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Warum die amerikanischen Naturkatastrophen auch DAX-Unternehmen treffen

Bild: Matt Koppenheffer

Zuerst die beispiellosen Überschwemmungen in Houston (Texas), dann das heftige Erdbeben im Golf von Mexiko und nun auch noch der Mega-Hurrikan Irma sowie weitere Wirbelwinde, die durch die Karibik jagen und schwere Schäden auf dem Festland anrichten. Am Wochenende wurde auch der Sonnenstaat Florida zum Katastrophengebiet erklärt. Was für viele Menschen unfassbares Leid bedeutet, hat auch erhebliche Auswirkungen auf zahlreiche Unternehmen — und zwar sehr unterschiedliche.

Hinzu kommt, dass sich wahrscheinlich für die meisten auf dem nordamerikanischen Markt tätigen Betriebe letztlich der Ausblick etwas eintrübt, also auch für Unternehmen aus DAX, SMI und ATX.

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Die direkten Auswirkungen

„Wenn es nicht noch heftiger kommt, dann muss man sich um die Münchener Rück (WKN:843002) auf lange Sicht keine größeren Sorgen machen“, schrieb ich noch vor wenigen Tagen. Bedauerlicherweise ist es jetzt aber sehr schnell heftiger gekommen und man muss damit rechnen, dass viele betroffene Versicherer in diesem Jahr kaum Gewinne schreiben werden. Auch die starke petrochemische Industrie in der Region Houston und die Tourismusbranche in Florida müssen Einbußen hinnehmen. Schon allein durch die mehrtägige Schließung der Freizeitparks von Disney (WKN:855686) und anderen rund um Orlando (Florida) gehen Millionen-Einnahmen verloren.

Für den Groß- und Einzelhandel bedeuten die Schäden hingegen vielfach eine kleine Sonderkonjunktur. Zuvor haben sich alle mit Schutzplanken und ähnlichem gewappnet und danach muss das Zerstörte ersetzt werden. Allzu viel geben würde ich darauf jedoch nicht, denn jeder Dollar kann nur einmal ausgegeben werden. Wer jetzt seine Ersparnisse angreift, der wird später auf die ein oder andere Großanschaffung verzichten müssen.

Dabei ist mit gewissen Verschiebungen zu rechnen, beispielsweise weg vom Elektronikhandel hin zu Baumärkten. Zudem müssen Zehntausende schrottreife Fahrzeuge ersetzt werden, sodass bei den lokalen Autohändlern die nächsten Monate voraussichtlich Hochbetrieb herrschen wird. Andererseits ist auf Seiten der Finanzierungsarme mit verstärkten Ausfällen zu rechen, weil Kunden, die von den Desastern besonders betroffen sind, zum Teil vielleicht ihre Raten nicht mehr bezahlen können.

Am nachhaltigsten werden meiner Meinung nach Unternehmen profitieren, die sich mit Ausrüstung und Infrastruktur beschäftigen, vor allem rund um das Wassermanagement. Nur wenn jetzt entsprechende Investitionen getätigt werden, können zukünftig die Schäden reduziert werden. Wenn man bedenkt, dass sich die diesjährigen Naturkatastrophenschäden in der Karibik und Nordamerika auf Hunderte Mrd. US-Dollar belaufen könnten, dann erkennt man das Potenzial für Vorsorge-Investitionen. Letztlich ergibt sich also ein recht uneinheitliches Bild.

Die indirekten Auswirkungen

Aber wenn man noch einen Schritt weiterdenkt, dann kann man zum Schluss kommen, dass die Folgen auch die Gesamtwirtschaft treffen werden. Das heißt, nicht nur die amerikanischen Unternehmen, sondern auch die meisten Konzerne aus Deutschland und den Nachbarländern. Schließlich stellt der nordamerikanische Markt für fast alle einen extrem wichtigen Markt dar.

Nun ist es ja so, dass der Präsident mit dem Versprechen von Deregulierung und Steuersenkungen für Reiche und Unternehmen an den Start gegangen ist. Die Wall Street hat ihm das abgenommen und unter anderem deshalb die Aktienkurse von einem Rekord zum nächsten getrieben. Aber nun frage ich mich, ob er das wirklich durchsetzen kann. Der Normalfall bei solchen Katastrophen ist doch eher, dass über eine Sondersteuer diskutiert wird, um die Lasten solidarisch zu teilen. Das war zum Beispiel bei uns nach dem Hochwasser von 2002 der Fall.

Es dürfte wohl klar sein, dass die Solidarität jetzt nicht etwa Exxon Mobil (WKN:852549) gelten sollte oder einigen gut versicherten Superreichen, denen vielleicht ein Ferrari (WKN:A2ACKK) in der Garage abgesoffen ist, sondern den vielen einfachen Menschen, die Hab und Gut verloren haben und einen kompletten Neustart bewältigen müssen.

Wenn es in dieser Administration nur einen Hauch von Fingerspitzengefühl gibt, dann wird sie das Thema Steuersenkungen erst einmal verschieben. Jetzt geht es darum, sehr viel Geld aufzutreiben, um den Opfern der Naturkatastrophen unter die Arme greifen zu können — und das wird gar nicht so einfach, denn das Problem der Schuldenobergrenze ist schon wieder akut geworden. Für jede zusätzliche Milliarde muss der Kongress sein Okay geben.

Steuererleichterungen sind auf absehbare Zeit nicht vermittelbar

Die Hoffnung auf eine signifikante Senkung der Unternehmenssteuern wird zunächst wahrscheinlich enttäuscht werden und das dürfte die Aktienkurse belasten. Insbesondere bei Unternehmen, die mehr als ein Viertel ihrer Umsätze in Nordamerika erwirtschaften und dort fleißig Steuern bezahlen, würde ich mit einer schwächeren Aktienkursentwicklung rechnen, denn viele Anleger und Analysten hatten die zusätzlichen Gewinne fest einkalkuliert und müssen nun ihre Schätzungen nach unten korrigieren.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Disney. The Motley Fool besitzt Aktien von Exxon Mobil.

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