität für Prevnar 13 nur ein paar Jahre länger zu behalten, wäre dem Unternehmen Milliarden US-Dollar wert. Die Übertragung der Patentrechte an dem Impfstoff auf einen Indianerstamm würde wahrscheinlich nur einige Millionen US-Dollar pro Jahr kosten.

Versicherung

Pfizer könnte sich aber entschließen, die Dinge langsam anzugehen. Zum einen werden Generikahersteller sicherlich gegen den neuartigen Ansatz von Allergan sein. Es besteht auch die Möglichkeit, dass das IPR-System abgelöst werden könnte. Der amerikanische Oberste Gerichtshof wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres einen Rechtsfall gegen die Rechtmäßigkeit des IPR-Verfahrens behandeln.

Pfizer hat sich schon in der Vergangenheit einem IPR-Verfahren gestellt und gewonnen. Mylan und einige andere Generikahersteller stellten die Patente für Pfizers Inkontinenzmedikament Toviaz in Frage. Im Juli bestätigte das USPTO jedoch alle fünf Patente von Pfizer für das Medikament.

Noch denken Allergan und der Saint Regis Mohikanerstamm, dass sie Rechtssicherheit haben. Es würde mich nicht überraschen, wenn Pfizers Anwaltsteam das genauso ansieht. Selbst wenn der Oberste Gerichtshof das IPR-Verfahren auflöst, wird die Entscheidung nicht vor dem nächsten Sommer bekannt gegeben.

Das Risiko von Pfizer gegenüber der IPR in Bezug auf Prevnar 13 ist groß. Ein Geschäft ähnlich dem von Allergan könnte eine relativ kostengünstige Versicherung für das Unternehmen sein. Ich erwarte einige interessante Gespräche zwischen Pfizer und Indianerstämmen in den kommenden Wochen.

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Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 11.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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