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10 wichtige Regeln des Aktienmarkts, die jeder Anleger kennen sollte

Foto:Julia Roegner

Robert Farrell, geboren 1932, war Analyst bei Merrill Lynch. Ausgebildet bei Benjamin Graham, kombinierte er technische und Fundamentalanalyse und brachte es so zu einem legendären Ruf. Seine Erfahrungen formulierte er in diesen zehn Regeln, die man nicht vergessen sollte. Sie sind heute noch so aktuell wie damals.

Regel 1: Märkte neigen dazu, langfristig zu ihren Durchschnitten zurückzukehren

Märkte sind zyklisch, sie bewegen sich auf und ab. Zwar ist der langfristige Trend nach oben gerichtet, aber das passiert nur unter Schwankungen. Keine Kursbewegung, ganz gleich in welche Richtung, hält ewig an. 

Regel 2: Auswüchse in eine Richtung führen zu einem umgekehrten Auswuchs in die andere Richtung

Bewusst erlebt habe ich das bis heute zweimal. Und sowohl bei der Internetblase im Jahr 2000 als auch bei der Kreditblase 2007/8 traf Farrells Beobachtung zu. Auf sehr hohe Bewertungen folgte jeweils ein großer Crash. Anschließend waren Aktien so unterbewertet, dass man sie förmlich kaufen musste.

Regel 3: Es gibt kein neues Zeitalter – Auswüchse sind niemals dauerhaft

Während der Internetblase gehörte es ja fast schon zum guten Ton, dass Unternehmen mit geringen oder gar keinen Umsätzen und hohen Verlusten Milliardenbewertungen hatten. Profitable Firmen galten als langweilig. Zum Glück hielt diese „Einsicht“ nur bis März 2000 an. Und Farrell behielt wieder recht: Nur Qualität rechtfertigt dauerhaft hohe Preise. 

Regel 4: Exponentiell stark steigende oder fallende Märkte laufen üblicherweise länger, als du denkst, aber sie korrigieren nicht, indem sie seitwärts laufen

„Die Märkte sind viel zu teuer, das kann nicht mehr lange weitergehen“ – das höre ich seit 2011. Inzwischen haben wir 2017 und die Kurse steigen noch immer. Wenn es dann aber doch mal zu Ende geht, folgt im Regelfall ein Crash. Lange Seitwärtsphasen, in denen die Aktien durch steigende Gewinne quasi in ihre hohen Bewertungen hineinwachsen, sind ungewöhnlich.

Regel 5: Privatanleger kaufen meistens oben und selten unten

Das haben Studien schon lange bewiesen. Privatanleger kaufen meistens erst, wenn eine Situation klar erscheint, also dann, wenn die entsprechenden Aktien schon gut gelaufen sind und die Medien zunehmend darüber berichten. Aber selten, wenn die Märkte unten sind und Angst regiert. Dazu gibt es auch dieses wunderbare Schaubild. Erkennst du dich da wieder, bevor du zu einem Fool wurdest?

Regel 6: Angst und Gier sind stärker als langfristige Vorsätze

Es ist das Eine, sich vorzunehmen, langfristig zu denken und seine Aktien durch dick und dünn zu halten. Es ist das Andere, das auch bei einem 50-prozentigen Kursrückgang durchzuhalten.

Es ist das Eine, Aktien nur bis zu einer bestimmten Bewertung zu kaufen. Es ist das Andere, das durchzuhalten, wenn diese Aktie jeden Tag weiter steigt.

Regel 7: Märkte sind am stärksten, wenn sie breit steigen und am schwächsten, wenn nur ein paar große Namen steigen

Ein Marktaufschwung ist stabil, wenn er von einer breiten Masse an Aktien getragen wird.

Heute aber ist FAANG angesagt: Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google (heute Alphabet) – die sogenannten FAANG-Stocks – sind für einen großen Teil der Gewinne des S&P 500 Index in den letzten Jahren verantwortlich. Nach Farrell sind das also keine so guten Aussichten für den Gesamtmarkt… 

Regel 8: Fallende Märkte haben drei Stadien: starker Rückgang, reflexartige Erholung und ein langgezogener fundamentaler Abwärtstrend

Dies soll als Warnung dienen, dass nach einem scharfen Rückgang und einer Gegenreaktion das Schlimmste noch nicht überstanden sein muss. Da kann immer noch etwas hinterherkommen… 

Regel 9: Wenn sich alle Experten und Vorhersagen einig sind, wird etwas Anderes passieren

Das war eine der ersten Lektionen, die ich als Börsenneuling gelernt habe: dass die Märkte häufig etwas Anderes machen, als die Auguren vorhergesehen haben. Ob das Aktien sind, die von allen Analysten als klarer Kauf gesehen werden oder demnächst bevorstehende Kurseinbrüche (Royal Bank of Scotland im Januar 2016: „Alles verkaufen“) – meistens fährt derjenige besser, der nichts auf diese Experten gibt und sich seine eigene Meinung bildet.

Regel 10: Bullenmärkte machen mehr Spaß als Bärenmärkte

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, dass steigende Märkte mehr Freude bereiten als fallende. Allerdings, und da wird es dann richtig Foolish (mit großem F!), sieht das anders aus, wenn der Anleger Geld zur Verfügung hat, das angelegt werden soll – dann könnte ein Bärenmarkt, also fallende Kurse, genau das Richtige sein, um erstklassige Unternehmen zu guten Preisen zu kaufen.

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Peter Roegner besitzt Aktien von Apple, Amazon und Alphabet. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft für Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Apple, Facebook und Netflix.

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